In eigener Sache

Vor langer Zeit kam ich in an einen Ort, an dem Wortkinder sprachen, und war sofort fasziniert und berührt. Ich habe mich erst gewehrt, aber es hat nichts genutzt, es hat in mir gearbeitet und ich „mußte“ mich damit auseinander setzen. Und so kam eins zum anderen, Informationen, geistige Werke, die ich dann mehr oder weniger gesammelt habe.

Ich habe sie durchaus nicht alle gelesen. Manchmal habe ich ein Buch geöffnet und da war ein Satz, den ich in dem Moment brauchte, und als ich ihn gelesen hatte, habe ich das Buch wieder zugemacht und zurückgestellt.

Aber im Laufe der Zeit kam doch einiges an Informationen zusammen, und ich habe Zusammenhänge über die Schöpfung und den „Sinn des Leben“ begriffen, die durchaus nicht alltäglich sind.

Und jetzt in dieser Zeit möchte ich das Wissen teilen. Es ist ein Angebot, eine lose Sammlung an Informationen, die zur Erklärung der Vorgänge auf der Erde dienen sollen. Im Moment habe ich vor, wöchentlich ein Thema aufzugreifen und in einer WordPress-Umgebung einzustellen. WordPress deshalb, weil es „einfach“ ist und alle Umgebungen abdeckt, Browser-, Tablet- und Smartphone-Formatierungen werden bedient. Allerdings muß man sich an einige Konventionen halten, Überschriften sind z. B. etwas groß, bitte stört Euch nicht daran.

Auf die Dauer wird das mit dem Blog wohl zu unübersichtlich werden, so daß ich dann bestimmte Themen in anderer Form zusammenfassen und einstellen werde, aber das dauert noch ein wenig.

Soweit der Überblick

Es ist etwas ungewöhnlich, daß keine Kommentare möglich sind. Ich habe in der Vergangenheit Probleme mit Hackern gehabt und darum beschlossen, daß ich im Moment nur die Kontaktaufnahme per eMail ermögliche. Das ist für den, der mich kontaktieren möchte, sicherer, und es geht auch darum, daß die Themen in sich geschlossen bleiben und nicht „zerrissen“ werden.

Die Themen sind überkonfessionell, es geht hier rein um die Beziehung zwischen der göttlichen Liebe und dem Menschen.

Das Gute in der heutigen Zeit ist, daß viele der Schriften Online frei verfügbar sind, und daß man dort dann nachlesen kann, was man im Moment braucht. Es ist wie ein lichtes Gegenstück zu den dunklen Geschehnissen gerade jetzt in dieser Zeit.

Passt gut auf Euch auf, alles Liebe.

Gerlinde   

Die Bürgschaft

oder
wie das Gute das Böse überwindet

Es gibt leider so viele Tyrannen auf dieser Erde, ob im Großen oder im Kleinen. Oft merken diese Menschen nicht einmal, wie sie sich verhalten, wie sie die Mitmenschen unterdrücken mit ihrem Verhalten, sie finden das ganz normal.

Sei es ein Regierungschef, der einen Nachbarstaat überfällt und, wenn er dann durch Sanktionen von anderen eingeengt wird, um ihn zur Vernunft zu bringen, auch dort zurückschlägt, um Unruhe zu stiften und Verbündete auseinander zu bringen. Und dies erreicht er auch dadurch, daß die Regierungen meinen Maßnahmen erlassen zu müssen, die wiederum die Menschen in diesen Staaten einengen und unruhig werden lassen.

Natürlich ist hier die Entschuldigung, daß man die Regeln erlassen muß, um für alle zu sorgen, wenn es denn nur so wäre, aber das stimmt meist nicht und das erkennen die Menschen auch und werden immer unruhiger und der Diktator freut sich.   

Wie kommt es in es in erster Linie dazu?

Nun, auf dieser Erde leben nicht nur gute Menschen, sondern es sind auch gefallene Geister inkarniert, die die Herrschaft übernehmen wollen. Und jetzt in dieser letzten Zeit werden es auf der Erde immer mehr dieser Geister, allerdings kommen auch gute Geister aus den Himmeln. Gleichzeitig ist abzusehen, daß die Ressourcen zur Neige gehen, und es nicht nur mehr darum geht zu leben, sondern zu überleben. Es gibt also Versorgungskämpfe.

Dieses ganze Geschehen wird immer mehr eskalieren bis zu dem Punkt, an dem Gott dem ganzen Einhalt gebietet und die negativen Geister von der Erde genommen werden. Die Erde wird nicht zerstört, aber gereinigt. Und es wird eine Zeit des Friedens und der Freiheit geben. Es gibt nur noch die nötigsten Vorschriften und jeder ist dem anderen gut.

Wie kann man bis dahin überleben?

Es geht darum, sich selbst im Guten treu zu bleiben und wer darüber im Zweifel ist, wie das geht, frage sich, ob er sein Verhalten einem anderen gegenüber auch für sich selbst akzeptieren würde. Wenn er das ablehnt, dann hat er seine Antwort.

Und dann besteht noch die Möglichkeit, sein Gewissen zu befragen, nicht auszuweichen, sondern dem positiven oder negativen Gefühl stand zu halten und entsprechend dabei zu bleiben oder sich zu ändern.

Und es gibt es eine ganz einfache Möglichkeit, herauszufinden, wo man steht, – beten – und die göttliche Liebe um klare Gedanken und um Hilfe zu bitten. Kein reines Gebet bleibt unerhört, wenn auch oft etwas anderes geschieht als das, worauf man hofft, aber dann gibt es noch etwas zu lernen. Das Leben ist eine Schule und es geht darum, zu leben und zu lernen, Prüfungen abzulegen und zu bestehen oder eine Lehrstunde zu wiederholen.

Wenn man etwas vorher wüßte, wäre es ganz einfach, aber oft begreift man nachher. So wie es jemand mal ausdrückte, „man lebt vorwärts und begreift rückwärts“1). Aber wenn man es begriffen hat, dann ist es auch gut und vorbei.

In dem Gedicht „Die Bürgschaft von Friedrich Schiller gibt es ein Beispiel, wie das Gute das Böse überwindet.

Damon will den Tyrannen mit einem Dolch umbringen, wird dabei gefaßt und zum Tode am Kreuz verurteilt. Er bittet um Aufschub, weil er seine Schwester verheiraten möchte und bietet als Bürgen seinen Freund an. Der Tyrann läßt sich darauf ein, sagt allerdings, wenn Damon nicht wiederkommt, wird der Freund an seiner statt gekreuzigt.

Damon verheiratet seine Schwester, aber auf dem Rückweg wird die Brücke weggeschwemmt, der Fluß tritt über die Ufer und er betet und schwimmt mit aller Kraft durch den reißenden Fluß, weil er den Freund nicht im Stich lassen möchte. Er kommt ans rettende Ufer und dankt Gott.

Damit aber nicht genug, Räuber stellen sich ihm in den Weg und wollen ihn ermorden, er wagt es, mit ihnen zu kämpfen und kann sie in die Flucht schlagen.

Er ist erschöpft, er bekommt wieder Hilfe und findet in der Nähe eine Quelle, an der er seinen Durst stillen kann.

Es ist spät geworden und ihm wird gesagt, daß der Freund wahrscheinlich schon gekreuzigt und er sich doch in Sicherheit bringen solle. Aber er zieht weiter in die Stadt und kommt gerade noch rechtzeitig.

Ja und dann, dann besiegt er den Tyrannen doch noch, nicht mit dem Dolch, aber mit seinen Taten. Er ist treu geblieben.

War es denn nötig, daß er auf dem Rückweg so aufgehalten wurde, daß er es kaum geschafft hat? Ja, das hat seine Treue noch bestätigt und Gott hat das Seine dazu gegeben und so ist es gelungen, den Tyrannen umzustimmen.

Die irdischen Prüfungen sind schwer und scheinen manchmal fast unüberwindlich und es bedarf aller Kraft, allen Mutes, allen Glaubens, sie zu bestehen, aber es ist möglich und daran sollten wir alle festhalten.

  1. Von Selma Lagerlöf und anderen, wird einigen Menschen zugeschrieben.

    

Die Bürgschaft

Zu Dionys[1} dem Tyrannen schlich

Damon, [2] den Dolch im Gewande,

Ihn schlugen die Häscher in Bande.

Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!

Engegnet ihm finster der Wüterich.

„Die Stadt vom Tyrannen befreien!“

Das sollst du am Kreuze bereuen .

Ich bin, spricht jener, zu sterben bereit,

Und bitte nicht um mein Leben,

Doch willst du Gnade mir geben,

Ich flehe dich um drei Tage Zeit,

Bis ich die Schwester dem Gassen gefreit, [3]

Ich lasse den Freund dir als Bürgen,

Ihn magst du, entrinn ich, erwürgen.

Da lächelt der König mit arger List,

Und spricht nach kurzem Bedenken:

Drei Tage will ich dir schenken.

Doch wisse! Wenn sie verstrichen die Frist,

Eh du zurück mir gegben bist,

So muß er statt deiner erblassen,

Doch dir ist die Strafe erlassen.

Und er kommt zum Freunde: „der König gebeut,[4]

Daß ich am Kreuz mit dem Leben

Bezahle das frevelnde Streben,

Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,

Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,

So bleib du dem König zum Pfande,

Bis ich komme, zu lösen die Bande.

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund,

Und liefert sich aus dem Tyrannen,

Der andere ziehet von dannen.

Und ehe das dritte Morgenrot scheint,

Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,

Eilt heim mit sorgender Seele,

Damit er die Frist nicht verfehle.

Da gießt unendlicher Regen herab,

Von den Bergen stürzen die Quellen,

Und die Bäche, die Ströme schwellen.

Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,

Da reißet die Brücke der Strudel hinab,

Und donnernd sprenden die Wogen

Des Gewölbes krachenden Bogen.

Und trostlos irrt er an Ufers Rand,

Wie weit er auch spähet und blicket

Und die Stimme, die rufende, schicket;

Da stößet kein Nachen [5] vom sichern Strand,

Der ihn setze an das gewünschte Land,

Kein Schiffer lenket die Fähre,

Und der wilde Strom wird zum Meere.

Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,

Die Hände zum Zeus erhoben:

O hemme des Stromes Toben!

Es eilen die Stunden, im Mittag steht

Die Sonne und wenn sie niedergeht,

Und ich kann die Stadt nicht erreichen,

so muß der Freund mir erbleichen.

Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,

Und Welle auf Welle zerrinnet,

Und Stunde an Stunde entrinnet,

Da treibet die Angst ihn, da faßt er sich Mut

Und wirft sich hinein in die brausende Flut,

Und teilt mit gewaltigen Armen

Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

Und gewinnt das Ufer und eilet fort,

Und danket dem rettenden Gotte,

Da stürzet die raubende Rotte

Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,

Den Pfad ihm sperrend und schnaubet Mord

Und hemmet des Wanderers Eile

Mit drohend geschwungener Keule.

Was wollt ihr? ruft er für Schrecken bleich,

Ich habe nichts als mein Leben,

Das muß ich dem Könige geben!

Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:

Um des Freundes Willen erbaret euch!

Und drei, mit gewaltigen Streichen,

Erlegt er, die anderen entweichen.

Und die Sonne versendet glühenden Brand

Und von der unendlichen Mühe

Ermattet sinken die Knie:

O hast du mich gnädig aus Räubershand,

Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,

Und soll hier verschmachtend verderben,

Und der Freund mir, der liebende, sterben!

Und horch! da sprudelt es silberhell

Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,

Und stille hält er zu lauschen,

Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,

Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,

Und freudig bückt er sich nieder,

Und erfrischet die brennenden Glieder.

Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün,

Und mahlt auf den glänzenden Matten

Der Bäume gigantische Schatten,

Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,

Will eilenden Laufes vorüber fliehn,

Da hört er die Worte sie sagen:

Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen.

Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,

Ihn jagen der Sorge Qualen,

Da schimmern in Abendrots Strahlen

Von ferne die Zinnen von Syrakus,

Und entgegen kommt ihm Philostratus, [6]

Des Hauses redlicher Hüter,

Der erkennet entsetzt den Gebieter:

Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,

So rette das eigene Leben!

Den Tod erleidet er eben.

Von Stunde zu Stunde gewartet‘ er

Mit hoffender Seele der Wiederkehr,

Ihm konnte den mutigen Glauben

Der Hohn des Tyrannen nicht rauben.

Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht

Ein Retter willkommen erscheinen,

So soll mich der Tod ihm vereinen.

Deß rühme der blutge Tyrann sich nicht,

Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,

Er schlachte der Opfer zweie,

Und glaube an Liebe und Treue.

Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor

Und sieht das Kreuz schon erhöhet,

Das die Menge gaffend umstehet,

An dem Seile schon zieht man den Freund empor,

Da zertrennt er gewaltig den dichten Chor:

„Mich Henker! ruft er , erwürget,

Da bin ich, für den er gebürget!“

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,

In den Armen liegen sich beide,

Und weinen für Schmerzen und Freude.

Da sieht man kein Auge tränenleer,

Und zum Könige bringt man die Wundermär,

Der fühlt ein menschliches Rühren,

Läßt schnell vor den Thron sie führen.

Und blicket sie lange verwundert an,

Drauf spricht er: Es ist euch gelungen,

Ihr habt das Herz mir bezwungen,

Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,

So nehmet auch mich zum Genossen an,

Ich sei, gewährt mir die Bitte,

In eurem Bunde der dritte.

Friedrich Schiller (Quelle Wikisource)

      

  1. Gemeint ist Dionysios II.
  2. Schiller änderte den Namen in einer überarbeiteten Fassung 1804 in Damon.
  3. Freien: ehelichen.
  4. Veraltet: gebietet.
  5. Nachen: Kleines Boot, Einbaum.
  6. Möros’ (Damon‘s) Diener.

Die Einladung

Da stehe ich nun und wünsche mir, mehr Augen und Ohren zu haben. Vor mir in einem Baum sitzt der Engel, der mich letzte Nacht zu dieser Veranstaltung eingeladen hat und um mich herum füllt sich die Waldlichtung. Es dämmert schon, trotzdem fliegen von allen Seiten Vögel heran und lassen sich in den Bäumen nieder, die Luft ist angefüllt mit Schmetterlingen, Käfern und Fliegen, einfach allen Arten von Insekten. Selbst unter meinen Füssen regen sich die Würmer, Käfer und Larven in der Erde.

Und durch die Bäume am Rande der Lichtung kommen alle Arten von Tieren – Elefanten, Giraffen, Bären, Wölfe, Rehe, Hirsche, Hasen, Rinder, Pferde, Katzen, Hunde. Tiere von jeder Gattung, seien es nun Wild- oder Haustiere, alle sind in einigen Exemplaren vertreten, sogar Wassertiere finden sich in einem Teich, wobei dieser regelrecht überquillt, da auch die großen Fische und Tiere der Ozeane mit dabei sind.

Am Erstaunlichsten sind aber die Naturgeister, die sich dazwischen mischen, die Schutzgeister, Waldwesen, Feuerwesen, Berggeister, Schneewesen, Wassergeister, Technikgeister. Und auf diese Art sind auch die Pflanzen mit vertreten, es sind da Baumgeister vieler Baumarten vorhanden, Strauchgeister, alle Arten von Pflanzen, auch ein dicker Kohlkopf, Karotten, Bohnen einfach alles, was man sich vorstellen kann und noch mehr, versammelt sich hier.

Dabei herrscht keineswegs ein Durcheinander, es geht alles geordnet vor sich und kein Tier und keine Pflanze wird angegriffen, bedrängt oder gar verspeist. Kein Vogel fängt eine Fliege und die Katzen lassen die Mäuse in Frieden, die Rinder, Rehe grasen nicht.  Durch die Bäume des Waldes schimmert es hell, rings um die Lichtung haben sich weitere Engel versammelt und schirmen das Geschehen nach außen ab.

Bis alle versammelt sind ist es dunkel und nur der Vollmond über der Lichtung und das Licht, das die Engel abstrahlen, erhellen das Geschehen. Endlich hebt der Engel die Hand, und es wird ganz still als er zu sprechen beginnt.

Ich begrüße Euch alle hier auf der ersten Versammlung dieser Art. Bisher hat es noch keine solche Veranstaltung gegeben, und es wird auch künftig keine mehr geben. Diese Form der Mitteilung an euch wurde gewählt, um euch für diese Zeit zu stärken und auf das kommende Geschehen vorzubereiten.

Es ist das Ende dieser Zeit nahe und in diesem Zeitraum vor dem eigentlichen Abschluß wird es noch Drunter und Drüber gehen, es wird das reinste Chaos sein, mehr noch als sich jetzt schon andeutet, es gerät alles aus den Fugen. Dies wird durch das Fehlverhalten der Menschen verursacht, und daß es geschieht, ist notwenig für deren Entwicklung, leider geht es auch zu euren Lasten, da ihr zum einen viel mehr aufzuarbeiten habt, auf der anderen Seite immer weniger durch die Menschen entlastet werdet. Sie haben kaum noch Wissen um diese Zwischenwelten und die inneren Zusammenhänge. Sie beuten die Natur hemmungslos aus und zerstören die natürlichen Ressourcen und damit ihre eigene Lebensgrundlage und auch eure. Dazu kommt noch die Innenweltverschmutzung durch ihren falschen Ehrgeiz, ihre falschen Gefühle und Zielrichtungen.

Darum tragt, soviel ihr könnt, aber macht euch keine Gedanken um die Dinge, die ihr nicht mehr auffangen könnt. Es ist durchaus im Interesse der göttlichen Liebe, daß das Fehlverhalten der Menschen auch auf sie zurückschlägt und sie zur Einsicht bringt. Es ist noch ein letzter Versuch, die Menschen zur Umkehr und dann auf den rechten Weg zu bringen vor dem Ende dieser und der eigentlichen Umwandlung für die neue Zeit.

Es könnte diese Umgestaltung auch ganz ruhig vor sich gehen, wenn sich die Menschen liebevoll und uneigennützig einander gegenüber und auch euch der Natur gegenüber verhalten und sich vor allen Dingen auf die göttliche Liebe besinnen würden und viele sich entsprechend entwickelt hätten. So sind es nur wenige, die sich nach innen gewandt haben und ihr Leben voll nutzen.

Es ist nun an der Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Die Menschen sollen aber  die Auswirkungen ihres Fehlverhaltens zu spüren und so noch eine Chance zur Umkehr bekommen. Es werden alle davon betroffen sein und so tragen die Unschuldigen mit die Last der Schuldigen.

Ihr fragt euch nun, was für Auswirkungen das für euch haben wird, da ihr euch ja noch auf dem Entwicklungsweg zum Menschen befindet, auch ihr werdet eure Chance bekommen, aber wohl erst in der neuen Zeit. Dort ist es auch einfacher, das Leben zu nutzen, da viele Irrwege weggenommen sind und die Menschen mehr inneres Wissen haben, bewußter leben werden, und es somit einfacher möglich ist, das Lebensziel zu erreichen.

Aber bis dahin ist es noch Zeit, jetzt gilt es, auszuhalten und den ganzen Anfechtungen stand zu halten, ja die Anfechtungen werden auch euch treffen, verzagt nicht, es hat alles seinen guten Sinn, und es wird keiner zuviel bekommen, für den äußersten Fall dürfen wir noch für euch eingreifen. Aber es ist auch für euch Vorbereitung und Prüfung für eure menschliche Lebenszeit.

Ihr wißt, daß diese Versammlung in dieser Form nicht nötig war, um euch mit diesem Wissen zu versorgen, da wir ja jederzeit die Möglichkeit der inneren Kommunikation haben und ihr es ja ohnehin schon gewußt habt. Jetzt wurden die Worte einmal ausgesprochen, und zwar bei vielen von euch auch zu dem körperlichen Wesen, das hat noch einmal eine ganz andere Kraft.

Es war auch nicht nötig, daß alle eure Mitgeschöpfe, Brüder und Schwestern hier waren, so wie ihr die Worte vernommen habt, so gingen sie an diese auch und sie haben nun dasselbe Wissen und werden, wie ihr, entsprechend handeln.

Haltet alle aus, die Reinigung und Umwandlung kommt und es ist nicht mehr allzulange bis dahin. Ihr wißt, wohin ihr euch im Notfall wenden könnt, macht das so wie ihr es bisher gemacht habt und Fragen könnt ihr im Innern an mich oder meine Geschwister stellen.

Vielen Dank, daß ihr da wart und seid versichert, es geschieht nichts ohne das Wissen der göttlichen Liebe und diese wacht über euch. Ich verabschiede mich nicht von euch, wir bleiben im Inneren verbunden, wünsche euch aber einen guten Heimweg.

Ruhig verlassen nun die Haus- und die Wildtiere die Lichtung, wobei die Bären, Wölfe, Elefanten und andere exotische Tiere von Engeln abgeholt werden und in Windeseile verschwinden. Die Fische der Ozeane werden wie in einer riesigen Blase aus dem Teich gehoben und von einem Engel weggetragen. Die Natur- und Pflanzenwesen verblassen und lösen sich auf, Vögel und Insekten fliegen davon und ich stehe da und frage mich ….

Gerlinde

Gotteskindschaft und Erdengang

Die Kinder Gottes wissen um die Bedeutung des Erlösungswerks und sie bedrängen Ur förmlich, sie auf die Erde gehen zu lassen, um ihren Teil dazu beizutragen und insbesondere auch um die Gotteskindschaft zu erlangen.

Und wenn es möglich und sinnvoll ist, wird ihnen ihre Bitte gewährt, obwohl es nicht einfach ist, auf der Erde ohne Rückbesinnung auf die geistige Welt und unter dem Einfluss der Gegenseite treu und standhaft zu bleiben, die Verbindung zu suchen und die Liebe zu leben.

Einige Kinder sind dazu berufen, mehr zu tun und Licht und Informationen auf die Erde zu bringen, diese werden auch besonders geschult und ausgerüstet, aber letztendlich ist jeder hier alleine und auf sich gestellt bei der Ausführung seiner Aufgabe und die Gegenseite wird alles tun, um ihn davon abzubringen, insbesondere wenn es sich um Informationen von der göttlichen Liebe und Aufklärung über das Leben und die geistige Welt geht.

Manche Kinder nehmen so viel auf sich, daß sie fast unter der Last zusammenbrechen und wenn das abzusehen ist, wird ihnen auch ein Teil abgenommen. Es ist und bleibt schwer unter den Umständen hier auf der Erde treu, wahrhaftig und in der Liebe zu bleiben.

Und jetzt in der Endzeit sind nicht nur besonders viele Lichtkinder inkarniert, sondern auch die Gegenseite ist besonders aktiv und in großer Menge auf der Erde vertreten und das ist dieser Kampf, der jetzt tobt, nicht nur in den kriegerischen Auseinandersetzungen sondern auch in jedem Menschen.

Es sind gar nicht die großen Dinge, sondern es geht darum, in sich den Willen Gottes zu finden und nach ihm zu leben, zu lieben, die Wahrheit zu leben, sich selbst und Gott treu zu bleiben, und den anderen Menschen als Kind Gottes zu akzeptieren und ihm zur Seite zu stehen, wenn es notwendig ist, daß auch er frei und uneingeschränkt leben kann.

Was aber herrscht heute auf der Welt vor?

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Dazu einige Schriften – ich weiß, diese sind am Anfang nicht einfach zu lesen, da sie unser ganzes Weltbild auf den Kopf stellen, aber es lohnt sich

Gotteskindschaft   Bertha Dudde  Kundgabe 5490

https://bertha-dudde.info/leseauswahl/wortgottes/07_HTML/5/5490.html

                                       Bertha Dudde   Kundgabe   5039

https://bertha-dudde.info/leseauswahl/wortgottes/07_HTML/5/5039.html

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Von Anita Wolf gibt es eine Beschreibung des himmlischen Lebens und der Erziehung von Karmatha, der als Jakob Lorber auf der Erde inkarniert war.

Die Bücher von Anita Wolf sind im Internet frei verfügbar und können als PDF oder eBook heruntergeladen werden.

Hier der Link zu der Webseite von Anita Wolf https://anita-wolf.de/

Hier der Link zum Buch Karmatha https://anita-wolf.de/wp-content/uploads/2020/05/25-verlinkt-Karmatha-Jakob-Lorber.pdf

Auf Youtube gibt es die Bücher von Anita Wolf als Hörbücher, z. B.

Karmatha unter  

Anita Wolf – Karmatha_00 

bis

Anita Wolf – Karmatha_30

Du bist ein Kind Gottes

und auf eigenen Wunsch und aus Liebe hier auf der Erde, um eine Aufgabe zu übernehmen. Du hast Dich angeboten, ein Stück der gefallenen Schöpfung wieder zur göttlichen Liebe zurückzubringen.

Auf dieser Erde, auf die du gekommen bist, ohne Rückbesinnung um dein göttliches Sein um deine Aufgabe, nur mit der Sehnsucht im Herzen, dich der Führung der Liebe anvertrauend. Es ist nicht einfach, und es ist möglich zu versagen. Du bist allein und du fürchtest dich, aber du kannst Gott in dir finden und dich von der Angst und den Einflüssen der Welt befreien und deine Aufgabe erfüllen.

Das ist schwer, aber nicht zu schwer, denn wenn du dich verhedderst und meinst, es wird unmöglich, wird dir wohl das eine oder andere abgenommen, daß du den Rest schaffen kannst.

Niemand wird dich wägen und richten außer du dich selbst am Ende deines Weges auf der Erde, wenn du zurückgehst ins Jenseits, in das Sein, aus dem du gekommen bist und den Vergleich ziehst. Zwischen dem, was du tun wolltest und dem, was du getan hast. Davon wird auch dein weiterer Weg abhängen.

Es gibt nur in seltenen Ausnahmefällen eine zweite Zeit auf der Erde, vor allen Dingen für Menschen, die noch eine besondere Aufgabe übernehmen wollen und auch dazu in der Lage sind. Es würde ja auch keinen Sinn machen, jemand zu einer Aufgabe, die er nicht erledigen  konnte, noch eine zweite zu stellen. Er könnte ja weiter zurückfallen, es ist für diese Menschen besser, im Jenseits weiter zu gehen.

Drum sei Dir bewußt, um was es geht, verzage nicht, du wirst geführt und beschützt und kannst es mit Gottes Hilfe vollbringen.

Und nicht nur dir geht es so, deine Mitmenschen haben das gleiche Los und brauchen deine Anerkennung und Hilfe, so wie sie dich und deine Aufgabe anerkennen und dir helfen sollten. Allerdings gibt es Wesen, die dich aufhalten und von deiner Aufgabe abbringen wollen und dich angreifen, werde dir dessen bewußt, laß es nicht zu, und meide diese.

Marianne Williamson (oft Nelson Mandela zugeschrieben)

aus ihrem Buch – Rückkehr zur Liebe (Kap 7 Abschnitt 3)

Jeder Mensch ist dazu bestimmt, zu leuchten!

Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind,

unsere tiefgreifendste Angst ist,

über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,

die uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns, wer ich bin,

mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?

Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?

Du bist ein Kind Gottes.

Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.

Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen,

dass andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen.

Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.

Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist,

zu manifestieren.

Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen.

Und wenn wir unser Licht erscheinen lassen,

geben wir anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,

befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

Letztendlich wird das Gute das Böse überwinden

Wir leben in einer dualen Welt, zwischen gut und böse oder wissend und unwissend. Angefangen hat das alles vor sehr, sehr langer Zeit, als sich Sadhana von Ur abwandte und sich ihren Geschöpfen als Gott vorstellte.

Damit trennte sie sich von der ewigen Liebe Gottes und je weiter sie sich davon trennte, desto mehr verhärtete sie sich und letztendlich fielen sie und ihre Anhänger in die Materie, und der lange Rückweg zur göttlichen Liebe begann.

Und nun sind wir hier auf diesem Planeten, und es findet hier die letzte Auseinandersetzung statt. All die Kriege und Katastrophen sind Auswirkungen dieses Abfalls und auch Zeichen der Bewegung hin zur Liebe. Wenn wir uns alle brav in die Bande, die die Gegenseite uns auferlegen will, fügen würden, wäre das Leben zwar furchtbar friedlich, aber da wir auch die Freiheit der göttlichen Liebe in uns haben, wehren wir uns gegen die Bande und das äußere Geschehen hilft uns dazu, zu erkennen, was Friede und was nur feiges Schweigen ist.

Wir können und sollen uns permanent entscheiden, wie wir leben wollen und uns dann auch gegen die zu starken Einschränkungen, Vorschriften und Pflichten der Gegenseite wehren. Und wir können uns wehren, indem wir einfach unseren Weg gehen und uns nicht beirren lassen. Das Wissen darum ist in uns. Wir können es abrufen, und wir bekommen Antworten, auf welche Weise auch immer. Wenn etwas richtig ist, werden wir es erkennen und keine Angst, wenn wir das richtige friedlich tun, wird es uns gegen alle Widerstände gelingen.

Hütet euch nur vor dem Gegner, der euch beeinflussen möchte. Er möchte euch dazu bringen, zu sein, wie er, d. h. über eure Mitmenschen zu bestimmen, mehr sein zu wollen als der andere. Wehrt euch dagegen, das zu tun und wehrt euch auch, wenn andere das euch antun wollen. Es ist die Zeit aufzustehen und die Wahrheit zu leben.

Eins ist sicher, im Geistigen hat die göttliche Liebe bereits gesiegt, wir tragen den Kampf auf der Erde noch aus, um auch hier zu dem friedlichen Ende zu kommen.

Lasst Euch nicht beirren, bleibt einfach standhaft in der Liebe.

Die Liebe kann man nicht aufhalten.

Christina von Dreien – Youtube

Voraufgang zur Ankunft des Herrn – Frieden – Teil 1

Wir alle sind Teil der göttlichen Liebe, und hier auf der Erde, um einander zu helfen und zu unterstützen bei der Aufgabe, die wir mit diesem Gang auf die Erde auf uns genommen haben. Dies ist, uns zu unserem eigentlichen Sein zurückzufinden, und das Unrecht, das geschehen ist, rückgängig zu machen.

Fast sieht es so aus, als würde eher das Gegenteil geschehen und die Menschen sich dem Gegner zuwenden, der genau dies auf jeden Fall verhindern möchte. Und so wie die einen versuchen, das Gute und die Liebe zu leben, so gibt es auf der anderen Seite Menschen, die ihre Mitmenschen, unterdrücken, ausnutzen und der Freiheit berauben.

Dies ist wider den Sinn des Lebens, des eigenen und des der anderen. Die Erde ist eine Lebensschule für die Menschen, in der sie sich in Freiheit entwickeln und zur ewigen Liebe zurückfinden können.

Wir nähern uns dem Ende dieser Zeit und die Auseinandersetzungen werden immer stärker. Es ist soweit, daß die Lebensgrundlage der Menschen zunehmend vernichtet wird und was dann? Es wird Verteilungskämpfe geben, Kampf um Wasser, Nahrung usw. Wer kann sich dem noch entziehen? Eine geistige Entwicklung in Freiheit ist dann nicht mehr möglich, deswegen wird diese Schreckenszeit zu einem Ende kommen und eine neue Zeit des Friedens beginnen.

niedergeschrieben durch Jakob Lorber am 6. April 1849

veröffentlicht in HIG.03 = Himmelsgaben Band 3 – Der große Advent und

Die Wiederkunft Christi ( in gestraffter Form)

[HiG.03_49.04.06,07] Sind aber nun allerunzweideutigstermaßen die vorhergeweissagten Erscheinungen eingetroffen, wer mag noch fernerhin zweifeln daran, daß nun nicht auch in der Bälde jener große Tag eintreffen werde, der eine abermalige größte, letzte und daher bleibende Ankunft Dessen mit sich bringen wird, von Dem die beiden Engel aus den Himmeln an der Stelle, an der Er hinauffuhr in Sein Reich, aussagten zu denen, die Ihm nachweinten: „Was weilet ihr nun traurig da und schauet Dem nach, der aufgefahren ist in Sein Reich? Seid getröstet und ziehet nach Hause; denn dieser Jesus, den ihr nun gesehen habet auffahren in die Himmel aller Himmel, wird einst so, wie Er nun aufgefahren ist, wieder herniederkommen und richten alle Geschlechter der Erde!

Wohl denen, die Er als gerecht finden wird; diese werden Seine Kinder und Er ihr Herr und Vater sein. Wehe hingegen aber allen, die in aller Ungerechtigkeit verharrt sind; wahrlich, ihre Verantwortung wird ihnen zum Mühlsteine am Halse werden!“ – –

[HiG.03_49.04.06,08] Was diese beiden Engel Gottes und was Ich als der Herr und Gott Selbst von der einstigen Wiederkunft Christi vorhergesagt habe, das ist nun zur Reife gekommen und wird geschehen in der Bälde; denn die Vorbereitungen sind nun schon beinahe alle ins Werk gesetzt worden. Der Menschen Herzen sehen nun aus wie diese Zeiten mit ihren grauenhaften Erscheinungen. Sie sind voll Herrschsucht, Geiz, Neid, Fraß, Völlerei und Hurerei, voll Hader, Zank, Schmähsucht, voll Raub, Krieg, Mord und Pestilenz jeglicher Art. Der Unfrieden und die Lieblosigkeit und vollste Unbarmherzigkeit hat sich ihrer bemächtigt, und dadurch ist nun auch solch eine Trübsal über die Erde gekommen, wie ihresgleichen ebendiese Erde noch nicht getragen, gefühlt und geschmeckt hat. Es ist daher nötig, daß dieser trübseligsten Zeit bald ein Ende gesetzt werde, da sonst noch jene, die bisher zu den Auserwählten gezählt wurden, Schiffbruch leiden könnten.

[HiG.03_49.04.06,09] Bevor aber Ich als der Herr und Schöpfer alles Lebens wiederkommen kann, muß der Erdboden von allem Unkraute gar fein gereiniget werden; und diese Reinigung geht soeben auf allen Punkten der Erde vor sich. – Wer nun an seiner Seele wissentlich krank ist und nicht trachtet, daß seine Seele gesund werde, der wird nicht lange machen, bis er zugrunde gehen wird!

[HiG.03_49.04.06,10] Die Zeit der Reinigung aber wird dauern kürzestens vier Wochen; denn es wird nun Stunden geben, in denen mehr geschehen wird als ehedem in einem Jahrhundert. – Ein längerer Termin ist gesetzt auf vier Monate; denn es wird nun Tage geben, von denen einer mehr bedeuten wird als ehedem ein volles Jahrhundert. – Noch ein weiterer Termin ist gesetzt auf vier Vierteljahre; denn es wird nun in einer Woche mehr geschehen als in der Vorzeit in einem vollsten Jahrhundert. – Und noch ein weitester Termin ist gesetzt auf vier Jahre und noch eine Kleinigkeit der Zeit hinzu; denn es werden nun Monde kommen, in denen mehr geschehen wird als in der Vorzeit in sieben Jahrhunderten!

[HiG.03_49.04.06,11] Diese Zeit aber ist nun wie ein Morgenrot zu jenem Tage, der da kommen wird entweder zum Heile für die Gerechten und für alle jene, die eines sanften und guten Herzens sind und liebhaben ihre Brüder und Schwestern in Meinem Namen; aber dieser Tag wird auch kommen wie ein Dieb über alle jene, die Meiner nicht achten und haben ein hartes und stolzes Herz und halten sich für besser und angesehener als ihre Brüder in was immer und wegen was immer.

[HiG.03_49.04.06,12] Wer aus euch in was und wegen was immer sich für besser hält als seinen Bruder, der wird an diesem kommenden Tage gar sehr zuschanden werden; denn von diesem Tage an soll aller äußere Unterschied aufhören, und in großen Ehren werden nur stehen, die nun um Meines Namens willen verachtet oder gewisserart nur mitleidig als ehrliche Menschen geduldet werden, aber so sie in irgendeiner Gesellschaft etwa auch etwas gelten wollten, da werden sie sogleich in ihre nichtssagenden Schranken zurückgewiesen. Solche Menschen werden aber an diesem Tage groß und glorreich hervorgehen, während die gegenwärtigen Honoratioren in was immer sehr klein werden bedacht werden. Meine Erwählten aber werden glänzen mehr als die Sonne am Mittage!

[HiG.03_49.04.06,13] Es zeigt aber ein natürliches Morgenrot keinen günstigen schönen Tag an, denn man sagt: Des Morgens Rot ist des Tages Not und des Abends Tod! – Aber also wird es beim geistigen Morgenrot nicht sein, wohl aber ganz umgekehrt; denn wie das natürliche Morgenrot alle Herzen erquickt, so wird dies geistige große Morgenrot alle Herzen mit großer Furcht und Bangigkeit erfüllen; denn es wird seine Farbe vom Blute und vom großen Brande der Welt, darunter zu verstehen sind die großen und kleinen Kriege, nehmen.

[HiG.03_49.04.06,14] Aber wie das natürliche Morgenrot ein ungünstiges Zeichen für den darauffolgenden Tag ist, so wird aber das an sich selbst schlimme geistige Morgenrot nur als ein sehr günstiger Vorläufer des kommenden großen Tages des Heils zu betrachten und zu nehmen sein.

[HiG.03_49.04.06,15] Dieses alles habe Ich so eingerichtet und lasse nun alles also geschehen, wie es geschieht. Wer aus euch aber will Mir in den Weg treten und sagen: Herr! Du bist ein grausamer Gott, hast eine Freude am Blute der vielen  Hingeschlachteten und handelst wie ein ewiger Tyrann?

[HiG.03_49.04.06,16] Zu dem sei es gesagt: Der Meister ist nicht da, daß Ihn da richteten Seine Werke; sondern Er wird sie richten recht und gerecht. – Ihr sollet daher auch nicht sagen: Siehe, dies Volk hat recht und jenes hat unrecht; und dieser oder jener Feldherr tut Fluchwürdiges oder seine Vorgänge sind gesegnet. – Also sollet ihr auch weder eine Freude noch eine Trauer haben, so ihr erfahret, daß diese oder jene Partei entweder gesiegt hat oder weidlichst geschlagen wurde. Überhaupt sollet ihr euch gar nicht viel kümmern, ob das, was nun geschieht, recht oder unrecht sei; denn Ich lasse alles das also geschehen, wie es geschieht, und Ich meine, daß Ich doch Herr genug dazu bin und bin weise genug und bin gut genug! –

[HiG.03_49.04.06,17] Wer aus euch aber nun anders denken und urteilen will, der muß daher aber auch mehr Herr sein wollen, als Ich es bin, und muß notwendig weiser und besser sein als Ich. So aber jemand das zu sein wähnt, wenn auch gerade nicht in seinen Gedanken, aber dennoch durch seine Reden und Taten, der bändige aber hernach auch die Elemente, zeichne den Sternen ihren Gang vor, gebiete den Winden, dem Meere und dem mächtigen Feuer im Inneren der Erde; er gebiete den Wolken und schaffe der Sonne und dem Monde, daß sie besser der Erde dienen, als wie es manchmal der Fall ist.

[HiG.03_49.04.06,18] Denn wer sich für hinreichend weise hält, den Bewegungen der freien Menschen sein Urteil anzupassen und mit einer gewissen hartnäckigen Bestimmtheit zu sagen: „Die Herrschaft Österreichs ist arg und böse, seine Kriege, Siege und Gesetze sind eine Schmach; Russland handelt unter aller Kritik; nur von Frankreich und Deutschland hängt das Heil der Völker ab“ – o zu dem sage Ich: Gut, gut! Weil du so weise bist und gar so gründlich alle Handlungen, Gesetze, Verfügungen, Verhältnisse und Bewegungen der verschiedenen Völker zu beurteilen imstande bist, was sogar für die weisesten Engel schwerer ist, als ein ganzes Sonnengebiet in der strengsten Ordnung zu erhalten, so solle so ein verständigster und weisester Richter über alle Völker denn sich auch an die Leitung der Sonne und des Mondes machen; er solle den lästigen Winter abschaffen und solle auch das Loch verstopfen, von wannen die kalten Winde herkommen.

[HiG.03_49.04.06,19] So ihm aber die Sonne im Sommer doch etwas zu warm werden sollte, da wird seine Weisheit ja doch auch imstande sein, ein Mittel zu finden, um der Sonne ihre zu große Hitze auszutreiben. – Ist ihm die zu starke Anhäufung des Polareises etwa zuwider, nun – so kann er ja das unterirdische Polarfeuer recht anfachen, und das wird schon seine alten auflösenden Dienste tun!

[HiG.03_49.04.06,20] Und wenn am Ende etwa doch Altersschwäche oder andere Krankheiten so affront sein sollten und beschleichen den Leib eines solchen Völkerweisen, nun, das wird für ihn etwa doch ein wahrer Spaß sein, sich augenblicklich wieder zu verjüngen und sein Fleisch unsterblich zu machen.

[HiG.03_49.04.06,21] Sollten aber solche weise Völkerrichter bei sich etwa doch verspüren, daß ihnen die Leitung und Besorgung des Universums unausführbar sein solle, was gegen die Leitung der freien Völker freilich wohl nur etwas ganz Leichtes wäre, da sollen sie dann aber auch ganz demütig in ihre sündige Haut zurückkriechen und sagen: Herr! Ich habe gar gewaltig gesündigt vor Dir; sei mir armem Sünder gnädig und barmherzig! – Da sollen sie dann aber auch wieder Gnade und Erbarmung finden, und es solle ihnen ein rechtes Licht gegeben werden, das sie auf der rechten Erkenntnis Tisch stellen sollen und auch stellen werden, bei welchem Lichte sie aber dann auch bald und leicht erkennen werden, ob ihre Urteile über die verschiedenen Völker recht oder unrecht waren.

[HiG.03_49.04.06,22] Ich sage euch: Menget euch in nichts und bleibet fein zu Hause, auf daß, so Ich in der Bälde kommen werde, Ich euch auch daheim antreffe, euch tröste, stärke und aufnehme in Mein neu zu gründendes Reich auf Erden und in allen Sternen! –

[HiG.03_49.04.06,23] Aber so Ich euch nicht daheim antreffen werde, so möget ihr es euch dann selbst zuschreiben, so ihr an dieser Meiner größten und letzten Ankunft entweder gar keinen oder nur einen sehr geringen Teil haben werdet.

[HiG.03_49.04.06,24] Ich sage euch: Ich allein bin der Herr der ganzen Unendlichkeit, und sonst gibt es ewig keinen! – Was ihr sehet, denket, wahrnehmet, empfindet und fühlet und noch endlos mehr, was vor euch verborgen ist, das alles ist allein Mein Werk.

[HiG.03_49.04.06,25] Bedenket – denn also spricht der Herr Jehova Zebaoth: Was könnet ihr Mir sagen, wenn Ich es mit denen halte, die ihr verachtet? – Was wollt ihr Mir sagen, so Ich eine Hure an Mein Herz drücke und eine betschwesterliche fromme Sitten- und Sündenrichterin von Mir weise? – Was wollt ihr Mir sagen, so Ich in der Zukunft bei lauter Zachäussen einkehren werde und werde allen sogenannten Gottesdienern den Rücken kehren? – Was werdet ihr Mir ferner sagen können, so Ich künftighin, wie es auch vorher war, eure wohlerzogenen Töchter von Meiner Türe weisen werde und werde dafür die gemeinsten Gassendirnen aufnehmen und sie zu Meinen Gesellschafterinnen machen?

[HiG.03_49.04.06,26] Ja wahrlich, Ich sage es aller Welt: Eine Martha, eine Magdalena, eine Ehebrecherin, ein samaritisches Weib und eine Hure, die sich zehntausendmal hat beschlafen lassen, wird Mir angenehmer sein als alle die fein und überaus sittlich erzogenen Töchter, die bloß deshalb keine Huren sind, weil das vor der Welt eine Schande wäre; denn was würde die Welt dazu sagen?! – Wenn die Welt so etwas erführe, da wäre es ja nur zu sicher um das erhoffte irdische Glück geschehen. – Oh, so es aber auf Mich ankäme und die Welt vor den Augen der Menschen kein gültiges Richteramt ausübte, dann wäret ihr mit euren Kindern bei weitem nicht so heikel als nun!

[HiG.03_49.04.06,27] Ich sage euch aber das nicht etwa darum, als hielte Ich dafür, daß es schlecht wäre, die Kinder fein und sittsam zu erziehen – o nein, das will Ich damit gar nicht gesagt haben; aber daß ihr eure Kinder viel mehr der Welt als Meinetwegen fein und sittlich erziehet und bringet ihnen dadurch eine bei weitem zu große Überschätzung ihres sogenannten besseren Menschenwertes bei, welche Überschätzung eine Grundwurzel allen Hochmutes ist, das ist vor Mir ein Greuel! – Und da muß Ich offen und klar gestehen, daß Mir eine von aller Welt verachtete und von allen Fleischsünden stinkende Hure bei weitem lieber und angenehmer ist, als eine ganze Million eurer allerfeinst und allersittlichst gebildeten Töchter und Söhne.

[HiG.03_49.04.06,28] Ich will damit aber auch nicht sagen, daß Mir die Hurerei etwa lieber sei, als ein tugendhafter reiner Lebenswandel; denn nichts Unreines kann in Mein Reich eingehen! Aber das sage Ich, daß, so mit der feinen und zarten Sitten und Religionsbildung zugleich ein die geringere Menschheit geringschätzender, ja manchmal sogar verachtender Hochmut in der engsten Verbindung steht, Mir jede bis zur letzten Zehenspitze herab verachtete und unter alle Kloaken hinab gedemütigte Hure um sehr vieles lieber und angenehmer ist, als eure vor der Welt hochansehnlichen Kinder. So wie Mir auch jener Hauptlump von einem Zöllner – der in den Tempel kam, allda sein schmähliches Leben nur zu sehr fühlte an geheiligter Stätte und darum bei sich gewisserart also sprach: „Nein, ich bin doch ein zu heilloser Lump für diesen geheiligten Ort! Gar nicht würdig bin ich, meine zu sündhaften Augen dort hinauf zu erheben, wo die Gerechten sich freuen vor dem Heiligtume Gottes; daher ist es auch billig, daß ich diesen Ort sogleich verlasse und ihn nicht entheilige!“ – lieber war, als jener mit sich überaus zufriedene Pharisäer, der Gott nicht genug loben und preisen konnte, weil Er ihn gar so rein und fehlerfrei gemacht habe.

Voraufgang zur Ankunft des Herrn – Hochmut – Teil 2

Hochmut war die Ursache für den Fall Sadhanas und Auslöser des ersten Krieges, der immer noch anhält. Und bis heute ist in fast allen Auseinandersetzungen die Hauptursache der Hochmut und so wird es sein, bis die Menschen begreifen, um was es geht und sich ändern.

Aber es gibt Hilfe beim Begreifen, Kriegsangst, Inflation, Not, Krankheiten, das Erkennen, daß auf der Erde in absehbarer Zeit kein menschliches Leben mehr möglich ist, bringt den Menschen dazu, nachzudenken. Das alles sollte Anlaß sein, das eigene Verhalten zu überprüfen und dann auch zu ändern. Wozu, weil es der einzige Weg ist, um aus der derzeitigen Situation gut herauszukommen.

Grundbedingung für das menschliche Leben ist die absolute innere Freiheit, d. h. es kann sich der einzelne Mensch zum Negativen oder zum Positiven entwickeln. Entwickelt er sich um Positiven, ändert sich seine Umwelt ins Positive mit, will er im Negativen verharren, nun ja, dann geht alles weiter ins Negative bis zum bitteren Ende.

Und was ist nun Hochmut? Es ist Anmaßung, Überheblichkeit, Arroganz. Sinnvoller ist die Frage, was ist das Gegenteil von Hochmut, es ist die Demut und die Bescheidenheit.

Zum besseren Verständnis gibt es dazu in der Originalschrift (Das große Morgenrot oder der Voraufgang zur Ankunft des Herrn – Teil 4) eine ganze Reihe an Beispielen und auch eine Beschreibung in der Kundgabe 7116 von Bertha Dudde .

Das große Morgenrot oder der Voraufgang zur Ankunft des Herrn

niedergeschrieben durch Jakob Lorber am 6. April 1849 veröffentlicht in HIG.03 = Himmelsgaben Band 3

[HiG.03_49.04.06,29] Ich sage es hier nun allen der vollsten Wahrheit gemäß, die allein jeden Menschen wahrhaft frei machen kann: Es gibt vor Mir im Grunde des Grundes nur so ganz eigentlich eine einzige Sünde, welche die Mutter aller anderen Sünden ist, und diese Sünde heißt: Hochmut!

[HiG.03_49.04.06,30] Aus dem Hochmute aber geht dann alles andere, was nur immer Sünde heißt, hervor – als da ist die Selbstsucht, Herrschlust, Eigenliebe, Neid, Geiz, Wucher, Betrug, Dieberei, Raub, Zorn, Mord, Trägheit zur rechten Arbeit, der süße Müßiggang auf Kosten der unhochmütigen Arbeiter, Hang zum Wohlleben und Großtun, Geilheit des Fleisches, Unzucht, Hurerei, Gottesvergessenheit und endlich wohl auch oft eine gänzliche Gottlosigkeit und mit dieser der vollste Ungehorsam gegen alle Gesetze, mögen sie göttlichen oder bloß politischen Ursprunges sein.

[HiG.03_49.04.06,31] Betrachtet jede dieser aufgezählten Hauptsünden für sich ganz analytisch, und ihr werdet am Grunde einer jeden den Hochmut ersehen. Wer dann aller seiner vermeintlichen tausend Sünden wie mit einem Schlage los sein will, der sehe allein darauf, daß er seines wie immer gearteten Hochmutes ledig werde, so wird er auch ledig sein aller seiner anderen Sünden. Denn viele Sünden sind ohne Hochmut gar nicht denkbar, und das darum, weil er der alleinige Grund dieser Sünden ist.

[HiG.03_49.04.06,32] Sünden aber, die ohne Hochmut begangen werden, sind keine Sünden, weil sie den Grund zur Sünde nicht in sich bergen. – –

[HiG.03_49.04.06,33] Es würde aber jemand sein, der sonst gerecht wäre und niemand zu ihm sagen könnte: Siehe, dieser und jener Sünden hast du dich schuldig gemacht, – aber er täte sich darauf viel zugute und achtete sich für viel besser als jene, die er als grobe Sünder erkennt. Wahrlich, da nützete ihm alle seine Gerechtigkeit nichts. Denn da er sich auf seine Gerechtigkeit und Unbescholtenheit etwas zugute täte, so wäre er schon vom Hochmute befangen und somit vor Mir schlechter als einer, der sein Leben lang – aber natürlich ohne allen Hochmut – in seinem Fleische gesündigt hätte, was an und für sich wohl auch eine starke Sünde ist, aber selbst mit dem geringsten Hochmute in gar keinem Vergleiche steht.

[HiG.03_49.04.06,34] Daher lasse sich aber nun auch ein jeder durch dieses Morgenrot ganz scharf durch und durch erleuchten und spüre ja sorgfältigst in seinen erleuchteten Lebenswinkeln und Kammern fleißig nach, ob er nicht irgendwo etwas antreffen möchte, was so mit dem Hochmute irgendeine Ähnlichkeit haben könnte. Trifft er so etwas in seinem Inneren an, so verabscheue er es augenblicklich und strebe alsbald mit allen Kräften danach, daß er seines noch so gering scheinenden Hochmutes loswerde, sonst wird dieser mit der Zeit zu wachsen anfangen wie eine Schmarotzerpflanze am sonst gesunden Aste eines Fruchtbaumes und den sonst edlen Menschen ebenso zugrunde richten geistig, wie die Schmarotzerpflanze den sonst ganz gesunden Baum.

[HiG.03_49.04.06,35] Der Hochmut, wie immer geartet er auch sein möchte und von wo immer er seinen Ursprung nehmen mag, ist für Seele und Geist eine allergiftigste Stickluft aus der Hölle, durch die in kurzer Zeit alles Leben zugrunde gehen muß. Daher noch einmal für tausendmal gesagt:

[HiG.03_49.04.06,36] Hütet euch vor allem nur vor dem Hochmute, wollt ihr vor Mir als gerecht und gerechtfertigt erscheinen – und wollt ihr am kommenden großen Tage euch Meiner sichtbaren Gegenwart erfreuen!

[HiG.03_49.04.06,37] Aber so nur ein Atom irgendeines Hochmutes in euch verbleibt, so werdet ihr von Mir zwar sagen hören, daß Ich auf der Erde zu Meinen Freunden gekommen bin; so ihr aber rufen werdet: „Herr! Herr! Komme auch zu uns!“ – da werde Ich dennoch nicht zu euch kommen, dieweil ihr nicht allem Hochmute entsagt habt.

[HiG.03_49.04.06,38] Wohl wisset ihr vieles, was Millionen nicht einmal zu ahnen vermögen; aber darum seid ihr nicht um ein Haar besser als jene, die von alldem keine Ahnung haben, was bei euch schon ein erfahrungsreiches Wissen, ja manchmal sogar ein förmliches Schauen geworden ist. – Aber so ihr mit eurem Wissen auch die rechte Demut vereiniget, dann wird euch freilich das tiefe Wissen im Bereiche des rein Geistigen von einem unberechenbar großen Nutzen sein.

[HiG.03_49.04.06,39] Auf daß sich aber ein jeder Mensch richten kann und erforschen sein ganzes Wesen, so will Ich zu dem Behufe eine sonderheitliche Anleitung geben, nach der man gar leicht wird ersehen können, an welche Eigenschaften sich der schändlichste Hochmut beim Menschen anklebt und allda fortwuchert. –

[HiG.03_49.04.06,40] Manche Menschen beiderlei Geschlechts haben gewisserart von Geburt an ein züchtigeres Fleisch und enthalten sich demnach auch um vieles leichter von all den sinnlichen Gelüsten des Fleisches. Diese Menschen triumphieren dann aber gewöhnlich nicht über sich selbst, sondern hauptsächlich über ihre Nebenmenschen, deren Natur nicht aus so keuschen Substantialspezifiken zusammengesetzt ist. – Diese also um vieles leichter keusch lebenden Menschen aber verachten dann gewöhnlich diejenigen, die es wirklich einen großen Kampf kostet, um sich der fleischlichen Werke zu enthalten. Ja, solche Menschen können oft beim besten Willen nicht das in die Ausführung bringen, was den andern ein leichtes ist.

[HiG.03_49.04.06,41] Wenn nun solche sich der fleischlichen Werke leicht enthaltenden Menschen über die in diesem Punkte Schwachen sich lustig machen, sie schmähen, oft verfluchen und ihnen die Hölle an den Hals schleudern, da sie sich natürlich für besser und unfehlbarer halten als ihre schwächeren Brüder und Schwestern, – da verfallen solche fleischlich ohne ihr besonderes Verdienst Reineren schon dem Hochmute und sind dadurch schon bei weitem größere Sünder in sich selbst als ihre schwachen Nebenmenschen. Denn jedes sich für Mehr-, Höher-, Besser- und Vorzüglicherhalten als seinen Nebenmenschen in was immer rührt schon vom Hochmute her und ist an sich vor Mir schon schlechter, als was ein Hochmütiger in was immer als schlecht bezeichnen möchte. Denn schon die geringste Art des Hochmutes ist bei weitem ärger, als jede andere Sünde für sich.

[HiG.03_49.04.06,42] Denn jede Sünde, einfach für sich genommen, ist nur wie das Fleisch eines Apfels oder einer Pflaume oder einer Birne, das an und für sich keiner Fortpflanzung und Vermehrung fähig ist. Aber der Hochmut ist das Samenkorn oder die fabelhafte Büchse der Pandora, aus dem wie aus dieser alle erdenklichen Übel erwachsen können und sich dann aber auch also vermehren wie das Gras auf dem Erdboden und der Sand im Meere. Denn wer von sich selbst in was immer eine zu gute Meinung hat, der verlangt, daß auch andere von ihm das meinen sollen. – –

[HiG.03_49.04.06,43] Nun aber setzen wir den Fall – der sich leider nur gar zu oft ergibt –, daß andere solch eine ihre eigenen Fähigkeiten überwiegende Vortrefflichkeit anerkennen und sehr beloben, so wird dann der vortreffliche A noch lobbegieriger. Er wendet bald alles an, um seine Vortrefflichkeit noch mehr zu heben. Es gelingt ihm, er wird ein Virtuose, will dann schon viel mehr Weihrauch. Man streut ihm Blumen und Kränze. Er fühlt sich als eine Art Gott, wird am Ende selbst von Bewunderung über sich, sozusagen, ganz hingerissen. Und wenn dann aber etwa doch jemand so keck wäre und sagte zu ihm: „Freund! Du überschätzest dich, es ist nicht soviel an dem, was du bist und leistest. Siehe, einige interessierte Lobhudler und Weihrauchstreuer haben dich mit ihrem ganz leeren Lobgequake trunken und verwirrt gemacht, und du warst so uneinsichtig und nahmst ein glänzendes wertloses Geflitter für bares gediegenes Gold an. Werde aber nun nüchtern und beschaue deine vermeinte außerordentliche Vortrefflichkeit mit klaren Augen, und du wirst finden, daß daran neun Zehntel rein zu verwerfen sind.“ – –

[HiG.03_49.04.06,44] Auf solch eine recht weise Belehrung wird dann der vortreffliche A erbost und wird dem recht weisen Belehrer auf eine Art übers Maul fahren, wie man zu sagen pflegt, daß sich dieser für alle Zeiten den Gusto wird vergehen lassen, ihm je wieder einmal mit einer weisen Belehrung zu kommen. – Und seht, so wuchert dann der Hochmut fort und verzehrt endlich alles Edle, was sonst der Geist vermöge seiner besseren und ausgezeichneteren Talente hätte zum Frommen vieler schwächer begabten Menschen zustande bringen können. – –

[HiG.03_49.04.06,45] Wenn jemand recht viel gelernt hat und hat seinen Verstand mit recht tüchtigen Wissenschaften ausgerüstet, so daß andere, ungelehrte Menschen im Fache des Wissens als bare Nullen gegen ihn sich verhalten, und wenn es nun einem Ungelehrten einfiele, dem Hochgelehrten gegenüber zu behaupten, daß er auch etwas verstehe und es sogar eine Schande wäre, so jemand, der etliche zwanzig Jahre nichts als studiert hat und sich mit Wissenschaften über Wissenschaften beschäftigte, nicht mehr verstünde als einer, der dazu weder Vermögen noch Gelegenheit hatte, – ja da wäre es aus beim Herrn Doktor! Der würde so einem naseweisen Lümmel ganz kurios begegnen und ihm zeigen, ob er das Recht habe, ihm gegenüber solch impertinente Bemerkungen zu machen.

[HiG.03_49.04.06,46] Seht, das ist schon wieder Hochmut, der aus dem Herrn Doktor statt des Segens nur einen Fluch für die arme Menschheit zieht. Wieviel Gutes könnte ein demütiger Gelehrter stiften, und wie gesegnet wären alle seine Arbeiten, die er mit Mir zum Frommen der armen Menschheit vollführte! Wie würde er wahrhaft geschätzt, geliebt und gesucht sein!

[HiG.03_49.04.06,47] Ja, je weniger er aus sich machte, desto mehr würden die anderen aus ihm machen. – Aber nein, der Hochmut als Eigendünkel der meisten Gelehrten versengt und verbrennt all das Edle und Gute, das aus ihnen hätte hervorgehen können, da er sie, je älter und größer er wird, für die arme und bedürftige Menschheit ganz unzugänglich macht.

[HiG.03_49.04.06,48] Desgleichen steht es auch mit den meisten Beamten, die  gewöhnlich auf ihre Amtswürde ein so großes Gewicht legen, daß sie die anderen, ihnen untergeordneten Menschen nicht selten für nahe weniger als nichts betrachten.

Diese nicht mit dem Amt, das etwas Nützliches ist, verbundene, sondern eigenmächtig geschaffene Amtserhabenheit des Beamten ist gleichfalls wieder nichts als ein barster Hochmut, der dem Amte nie einen Segen, sondern allezeit nur ganz notwendig den Fluch bereitet. – Wer kann da aufstehen und sagen, daß es nicht also sei?

[HiG.03_49.04.06,49] Der Priester, der ein Vorbild aller Demut sein sollte, bildet sich Himmel und Erde ein, hascht nach Gold und Silber, um sein vermeintes himmlisches Ansehen auf einen Glanz zu stellen, vor dem sogar die Sonne, so es möglich wäre, sich weidlichst schämen müßte.

[HiG.03_49.04.06,50] Ein Lehrer oder Professor der Jugend macht nicht selten förmliche Studien, wie er den jungen Würmern so recht handgreiflich zeigen könnte, was Außerordentliches da hinter ihm stecke. Es liegt ihm meistens weniger daran, daß seine Schüler von der Nützlichkeit seiner Stellung überzeugt werden möchten, als daß sie nur zittern vor ihm und seiner professorlichen Amtsautorität.

[HiG.03_49.04.06,51] Es ist allerdings wahr, daß bei manchen Kindern ein ziemlicher Ernst angewandt werden muß, um sie vom Nutzen und von der Notwendigkeit dessen, was sie lernen müssen, zu überzeugen und sie dadurch mit Liebe zu den zu erlernenden Gegenständen zu erfüllen. Aber es ist demgegenüber auch das sehr wahr, daß ein Lehrer, der seine Schüler mit der rechten uneigennützigen Liebe zu behandeln versteht, mit ihnen bei weitem mehr ausrichten wird als ein Ehren- und Ansehenschnapper.

HiG.03_49.04.06,52] Ich sage euch: Suchet, sei es in was immer, nie die Ehre der Welt; denn diese ist eine Pest für Seele und Geist, und ihre Folgen kommen früher oder später, die Erde verheerend, zum Vorschein.

Kundgabe 7118 vom 9. 5. 1958 durch Bertha Dudde

Demütiges Gebet …. Hochmut Anteil des Gegners

Traget Mir nur in aller Demut eure Anliegen vor, und ihr werdet sicher ein offenes Ohr bei Mir finden. Denn die Demut des Herzens hat zur Folge, daß der Mensch wie ein Kind zu seinem Vater spricht, daß sein Gebet keine Forderung, sondern eine Bitte ist, die Ich nur allzugern erfülle. Sowie der Mensch neben seinem irdischen Leben noch ein geistiges Leben führt, sowie also die Gedanken nicht ausschließlich der Welt zugewendet sind, sondern wenn sich der Mensch inmitten der Welt ständig seines himmlischen Vaters besinnt, wird er auch bald das rechte Verhältnis zu Ihm herstellen …. Er wird Mich als seinen Gott und Schöpfer erkennen und darum in aller Demut sich Mir nahen, aber doch immer zu Mir kommen, wenn ihn irdische oder geistige Sorgen bedrängen, weil er weiß, daß Ich allein Abhilfe schaffen kann. Und darum bittet er Mich in kindlichem Vertrauen, und er wird wahrlich keine Fehlbitte tun. Ein demütiger Mensch hat schon den Weg der Rückkehr zu Mir angetreten, denn was seine Seele von Mir getrennt hielt endlose Zeiten hindurch, war der Hochmut als Anteil Meines Gegners, dem sie einstens gefolgt ist zur Tiefe …. Jeder Mensch, der also noch einen Funken Hochmut in sich erkennen läßt, der steht auch noch unter der Gewalt Meines Gegners, und bevor er nicht diese Eigenschaft abgelegt hat, daß er sich überhebt Mir gegenüber, wird er auch nicht von Mir angenommen werden können, denn er richtet dadurch selbst die Schranke auf, und das rechte Kindesverhältnis dem Vater gegenüber wird er kaum herstellen, weil dazu Demut des Herzens erforderlich ist. Und solange der Mensch sich sträubt, Mir gegenüber in die Demut des Herzens zu gehen, so lange wird er auch nicht kindlich vertrauend zu Mir beten können, sein Gebet wird vielmehr ein Fordern sein, veranlaßt aus dem Gefühl eigener Machtlosigkeit, sich selbst helfen zu können …. Und ein solches Gebet ist nicht das rechte, es wird Mein Ohr nicht erreichen, weil die innige Bindung fehlt vom Kind zum Vater, das vertraute Verhältnis, das Mich gleichsam zwingt, das Kind zu bedenken seiner Bitte gemäß. Das Anerkennen eines Gottes und Schöpfers kann Ergebnis des Verstandesdenkens sein, das aber dennoch kein Beweis zu sein braucht, daß der Mensch die innere hochmütige Einstellung schon aufgegeben hat diesem von ihm erkannten „Gott und Schöpfer“ gegenüber. Wohingegen Ich als „Vater“ anerkannt werde, dort ist auch der Hochmut überwunden, es fühlt der Mensch seine Niedrigkeit Mir gegenüber, aber er kommt dennoch zu Mir, weil in einem demütigen Herzen auch die Liebe wohnt, die Mich also erkannt hat und Mir zudrängt. Und darum kann Ich auch ein solches Kind mit Meiner Gnade überschütten, die es aus Meinen Händen dankbar entgegennimmt und die ihm hilft, den Abstand von Mir stets zu verringern …. Es ist etwas Bedeutsames, wenn der Mensch seinen Hochmut abgelegt hat, wenn er selbst sich klein fühlt und dennoch von Mir besonders bedacht werden kann. Denn er ist nun in Wahrheit Mein Kind geworden, das auch bald jenen Lichtgrad erreichen kann, den er einstens besaß. Denn seine Gebete werden vorwiegend dem geistigen Wohl gelten, er wird sich wohl auch in irdischen Nöten vertrauensvoll an Mich wenden, doch sein geistiger Fortschritt ist ihm größere Sorge, und nie wird er aufhören, um Hilfe zu bitten, daß er sein Ziel erreiche auf Erden. Es kann aber ein solches Gebet nur ein wahrhaft demütiger Mensch zu Mir richten, weil dieser seine Schwächen und Mängel erkennt …. Doch ihr müsset auch unterscheiden zwischen innerlicher Demut oder nur nach außen herausgestellter Unterwürfigkeit, die vor Mir keinen Wert hat und euch auch keine Gnadenzufuhr eintragen kann …. Und es soll daher jeder Mensch sich selbst einer Kritik unterziehen, wie sein innerliches Denken und Empfinden ist. Und es wird nur von Segen für ihn sein, wenn er sich zu reinigen sucht von jedem überheblichen Gedanken, wenn er sich der Gewalt dessen zu entziehen sucht, dessen Überheblichkeit ihn einst zu Fall brachte ….

Amen

Voraufgang zur Ankunft des Herrn Reinigung – Kriege Teil 3

In dieser Niederschrift von Jakob Lorber werden die Tatsache der Wiederkunft, das notwenige Umdenken der Menschen und ihre Sünden und das Verhalten bei der vorhergehenden Reinigung (Kriege) beschrieben.

Die Niederschrift war am 6. April 1849 und ist natürlich in der Sprache und dem Wissen der damaligen Zeit gegeben. Es mag schwierig sein, das zu lesen und zu verstehen, aber es ist möglich, sich einzulesen, dauert vielleicht ein bißchen, es ist aus der Liebe gegeben zum Nachdenken.

Nachstehend einzelne Absätze aus der Niederschrift von Jakob Lorber, die Absatzbezeichnungen wurden erhalten, die komplette Niederschrift findet sich unter dem Titel „Das große Morgenrot oder der Voraufgang zur Ankunft des Herrn – Teil 4.

HiG.03_49.04.06,01 bedeutet Himmelsgaben Band 3 – 1849 April 06 (- 6. April 1849 – ) Absatz 1

[HiG.03_49.04.06,52] Ich sage euch: Suchet, sei es in was immer, nie die Ehre der Welt; denn diese ist eine Pest für Seele und Geist, und ihre Folgen kommen früher oder später, die Erde verheerend, zum Vorschein.

[HiG.03_49.04.06,53] Betrachtet die gegenwärtigen Kriege, in denen sich viele Tausende der Ehre wegen müssen totschlagen lassen. Wenn Herrscher, Heerführer und ihre was immer für Namen habenden Völker anstatt des Hochmutes der lieben himmlischen Demut dienten, – würden oder könnten die Völker je zu solch einer gegenseitigen Wut entflammt werden? – Wahrlich, bei demütigen Völkern wäre ein Krieg eine allerpurste Unmöglichkeit!

[HiG.03_49.04.06,56] Ah, etwas ganz anderes ist es, so irgend ein äußerer habsüchtiger oder mutwilliger Feind in ein friedliches, von lauter demütigen und untereinander sehr verträglichen Menschen bewohntes Land oder Reich einfiele, um allda eine Beute zu machen. Da hätten freilich wohl die Bewohner solch eines Landes oder Reiches das Recht, einen solchen schändlichen Feind mit allem Ernste zu empfangen und ihn auf das empfindlichste zu züchtigen, bei welcher Gelegenheit Ich als der Herr Himmels und der Erde Mich dann aber auch sogleich an die Spitze stellen möchte; und der arge Feind würde da nur zu geschwind erfahren, welches Lohnes seine Handlung wert war. – Schwerlich dürfte er je wieder den Mut fassen, ein solches Land heimzusuchen. – –

[HiG.03_49.04.06,63] Der Herr spricht: Nein, das war nicht mehr möglich! Der Hochmut der Völker hat alles Maß überschritten, bis in den höchsten Himmel stieg schon der Dampf der Hölle! Die Erde selbst bat Mich, daß Ich die arge Brut des Satans doch endlich einmal ausmerzen solle. – Und sehet, die Zeit ist da; sie ist nun enthüllt vor euren Augen: ein Volk zieht wider das andere; und fraget ihr, warum? – so sage Ich es euch: Aus purem Hochmute!

[HiG.03_49.04.06,64] Denn von einer Not oder Notwendigkeit war da nirgends eine Spur; denn hätten die Menschen sich gedemütigt – natürlich alle ohne Ausnahme, wie es die Niniviten einst getan haben, so hätten alle an allem zur Übergenüge. Aber weil sie alle der Hochmut aufgetrieben hat, wie einst zu Jerusalem das verfluchte Wasser diejenigen, die es zur Probe ihrer Schuld oder Unschuld trinken mußten und dabei aber schuldig waren, – so ist es denn aber nun ja auch wohl ganz naturmäßig gerecht, daß sie nun alle an dem Pestwasser ihres Hochmutes zugrunde gehen!

[HiG.03_49.04.06,65] Denn Ich sage es euch: Die Zeiten sind aus, wo das Schwert zwischen Ehre und Schande, wie zwischen Tugend und Untugend den Schiedsrichter machte; denn das Schwert war nie eine Waffe der Demut, sondern allezeit nur der Ehre und des Ansehens, wie leider auch nur zu oft einer tyrannischen Herrschaft.

[HiG.03_49.04.06,66] Aber forthin solle es nicht mehr also sein! In der Zukunft wird nur die Demut mit den Waffen der Liebe die Völker beherrschen, d.h. freilich jene Völker nur, die für diese Waffe aus den Himmeln für würdig befunden werden. Die Unwürdigen aber werden in dieser Zeit schon ohnehin den Lohn erhalten, den sie sich schon lange verdient haben. Ich werde zwar wohl noch immer dem besseren und gerechteren Teile den Sieg zuteil werden lassen; aber so er darauf erbost und hochmütig wird, dann wehe auch ihm!

[HiG.03_49.04.06,67] Denn von nun an soll niemand mehr geschont werden, der nur einen Funken Hochmutes als Triebfeder seiner Handlungen in sich besitzt. – Jede Handlung, wobei nur irgend etwas von einem Ehrgeiz sich verspüren läßt, soll ohne allen Segen fortan verbleiben. Jede Handlung aber, die bloß der Nützlichkeit wegen begangen wird mit demütigem Gemüte, soll von Mir über und über gesegnet werden.

[HiG.03_49.04.06,68] Von nun an muß eine andere Ordnung unter den Menschen eingeführt werden. Die sich aber diese Ordnung nicht werden von ganzem Herzen gefallen lassen und werden dabei noch immer alte verrostete Bedenklichkeiten in sich auftauchen lassen, denen sollen die bittersten Folgen ehestens die genügendste Kunde verschaffen, ob sie dadurch für oder wider Meine Ordnung waren.

[HiG.03_49.04.06,69] Man sagt nun häufig: Ich möchte dies und jenes wohl tun, denn ich machte mir nichts daraus; aber was würde die Welt dazu sagen? Dieser würde sich vor Galle umkehren, jener ein Zetergeschrei anfangen, und so würde mein guter Hausname darunter einen großen Schaden leiden.

[HiG.03_49.04.06,70] Ich als der Herr Himmels und der Erde sage dir nichts als das: Alles, was Welt heißt, das ist Hölle!

[HiG.03_49.04.06,104] Aber das sage Ich euch nun auch, daß vor Meiner Ankunft auf dieser Erde noch sehr viel Unkraut und dürres Gras und allerlei untaugliches und unfruchtbares Gestrüpp wird mit der größten Gerichtsschärfe vertilgt werden; denn wo zwei sind, wird schier einer angenommen und der andere ausgeschieden werden – also eine gewaltige Sichtung bis über die Hälfte!

[HiG.03_49.04.06,105] Noch einmal aber warne Ich euch gar ernstlich, daß ihr Mir in dieser Zeit ja nicht weder links noch rechts Parteigänger macht! Denn wer zum Kampfe gerufen wird, der kämpfe dort, wo er gerufen ist, nicht auf eigene Faust etwa gar verräterisch, sondern auf die Faust dessen getreu, der ihn in den Kampf gerufen, – aber wer da siegen solle, und wer da siegen wird, das steht allein in Meiner Hand!

[HiG.03_49.04.06,106] Niemand aus euch sage: Dieser kämpft mit Recht und jener mit Unrecht, also verräterisch an jenem, der nach eurem Urteile das Recht haben soll, sondern eure Sache sei, zu beten für Freund und Feind; was darüber ist, ist Sünde!

Denn durch solche Parteigängerei zieht ihr den Hochmut derjenigen Partei, die nach eurem Wunsche siegen solle, in euch und wünschet dann aus diesem Hochmute dem Widerpart den vollen Untergang. – Fraget aber dabei euer Herz, ob die, welche untergehen sollen, nicht ebensogut eure Brüder sind wie jene, denen ihr den Sieg wünscht?

[HiG.03_49.04.06,107] Wie verträgt sich aber solch ein Wunsch, der voll geheimer Rachgier und Schadenfreude ist, mit Meinem Worte, da Ich Selbst alle Menschen doch ausdrücklichst lehrte, für die zu beten, die euch hassen, die zu segnen, die euch fluchen, und denen Gutes zu tun, die euch Übles wollen?

[HiG.03_49.04.06,108] Daher noch einmal gesagt: Laßt sie kämpfen, die da kämpfen! Betet für alle und habt nie Freude weder an der einen noch an der anderen Niederlage, so werdet ihr Meinen Engeln im Himmel gleichen, die ihr Antlitz verhüllen, so ihre Brüder auf der Erde sich erwürgen; denn die Gefallenen sind ja doch ebensogut eure Brüder wie die Sieger, welcher Partei sie auch immer angehören mögen.

[HiG.03_49.04.06,109] Das merket euch aber: Dies Morgenrot vor Meiner Ankunft wird noch viel röter werden, als es jetzt ist; und es wird sich erst am Ende alles Würgens zeigen, daß weder die eine noch die andere Partei der nun Kämpfenden einen eigentlichen Sieg erkämpfen wird, – denn der rechte Sieger wird erst kommen! – –

[HiG.03_49.04.06,110] Denn wo nun der Hochmut kämpft, da wird dann die Demut zu kämpfen anfangen, und ihrem Schwerte wird kein Wüterich entrinnen und kein Richter, der sein Ansehen mit dem Blute harmloser Gefangener auf den größten Glanz herzustellen bemüht war. – Wer auf dem Felde kämpft mit Gegenkämpfern, dem solle das Blut der Gefallenen nicht angerechnet werden; aber verflucht sei der, welcher waffenlose Gefangene tötet, und dreimal verflucht die Kindermörder! Ihr Los soll ein erschreckliches sein!

Das große Morgenrot oder der Voraufgang zur Ankunft des Herrn – Teil 4

niedergeschrieben durch Jakob Lorber am 6. April 1849 – komplettes Kapitel

veröffentlicht in HIG.03 = Himmelsgaben Band 3 – Der große Advent und

Die Wiederkunft Christi ( in gestraffter Form)

[HiG.03_49.04.06,01] Wer ein Licht hat, der stelle es nicht unter einen verhängten Tisch, allwo es vergeblich leuchtet, da sein Schein nur kaum die Fußspitzen einiger weniger und müßiger Tischlagerer spärlich erleuchtet, was zu gar nichts taugt, indem dabei doch das ganze Gemach finster ist und die am Tische lagern nicht sehen, was auf dem Tische ist oder was sie sonst umgibt; – sondern ein jeder nur mit einigem Lichte Begabte stelle sein Lämpchen auf den Tisch und lasse es brennen und erleuchten den Tisch und das Gemach. Und so auf die Art recht viele Lichtlein am Tische brennen und leuchten, so wird es hell im Gemache und sehr hell am Tische, also, daß sich darob jeder eintretende Gast verwundern wird und wird sagen: „Ei, wie ist’s da doch so hell und wie wohl tut uns, die wir eine lange Nacht hindurch gewandelt haben, diese Helle nun! Ja, sie kommt uns vor als wie ein Morgenrot.“

[HiG.03_49.04.06,02] Da also das Licht so sehr erquicket das Leben und dasselbe wahrhaft erweckt, sogar auf eine künstliche Art erzeugt, das heißt auf dem Wege der reineren Vernunft und des geläuterten Verstandes, wie sehr nötig ist es daher, daß in dieser Zeit ein jeder, der nur irgendein gutes und brauchbares Lämpchen besitzt, dasselbe nun hervorholt, es wohl reinigt, es reichlich mit Öl versieht und dann anzündet, auf den Tisch der reineren Erkenntnis stellt und allda leuchten läßt allen, die an diesem Tische lagern, und auch den Nebengästen, die sich nur immer in diesem Gemache befinden.

[HiG.03_49.04.06,03] Der Gang dieser Zeiten zeigt allerklärlichst an, woran es nun am meisten gebricht, nämlich an Licht. Was nützt es da von der Liebe predigen, was von der Haltung der Gottesgebote, so diejenigen, denen gepredigt wird, sich in aller Finsternis befinden und dem Prediger ins Gesicht sagen: Was redest du von dem, was du ebensowenig je gesehen und empfunden hast als wir? Was würdest du wohl zu uns sagen, so wir dir vom Lichte und von den wohlerleuchteten Dingen vorpredigen möchten und verlangen von dir, daß du uns den vollsten Glauben beimessen sollest in allem, was wir dir nur immer vorsagen wollten, da wir doch samt dir niemals ein Licht und ebensowenig erleuchtete Gegenstände gesehen haben?

[HiG.03_49.04.06,04] Siehe, du würdest uns das gleiche entgegnen und am Ende sagen: Was plappert ihr Jünger der Nacht daher und wollt mir Dinge glauben machen, die ihr nie gesehen und gefühlt habt? Schaffet daher eher ein Licht auf den Tisch und betrachtet es und gebet alles genau an, was ihr sehet und bemerket, so werde ich es euch leicht glauben können; denn eurer Lampen Schein wird auch erhellen mein Kämmerlein. – Siehe, ebenalso zünde du zuvor selbst ein Licht an, bevor du predigest, alsdann werden auch wir glauben, daß das wahr ist, was du uns nun in der vollsten Nacht glauben machen willst.

[HiG.03_49.04.06,05] Daher sei hier nicht nur allen, die eines besseren Willens sind und der Lehre vom wahren Leben bedürfen, sondern auch allen Lehrern gesagt, daß sie alle ihre Lämpchen nun reinigen sollen und sie versehen reichlich mit gutem Öle; und so die Lämpchen mit Öl reichlich versehen sind, daß sie dann auch sogleich angezündet werden und gestellt auf den gastlichen Tisch der rechten Einsicht und Erkenntnis. Denn der Tag ist herangerückt, an dem die letzte große Verheißung in die Erfüllung gehen wird!

[HiG.03_49.04.06,06] Es steht geschrieben von dieser Zeit, wie sie beschaffen sein wird, und sehet, die vorhergesagten Erscheinungen sind nun da im Vollmaße; wer kann sie verkennen?

 [HiG.03_49.04.06,07] Sind aber nun allerunzweideutigstermaßen die vorhergeweissagten Erscheinungen eingetroffen, wer mag noch fernerhin zweifeln daran, daß nun nicht auch in der Bälde jener große Tag eintreffen werde, der eine abermalige größte, letzte und daher bleibende Ankunft Dessen mit sich bringen wird, von Dem die beiden Engel aus den Himmeln an der Stelle, an der Er hinauffuhr in Sein Reich, aussagten zu denen, die Ihm nachweinten: „Was weilet ihr nun traurig da und schauet Dem nach, der aufgefahren ist in Sein Reich? Seid getröstet und ziehet nach Hause; denn dieser Jesus, den ihr nun gesehen habet auffahren in die Himmel aller Himmel, wird einst so, wie Er nun aufgefahren ist, wieder herniederkommen und richten alle Geschlechter der Erde! Wohl denen, die Er als gerecht finden wird; diese werden Seine Kinder und Er ihr Herr und Vater sein. Wehe hingegen aber allen, die in aller Ungerechtigkeit verharrt sind; wahrlich, ihre Verantwortung wird ihnen zum Mühlsteine am Halse werden!“ – –

[HiG.03_49.04.06,08] Was diese beiden Engel Gottes und was Ich als der Herr und Gott Selbst von der einstigen Wiederkunft Christi vorhergesagt habe, das ist nun zur Reife gekommen und wird geschehen in der Bälde; denn die Vorbereitungen sind nun schon beinahe alle ins Werk gesetzt worden. Der Menschen Herzen sehen nun aus wie diese Zeiten mit ihren grauenhaften Erscheinungen. Sie sind voll Herrschsucht, Geiz, Neid, Fraß, Völlerei und Hurerei, voll Hader, Zank, Schmähsucht, voll Raub, Krieg, Mord und Pestilenz jeglicher Art. Der Unfrieden und die Lieblosigkeit und vollste Unbarmherzigkeit hat sich ihrer bemächtigt, und dadurch ist nun auch solch eine Trübsal über die Erde gekommen, wie ihresgleichen ebendiese Erde noch nicht getragen, gefühlt und geschmeckt hat. Es ist daher nötig, daß dieser trübseligsten Zeit bald ein Ende gesetzt werde, da sonst noch jene, die bisher zu den Auserwählten gezählt wurden, Schiffbruch leiden könnten.

[HiG.03_49.04.06,09] Bevor aber Ich als der Herr und Schöpfer alles Lebens wiederkommen kann, muß der Erdboden von allem Unkraute gar fein gereiniget werden; und diese Reinigung geht soeben auf allen Punkten der Erde vor sich. – Wer nun an seiner Seele wissentlich krank ist und nicht trachtet, daß seine Seele gesund werde, der wird nicht lange machen, bis er zugrunde gehen wird!

[HiG.03_49.04.06,10] Die Zeit der Reinigung aber wird dauern kürzestens vier Wochen; denn es wird nun Stunden geben, in denen mehr geschehen wird als ehedem in einem Jahrhundert. – Ein längerer Termin ist gesetzt auf vier Monate; denn es wird nun Tage geben, von denen einer mehr bedeuten wird als ehedem ein volles Jahrhundert. – Noch ein weiterer Termin ist gesetzt auf vier Vierteljahre; denn es wird nun in einer Woche mehr geschehen als in der Vorzeit in einem vollsten Jahrhundert. – Und noch ein weitester Termin ist gesetzt auf vier Jahre und noch eine Kleinigkeit der Zeit hinzu; denn es werden nun Monde kommen, in denen mehr geschehen wird als in der Vorzeit in sieben Jahrhunderten!

[HiG.03_49.04.06,11] Diese Zeit aber ist nun wie ein Morgenrot zu jenem Tage, der da kommen wird entweder zum Heile für die Gerechten und für alle jene, die eines sanften und guten Herzens sind und liebhaben ihre Brüder und Schwestern in Meinem Namen; aber dieser Tag wird auch kommen wie ein Dieb über alle jene, die Meiner nicht achten und haben ein hartes und stolzes Herz und halten sich für besser und angesehener als ihre Brüder in was immer und wegen was immer.

[HiG.03_49.04.06,12] Wer aus euch in was und wegen was immer sich für besser hält als seinen Bruder, der wird an diesem kommenden Tage gar sehr zuschanden werden; denn von diesem Tage an soll aller äußere Unterschied aufhören, und in großen Ehren werden nur stehen, die nun um Meines Namens willen verachtet oder gewisserart nur mitleidig als ehrliche Menschen geduldet werden, aber so sie in irgendeiner Gesellschaft etwa auch etwas gelten wollten, da werden sie sogleich in ihre nichtssagenden Schranken zurückgewiesen. Solche Menschen werden aber an diesem Tage groß und glorreich hervorgehen, während die gegenwärtigen Honoratioren in was immer sehr klein werden bedacht werden. Meine Erwählten aber werden glänzen mehr als die Sonne am Mittage!

[HiG.03_49.04.06,13] Es zeigt aber ein natürliches Morgenrot keinen günstigen schönen Tag an, denn man sagt: Des Morgens Rot ist des Tages Not und des Abends Tod! – Aber also wird es beim geistigen Morgenrot nicht sein, wohl aber ganz umgekehrt; denn wie das natürliche Morgenrot alle Herzen erquickt, so wird dies geistige große Morgenrot alle Herzen mit großer Furcht und Bangigkeit erfüllen; denn es wird seine Farbe vom Blute und vom großen Brande der Welt, darunter zu verstehen sind die großen und kleinen Kriege, nehmen.

[HiG.03_49.04.06,14] Aber wie das natürliche Morgenrot ein ungünstiges Zeichen für den darauffolgenden Tag ist, so wird aber das an sich selbst schlimme geistige Morgenrot nur als ein sehr günstiger Vorläufer des kommenden großen Tages des Heils zu betrachten und zu nehmen sein.

[HiG.03_49.04.06,15] Dieses alles habe Ich so eingerichtet und lasse nun alles also geschehen, wie es geschieht. Wer aus euch aber will Mir in den Weg treten und sagen: Herr! Du bist ein grausamer Gott, hast eine Freude am Blute der vielen  Hingeschlachteten und handelst wie ein ewiger Tyrann?

[HiG.03_49.04.06,16] Zu dem sei es gesagt: Der Meister ist nicht da, daß Ihn da richteten Seine Werke; sondern Er wird sie richten recht und gerecht. – Ihr sollet daher auch nicht sagen: Siehe, dies Volk hat recht und jenes hat unrecht; und dieser oder jener Feldherr tut Fluchwürdiges oder seine Vorgänge sind gesegnet. – Also sollet ihr auch weder eine Freude noch eine Trauer haben, so ihr erfahret, daß diese oder jene Partei entweder gesiegt hat oder weidlichst geschlagen wurde. Überhaupt sollet ihr euch gar nicht viel kümmern, ob das, was nun geschieht, recht oder unrecht sei; denn Ich lasse alles das also geschehen, wie es geschieht, und Ich meine, daß Ich doch Herr genug dazu bin und bin weise genug und bin gut genug! –

[HiG.03_49.04.06,17] Wer aus euch aber nun anders denken und urteilen will, der muß daher aber auch mehr Herr sein wollen, als Ich es bin, und muß notwendig weiser und besser sein als Ich. So aber jemand das zu sein wähnt, wenn auch gerade nicht in seinen Gedanken, aber dennoch durch seine Reden und Taten, der bändige aber hernach auch die Elemente, zeichne den Sternen ihren Gang vor, gebiete den Winden, dem Meere und dem mächtigen Feuer im Inneren der Erde; er gebiete den Wolken und schaffe der Sonne und dem Monde, daß sie besser der Erde dienen, als wie es manchmal der Fall ist.

[HiG.03_49.04.06,18] Denn wer sich für hinreichend weise hält, den Bewegungen der freien Menschen sein Urteil anzupassen und mit einer gewissen hartnäckigen Bestimmtheit zu sagen: „Die Herrschaft Österreichs ist arg und böse, seine Kriege, Siege und Gesetze sind eine Schmach; Russland handelt unter aller Kritik; nur von Frankreich und Deutschland hängt das Heil der Völker ab“ – o zu dem sage Ich: Gut, gut! Weil du so weise bist und gar so gründlich alle Handlungen, Gesetze, Verfügungen, Verhältnisse und Bewegungen der verschiedenen Völker zu beurteilen imstande bist, was sogar für die weisesten Engel schwerer ist, als ein ganzes Sonnengebiet in der strengsten Ordnung zu erhalten, so solle so ein verständigster und weisester Richter über alle Völker denn sich auch an die Leitung der Sonne und des Mondes machen; er solle den lästigen Winter abschaffen und solle auch das Loch verstopfen, von wannen die kalten Winde herkommen.

[HiG.03_49.04.06,19] So ihm aber die Sonne im Sommer doch etwas zu warm werden sollte, da wird seine Weisheit ja doch auch imstande sein, ein Mittel zu finden, um der Sonne ihre zu große Hitze auszutreiben. – Ist ihm die zu starke Anhäufung des Polareises etwa zuwider, nun – so kann er ja das unterirdische Polarfeuer recht anfachen, und das wird schon seine alten auflösenden Dienste tun!

[HiG.03_49.04.06,20] Und wenn am Ende etwa doch Altersschwäche oder andere Krankheiten so affront sein sollten und beschleichen den Leib eines solchen Völkerweisen, nun, das wird für ihn etwa doch ein wahrer Spaß sein, sich augenblicklich wieder zu verjüngen und sein Fleisch unsterblich zu machen.

[HiG.03_49.04.06,21] Sollten aber solche weise Völkerrichter bei sich etwa doch verspüren, daß ihnen die Leitung und Besorgung des Universums unausführbar sein solle, was gegen die Leitung der freien Völker freilich wohl nur etwas ganz Leichtes wäre, da sollen sie dann aber auch ganz demütig in ihre sündige Haut zurückkriechen und sagen: Herr! Ich habe gar gewaltig gesündigt vor Dir; sei mir armem Sünder gnädig und barmherzig! – Da sollen sie dann aber auch wieder Gnade und Erbarmung finden, und es solle ihnen ein rechtes Licht gegeben werden, das sie auf der rechten Erkenntnis Tisch stellen sollen und auch stellen werden, bei welchem Lichte sie aber dann auch bald und leicht erkennen werden, ob ihre Urteile über die verschiedenen Völker recht oder unrecht waren.

[HiG.03_49.04.06,22] Ich sage euch: Menget euch in nichts und bleibet fein zu Hause, auf daß, so Ich in der Bälde kommen werde, Ich euch auch daheim antreffe, euch tröste, stärke und aufnehme in Mein neu zu gründendes Reich auf Erden und in allen Sternen! –

[HiG.03_49.04.06,23] Aber so Ich euch nicht daheim antreffen werde, so möget ihr es euch dann selbst zuschreiben, so ihr an dieser Meiner größten und letzten Ankunft entweder gar keinen oder nur einen sehr geringen Teil haben werdet.

[HiG.03_49.04.06,24] Ich sage euch: Ich allein bin der Herr der ganzen Unendlichkeit, und sonst gibt es ewig keinen! – Was ihr sehet, denket, wahrnehmet, empfindet und fühlet und noch endlos mehr, was vor euch verborgen ist, das alles ist allein Mein Werk.

[HiG.03_49.04.06,25] Bedenket – denn also spricht der Herr Jehova Zebaoth: Was könnet ihr Mir sagen, wenn Ich es mit denen halte, die ihr verachtet? – Was wollt ihr Mir sagen, so Ich eine Hure an Mein Herz drücke und eine betschwesterliche fromme Sitten- und Sündenrichterin von Mir weise? – Was wollt ihr Mir sagen, so Ich in der Zukunft bei lauter Zachäussen einkehren werde und werde allen sogenannten Gottesdienern den Rücken kehren? – Was werdet ihr Mir ferner sagen können, so Ich künftighin, wie es auch vorher war, eure wohlerzogenen Töchter von Meiner Türe weisen werde und werde dafür die gemeinsten Gassendirnen aufnehmen und sie zu Meinen Gesellschafterinnen machen?

[HiG.03_49.04.06,26] Ja wahrlich, Ich sage es aller Welt: Eine Martha, eine Magdalena, eine Ehebrecherin, ein samaritisches Weib und eine Hure, die sich zehntausendmal hat beschlafen lassen, wird Mir angenehmer sein als alle die fein und überaus sittlich erzogenen Töchter, die bloß deshalb keine Huren sind, weil das vor der Welt eine Schande wäre; denn was würde die Welt dazu sagen?! – Wenn die Welt so etwas erführe, da wäre es ja nur zu sicher um das erhoffte irdische Glück geschehen. – Oh, so es aber auf Mich ankäme und die Welt vor den Augen der Menschen kein gültiges Richteramt ausübte, dann wäret ihr mit euren Kindern bei weitem nicht so heikel als nun!

[HiG.03_49.04.06,27] Ich sage euch aber das nicht etwa darum, als hielte Ich dafür, daß es schlecht wäre, die Kinder fein und sittsam zu erziehen – o nein, das will Ich damit gar nicht gesagt haben; aber daß ihr eure Kinder viel mehr der Welt als Meinetwegen fein und sittlich erziehet und bringet ihnen dadurch eine bei weitem zu große Überschätzung ihres sogenannten besseren Menschenwertes bei, welche Überschätzung eine Grundwurzel allen Hochmutes ist, das ist vor Mir ein Greuel! – Und da muß Ich offen und klar gestehen, daß Mir eine von aller Welt verachtete und von allen Fleischsünden stinkende Hure bei weitem lieber und angenehmer ist, als eine ganze Million eurer allerfeinst und allersittlichst gebildeten Töchter und Söhne.

[HiG.03_49.04.06,28] Ich will damit aber auch nicht sagen, daß Mir die Hurerei etwa lieber sei, als ein tugendhafter reiner Lebenswandel; denn nichts Unreines kann in Mein Reich eingehen! Aber das sage Ich, daß, so mit der feinen und zarten Sitten und Religionsbildung zugleich ein die geringere Menschheit geringschätzender, ja manchmal sogar verachtender Hochmut in der engsten Verbindung steht, Mir jede bis zur letzten Zehenspitze herab verachtete und unter alle Kloaken hinab gedemütigte Hure um sehr vieles lieber und angenehmer ist, als eure vor der Welt hochansehnlichen Kinder. So wie Mir auch jener Hauptlump von einem Zöllner – der in den Tempel kam, allda sein schmähliches Leben nur zu sehr fühlte an geheiligter Stätte und darum bei sich gewisserart also sprach: „Nein, ich bin doch ein zu heilloser Lump für diesen geheiligten Ort! Gar nicht würdig bin ich, meine zu sündhaften Augen dort hinauf zu erheben, wo die Gerechten sich freuen vor dem Heiligtume Gottes; daher ist es auch billig, daß ich diesen Ort sogleich verlasse und ihn nicht entheilige!“ – lieber war, als jener mit sich überaus zufriedene Pharisäer, der Gott nicht genug loben und preisen konnte, weil Er ihn gar so rein und fehlerfrei gemacht habe.

[HiG.03_49.04.06,29] Ich sage es hier nun allen der vollsten Wahrheit gemäß, die allein jeden Menschen wahrhaft frei machen kann: Es gibt vor Mir im Grunde des Grundes nur so ganz eigentlich eine einzige Sünde, welche die Mutter aller anderen Sünden ist, und diese Sünde heißt: Hochmut!

[HiG.03_49.04.06,30] Aus dem Hochmute aber geht dann alles andere, was nur immer Sünde heißt, hervor – als da ist die Selbstsucht, Herrschlust, Eigenliebe, Neid, Geiz, Wucher, Betrug, Dieberei, Raub, Zorn, Mord, Trägheit zur rechten Arbeit, der süße Müßiggang auf Kosten der unhochmütigen Arbeiter, Hang zum Wohlleben und Großtun, Geilheit des Fleisches, Unzucht, Hurerei, Gottesvergessenheit und endlich wohl auch oft eine gänzliche Gottlosigkeit und mit dieser der vollste Ungehorsam gegen alle Gesetze, mögen sie göttlichen oder bloß politischen Ursprunges sein.

[HiG.03_49.04.06,31] Betrachtet jede dieser aufgezählten Hauptsünden für sich ganz analytisch, und ihr werdet am Grunde einer jeden den Hochmut ersehen. Wer dann aller seiner vermeintlichen tausend Sünden wie mit einem Schlage los sein will, der sehe allein darauf, daß er seines wie immer gearteten Hochmutes ledig werde, so wird er auch ledig sein aller seiner anderen Sünden. Denn viele Sünden sind ohne Hochmut gar nicht denkbar, und das darum, weil er der alleinige Grund dieser Sünden ist.

[HiG.03_49.04.06,32] Sünden aber, die ohne Hochmut begangen werden, sind keine Sünden, weil sie den Grund zur Sünde nicht in sich bergen. – –

[HiG.03_49.04.06,33] Es würde aber jemand sein, der sonst gerecht wäre und niemand zu ihm sagen könnte: Siehe, dieser und jener Sünden hast du dich schuldig gemacht, – aber er täte sich darauf viel zugute und achtete sich für viel besser als jene, die er als grobe Sünder erkennt. Wahrlich, da nützete ihm alle seine Gerechtigkeit nichts. Denn da er sich auf seine Gerechtigkeit und Unbescholtenheit etwas zugute täte, so wäre er schon vom Hochmute befangen und somit vor Mir schlechter als einer, der sein Leben lang – aber natürlich ohne allen Hochmut – in seinem Fleische gesündigt hätte, was an und für sich wohl auch eine starke Sünde ist, aber selbst mit dem geringsten Hochmute in gar keinem Vergleiche steht.

[HiG.03_49.04.06,34] Daher lasse sich aber nun auch ein jeder durch dieses Morgenrot ganz scharf durch und durch erleuchten und spüre ja sorgfältigst in seinen erleuchteten Lebenswinkeln und Kammern fleißig nach, ob er nicht irgendwo etwas antreffen möchte, was so mit dem Hochmute irgendeine Ähnlichkeit haben könnte. Trifft er so etwas in seinem Inneren an, so verabscheue er es augenblicklich und strebe alsbald mit allen Kräften danach, daß er seines noch so gering scheinenden Hochmutes loswerde, sonst wird dieser mit der Zeit zu wachsen anfangen wie eine Schmarotzerpflanze am sonst gesunden Aste eines Fruchtbaumes und den sonst edlen Menschen ebenso zugrunde richten geistig, wie die Schmarotzerpflanze den sonst ganz gesunden Baum.

[HiG.03_49.04.06,35] Der Hochmut, wie immer geartet er auch sein möchte und von wo immer er seinen Ursprung nehmen mag, ist für Seele und Geist eine allergiftigste Stickluft aus der Hölle, durch die in kurzer Zeit alles Leben zugrunde gehen muß. Daher noch einmal für tausendmal gesagt:

[HiG.03_49.04.06,36] Hütet euch vor allem nur vor dem Hochmute, wollt ihr vor Mir als gerecht und gerechtfertigt erscheinen – und wollt ihr am kommenden großen Tage euch Meiner sichtbaren Gegenwart erfreuen!

[HiG.03_49.04.06,37] Aber so nur ein Atom irgendeines Hochmutes in euch verbleibt, so werdet ihr von Mir zwar sagen hören, daß Ich auf der Erde zu Meinen Freunden gekommen bin; so ihr aber rufen werdet: „Herr! Herr! Komme auch zu uns!“ – da werde Ich dennoch nicht zu euch kommen, dieweil ihr nicht allem Hochmute entsagt habt.

[HiG.03_49.04.06,38] Wohl wisset ihr vieles, was Millionen nicht einmal zu ahnen vermögen; aber darum seid ihr nicht um ein Haar besser als jene, die von alldem keine Ahnung haben, was bei euch schon ein erfahrungsreiches Wissen, ja manchmal sogar ein förmliches Schauen geworden ist. – Aber so ihr mit eurem Wissen auch die rechte Demut vereiniget, dann wird euch freilich das tiefe Wissen im Bereiche des rein Geistigen von einem unberechenbar großen Nutzen sein.

[HiG.03_49.04.06,39] Auf daß sich aber ein jeder Mensch richten kann und erforschen sein ganzes Wesen, so will Ich zu dem Behufe eine sonderheitliche Anleitung geben, nach der man gar leicht wird ersehen können, an welche Eigenschaften sich der schändlichste Hochmut beim Menschen anklebt und allda fortwuchert. –

[HiG.03_49.04.06,40] Manche Menschen beiderlei Geschlechts haben gewisserart von Geburt an ein züchtigeres Fleisch und enthalten sich demnach auch um vieles leichter von all den sinnlichen Gelüsten des Fleisches. Diese Menschen triumphieren dann aber gewöhnlich nicht über sich selbst, sondern hauptsächlich über ihre Nebenmenschen, deren Natur nicht aus so keuschen Substantialspezifiken zusammengesetzt ist. – Diese also um vieles leichter keusch lebenden Menschen aber verachten dann gewöhnlich diejenigen, die es wirklich einen großen Kampf kostet, um sich der fleischlichen Werke zu enthalten. Ja, solche Menschen können oft beim besten Willen nicht das in die Ausführung bringen, was den andern ein leichtes ist.

[HiG.03_49.04.06,41] Wenn nun solche sich der fleischlichen Werke leicht enthaltenden Menschen über die in diesem Punkte Schwachen sich lustig machen, sie schmähen, oft verfluchen und ihnen die Hölle an den Hals schleudern, da sie sich natürlich für besser und unfehlbarer halten als ihre schwächeren Brüder und Schwestern, – da verfallen solche fleischlich ohne ihr besonderes Verdienst Reineren schon dem Hochmute und sind dadurch schon bei weitem größere Sünder in sich selbst als ihre schwachen Nebenmenschen. Denn jedes sich für Mehr-, Höher-, Besser- und Vorzüglicherhalten als seinen Nebenmenschen in was immer rührt schon vom Hochmute her und ist an sich vor Mir schon schlechter, als was ein Hochmütiger in was immer als schlecht bezeichnen möchte. Denn schon die geringste Art des Hochmutes ist bei weitem ärger, als jede andere Sünde für sich.

[HiG.03_49.04.06,42] Denn jede Sünde, einfach für sich genommen, ist nur wie das Fleisch eines Apfels oder einer Pflaume oder einer Birne, das an und für sich keiner Fortpflanzung und Vermehrung fähig ist. Aber der Hochmut ist das Samenkorn oder die fabelhafte Büchse der Pandora, aus dem wie aus dieser alle erdenklichen Übel erwachsen können und sich dann aber auch also vermehren wie das Gras auf dem Erdboden und der Sand im Meere. Denn wer von sich selbst in was immer eine zu gute Meinung hat, der verlangt, daß auch andere von ihm das meinen sollen. – –

[HiG.03_49.04.06,43] Nun aber setzen wir den Fall – der sich leider nur gar zu oft ergibt –, daß andere solch eine ihre eigenen Fähigkeiten überwiegende Vortrefflichkeit anerkennen und sehr beloben, so wird dann der vortreffliche A noch lobbegieriger. Er wendet bald alles an, um seine Vortrefflichkeit noch mehr zu heben. Es gelingt ihm, er wird ein Virtuose, will dann schon viel mehr Weihrauch. Man streut ihm Blumen und Kränze. Er fühlt sich als eine Art Gott, wird am Ende selbst von Bewunderung über sich, sozusagen, ganz hingerissen. Und wenn dann aber etwa doch jemand so keck wäre und sagte zu ihm: „Freund! Du überschätzest dich, es ist nicht soviel an dem, was du bist und leistest. Siehe, einige interessierte Lobhudler und Weihrauchstreuer haben dich mit ihrem ganz leeren Lobgequake trunken und verwirrt gemacht, und du warst so uneinsichtig und nahmst ein glänzendes wertloses Geflitter für bares gediegenes Gold an. Werde aber nun nüchtern und beschaue deine vermeinte außerordentliche Vortrefflichkeit mit klaren Augen, und du wirst finden, daß daran neun Zehntel rein zu verwerfen sind.“ – –

[HiG.03_49.04.06,44] Auf solch eine recht weise Belehrung wird dann der vortreffliche A erbost und wird dem recht weisen Belehrer auf eine Art übers Maul fahren, wie man zu sagen pflegt, daß sich dieser für alle Zeiten den Gusto wird vergehen lassen, ihm je wieder einmal mit einer weisen Belehrung zu kommen. – Und seht, so wuchert dann der Hochmut fort und verzehrt endlich alles Edle, was sonst der Geist vermöge seiner besseren und ausgezeichneteren Talente hätte zum Frommen vieler schwächer begabten Menschen zustande bringen können. – –

[HiG.03_49.04.06,45] Wenn jemand recht viel gelernt hat und hat seinen Verstand mit recht tüchtigen Wissenschaften ausgerüstet, so daß andere, ungelehrte Menschen im Fache des Wissens als bare Nullen gegen ihn sich verhalten, und wenn es nun einem Ungelehrten einfiele, dem Hochgelehrten gegenüber zu behaupten, daß er auch etwas verstehe und es sogar eine Schande wäre, so jemand, der etliche zwanzig Jahre nichts als studiert hat und sich mit Wissenschaften über Wissenschaften beschäftigte, nicht mehr verstünde als einer, der dazu weder Vermögen noch Gelegenheit hatte, – ja da wäre es aus beim Herrn Doktor! Der würde so einem naseweisen Lümmel ganz kurios begegnen und ihm zeigen, ob er das Recht habe, ihm gegenüber solch impertinente Bemerkungen zu machen.

[HiG.03_49.04.06,46] Seht, das ist schon wieder Hochmut, der aus dem Herrn Doktor statt des Segens nur einen Fluch für die arme Menschheit zieht. Wieviel Gutes könnte ein demütiger Gelehrter stiften, und wie gesegnet wären alle seine Arbeiten, die er mit Mir zum Frommen der armen Menschheit vollführte! Wie würde er wahrhaft geschätzt, geliebt und gesucht sein!

[HiG.03_49.04.06,47] Ja, je weniger er aus sich machte, desto mehr würden die anderen aus ihm machen. – Aber nein, der Hochmut als Eigendünkel der meisten Gelehrten versengt und verbrennt all das Edle und Gute, das aus ihnen hätte hervorgehen können, da er sie, je älter und größer er wird, für die arme und bedürftige Menschheit ganz unzugänglich macht.

[HiG.03_49.04.06,48] Desgleichen steht es auch mit den meisten Beamten, die  gewöhnlich auf ihre Amtswürde ein so großes Gewicht legen, daß sie die anderen, ihnen untergeordneten Menschen nicht selten für nahe weniger als nichts betrachten.

Diese nicht mit dem Amt, das etwas Nützliches ist, verbundene, sondern eigenmächtig geschaffene Amtserhabenheit des Beamten ist gleichfalls wieder nichts als ein barster Hochmut, der dem Amte nie einen Segen, sondern allezeit nur ganz notwendig den Fluch bereitet. – Wer kann da aufstehen und sagen, daß es nicht also sei?

[HiG.03_49.04.06,49] Der Priester, der ein Vorbild aller Demut sein sollte, bildet sich Himmel und Erde ein, hascht nach Gold und Silber, um sein vermeintes himmlisches Ansehen auf einen Glanz zu stellen, vor dem sogar die Sonne, so es möglich wäre, sich weidlichst schämen müßte.

[HiG.03_49.04.06,50] Ein Lehrer oder Professor der Jugend macht nicht selten förmliche Studien, wie er den jungen Würmern so recht handgreiflich zeigen könnte, was Außerordentliches da hinter ihm stecke. Es liegt ihm meistens weniger daran, daß seine Schüler von der Nützlichkeit seiner Stellung überzeugt werden möchten, als daß sie nur zittern vor ihm und seiner professorlichen Amtsautorität.

[HiG.03_49.04.06,51] Es ist allerdings wahr, daß bei manchen Kindern ein ziemlicher Ernst angewandt werden muß, um sie vom Nutzen und von der Notwendigkeit dessen, was sie lernen müssen, zu überzeugen und sie dadurch mit Liebe zu den zu erlernenden Gegenständen zu erfüllen. Aber es ist demgegenüber auch das sehr wahr, daß ein Lehrer, der seine Schüler mit der rechten uneigennützigen Liebe zu behandeln versteht, mit ihnen bei weitem mehr ausrichten wird als ein Ehren- und Ansehenschnapper.

[HiG.03_49.04.06,52] Ich sage euch: Suchet, sei es in was immer, nie die Ehre der Welt; denn diese ist eine Pest für Seele und Geist, und ihre Folgen kommen früher oder später, die Erde verheerend, zum Vorschein.

[HiG.03_49.04.06,53] Betrachtet die gegenwärtigen Kriege, in denen sich viele Tausende der Ehre wegen müssen totschlagen lassen. Wenn Herrscher, Heerführer und ihre was immer für Namen habenden Völker anstatt des Hochmutes der lieben himmlischen Demut dienten, – würden oder könnten die Völker je zu solch einer gegenseitigen Wut entflammt werden? – Wahrlich, bei demütigen Völkern wäre ein Krieg eine allerpurste Unmöglichkeit!

[HiG.03_49.04.06,54] Da aber bei diesen Völkern anstatt der Demut nur der alleinige Hochmut großgewachsen ist, demzufolge sich ein Volk für besser, angesehener, älter, berechtigter und wer weiß es, für was noch alles hält, so sind auch diese gegenwärtigen, alles verheeren wollenden Kriege eine ganz natürliche Folge der gegenwärtigen Großzucht des Hochmutes. Denn ein Krieg ist im Großen das, was im Kleinen die sogenannten Raufhändel sind, die auch gewöhnlich viel seltener aus irgendeiner haltbaren Ursache herrühren, als meistens bloß aus gekränkter Ehre. Denn kommt unter eine Gesellschaft ein Dieb oder ein Betrüger oder ein bekannter Räuber, so wird die Gesellschaft mit derlei gefährlichen Individuen ohne alle Händel und blutigen Exzesse fertig werden. Man wird sie mit vereinter Kraft gefangen nehmen und sie dem ordentlichen Gericht überliefern.

[HiG.03_49.04.06,55] So aber einer in einer Gesellschaft etwa einem Großtuer zu nahe tritt, da gibt es dann nur zu bald und gewiß einen beleidigenden Wortwechsel. Diesem folgen bald ganz ernstliche Drohungen und diesen als ganz natürliche Folgen eines gereizten Hochmutes Schläge aller Art, blutige und oft sogar tödliche. Denn da will dann ein jeder mit der Faust oder mit dem Stocke seine Ehre retten und stiftet dadurch Feindschaften, Rachedurst und eine Menge Übel aller Art auf lange Zeiten in einer Gegend oder oft in einem ganzen Lande.

[HiG.03_49.04.06,56] Ah, etwas ganz anderes ist es, so irgend ein äußerer habsüchtiger oder mutwilliger Feind in ein friedliches, von lauter demütigen und untereinander sehr verträglichen Menschen bewohntes Land oder Reich einfiele, um allda eine Beute zu machen. Da hätten freilich wohl die Bewohner solch eines Landes oder Reiches das Recht, einen solchen schändlichen Feind mit allem Ernste zu empfangen und ihn auf das empfindlichste zu züchtigen, bei welcher Gelegenheit Ich als der Herr Himmels und der Erde Mich dann aber auch sogleich an die Spitze stellen möchte; und der arge Feind würde da nur zu geschwind erfahren, welches Lohnes seine Handlung wert war. – Schwerlich dürfte er je wieder den Mut fassen, ein solches Land heimzusuchen. – –

[HiG.03_49.04.06,57] Aber leider ist nun dem nicht also. Ein Volk will nun größer sein als das andere, also auch ein Reich größer und mächtiger als das andere.

 [HiG.03_49.04.06,58] Der Deutsche will der Erste sein. Der Slawe spricht dieses Recht für sich an. Den Franzosen darf man schon gar nicht mehr fragen, welche Nation auf der Erde etwa doch die erste, gebildetste und in jeder Hinsicht die erste wäre.

Der Russe mißt mit dem größten Maßstabe nur sich; alles andere ist für ihn eine kaum beachtenswerte Bagatelle.

[HiG.03_49.04.06,59] Der Engländer hat bereits die Einbildung der Chinesen und Japaner im höchsten Grade überflügelt. Denn hält der Chinese und Japaner auch dafür, daß sich sein Reich in der Mitte aller Reiche der Erde befinde, so ist der Engländer de facto gewisserart der Gesetzgeber und Vorteile-Einsauger der nun bekannten ganzen Erde, – und ist er gerade schon auf der ganzen Erde und in all ihren Reichen es nicht ganz, so bildet er sich aber dennoch ein, als wäre er es. Und findet er irgendwo Verletzungen dieser seiner Meinung, so wird er gewiß alles aufbieten, um das zu verwirklichen, was bei ihm bis jetzt nur eine großartige Einbildung war.

[HiG.03_49.04.06,60] Der Amerikaner betrachtet europäische Staaten kaum für soviel, wie einige Gassenjungen, die das Pflaster einer großen Stadt betreten, zu deren Erbauung sie freilich nie auch nur ein Sandkörnchen beigetragen haben, die auf den Alleebäumen hie und da vorfindlichen Spatzennester. Er braucht nur mit einer amerikanischen Flotte sich dem winzigen Europa bloß auf hundert deutsche Meilen zu nahen, so muß dasselbe schon untergehen.

 [HiG.03_49.04.06,61] Der Afrikaner hält nur sich für einen Menschen, und da selbst nur den Reichen, Starken und somit auch Mächtigen. Alles andere ist bei ihm menschenähnliches Lasttier und kann wie jedes andere Vieh verkauft werden.

[HiG.03_49.04.06,62] Frage nun bei den obwaltenden Verhältnissen zwischen Völkern und Völkern, Reichen und Reichen, Staaten und Staaten, in denen der Hochmut solche Entzweiungen hervorgerufen hat, die die Erde selbst vor der Sündflut nicht gekannt hat, jeder sich selbst, ob es wohl noch möglich wäre, daß Ich als der Herr Himmels und der Erde solchen Greueln noch länger hätte ganz ruhig zusehen sollen oder können?! – –

[HiG.03_49.04.06,63] Der Herr spricht: Nein, das war nicht mehr möglich! Der Hochmut der Völker hat alles Maß überschritten, bis in den höchsten Himmel stieg schon der Dampf der Hölle! Die Erde selbst bat Mich, daß Ich die arge Brut des Satans doch endlich einmal ausmerzen solle. – Und sehet, die Zeit ist da; sie ist nun enthüllt vor euren Augen: ein Volk zieht wider das andere; und fraget ihr, warum? – so sage Ich es euch: Aus purem Hochmute!

[HiG.03_49.04.06,64] Denn von einer Not oder Notwendigkeit war da nirgends eine Spur; denn hätten die Menschen sich gedemütigt – natürlich alle ohne Ausnahme, wie es die Niniviten einst getan haben, so hätten alle an allem zur Übergenüge. Aber weil sie alle der Hochmut aufgetrieben hat, wie einst zu Jerusalem das verfluchte Wasser diejenigen, die es zur Probe ihrer Schuld oder Unschuld trinken mußten und dabei aber schuldig waren, – so ist es denn aber nun ja auch wohl ganz naturmäßig gerecht, daß sie nun alle an dem Pestwasser ihres Hochmutes zugrunde gehen!

[HiG.03_49.04.06,65] Denn Ich sage es euch: Die Zeiten sind aus, wo das Schwert zwischen Ehre und Schande, wie zwischen Tugend und Untugend den Schiedsrichter machte; denn das Schwert war nie eine Waffe der Demut, sondern allezeit nur der Ehre und des Ansehens, wie leider auch nur zu oft einer tyrannischen Herrschaft.

[HiG.03_49.04.06,66] Aber forthin solle es nicht mehr also sein! In der Zukunft wird nur die Demut mit den Waffen der Liebe die Völker beherrschen, d.h. freilich jene Völker nur, die für diese Waffe aus den Himmeln für würdig befunden werden. Die Unwürdigen aber werden in dieser Zeit schon ohnehin den Lohn erhalten, den sie sich schon lange verdient haben. Ich werde zwar wohl noch immer dem besseren und gerechteren Teile den Sieg zuteil werden lassen; aber so er darauf erbost und hochmütig wird, dann wehe auch ihm!

[HiG.03_49.04.06,67] Denn von nun an soll niemand mehr geschont werden, der nur einen Funken Hochmutes als Triebfeder seiner Handlungen in sich besitzt. – Jede Handlung, wobei nur irgend etwas von einem Ehrgeiz sich verspüren läßt, soll ohne allen Segen fortan verbleiben. Jede Handlung aber, die bloß der Nützlichkeit wegen begangen wird mit demütigem Gemüte, soll von Mir über und über gesegnet werden.

[HiG.03_49.04.06,68] Von nun an muß eine andere Ordnung unter den Menschen eingeführt werden. Die sich aber diese Ordnung nicht werden von ganzem Herzen gefallen lassen und werden dabei noch immer alte verrostete Bedenklichkeiten in sich auftauchen lassen, denen sollen die bittersten Folgen ehestens die genügendste Kunde verschaffen, ob sie dadurch für oder wider Meine Ordnung waren.

[HiG.03_49.04.06,69] Man sagt nun häufig: Ich möchte dies und jenes wohl tun, denn ich machte mir nichts daraus; aber was würde die Welt dazu sagen? Dieser würde sich vor Galle umkehren, jener ein Zetergeschrei anfangen, und so würde mein guter Hausname darunter einen großen Schaden leiden.

[HiG.03_49.04.06,70] Ich als der Herr Himmels und der Erde sage dir nichts als das: Alles, was Welt heißt, das ist Hölle!

[HiG.03_49.04.06,71] Was ist ein guter Hausname vor der Welt? – Ich sage es dir und will und muß es dir sagen: Sieh, du blinder Tor! Ein guter Hausname, von dem die Welt sagt: „Das ist ein gutes Haus“ – ist ein Zeugnis aus der Hölle. Denn die Welt kann doch unmöglich etwas gutheißen, was ihr nicht zusagte. Was aber der Welt zusagt, da lies nur das reine Evangelium, ob dieses irgendwo sagt, daß das auch vor Gott etwas gelte. Steht es nicht geschrieben: „Was immer vor der Welt groß ist, das ist vor Gott ein Greuel.“

[HiG.03_49.04.06,72] So ihr aber das doch mit überaus klaren Worten in der Schrift leset, wie möglich kann da jemand, der mit der Schrift vertraut ist, sagen: Ich für mich würde wohl ohne alles Bedenken dies und jenes tun; aber was würde die Welt dazu sagen? – –

[HiG.03_49.04.06,73] Ich aber sage es euch nun in dieser Zeit: Wer nun dies und jenes Gute der Welt wegen zu tun unterlassen wird, der tue also der Welt wegen, was ihm gut dünkt. So er aber dann zu Mir kommen wird mit dem guten Weltzeugnisse, werde Ich zu ihm sagen: Der dir dies gute Zeugnis gegeben hat, zu dem gehe auch hin und verlange deinen Lohn; denn Mein Name steht in diesem Zeugnisse nicht geschrieben! Ich kenne dich nicht, denn du hast der Welt wegen dies und jenes getan und wolltest nicht die Mir allein wohlgefälligen Wege der wahren christlichen Demut wandeln. Es gefiel dir und schmeichelte deinem Ehrgeize, so die Welt von dir sagte: „Siehe, das ist ein Ehrenmann!“ – So wird es dir auch gefallen müssen, daß du in Meinem Reiche wahrlich zu sehr geringen Ehren gelangen wirst.

[HiG.03_49.04.06,74] Ich will aber damit nicht sagen, als solle da jemand also handeln, daß die Welt mit Fingern auf ihn zeigte und sagen solle: „Sieh, das ist ein böser Mensch; er ist ein Hurer, ein Ehebrecher, ein Betrüger, ein Lügner, ein Gottesleugner, er hält in seinem Hause die schlechteste Ordnung und Zucht und ist ein Lump und ein Schwelger.“ – O das verlange Ich ewig nicht! Aber das verlange Ich, daß ihr das wahrhaft Gute – und möge die Welt dazu sagen, was sie wolle – ohne die geringste Scheu vor ihr vollbringen sollt. Und das darum, weil es gut ist, und weil Ich es also haben will! – –

[HiG.03_49.04.06,75] So ein vermögliches Elternpaar einen Sohn hat, der schon erwachsen ist, und dieser, da er ein Amt überkommt mit einem erklecklichen Auskommen, will ein armes Mädchen zum Weibe nehmen aus Liebe, weil ihm das Mädchen wohlgefällt, – da er aber dieses seinen Eltern kundtut, so fangen diese sogleich einen Mordsspektakel an und sagen zu ihrem Sohne: „Aber Sohn! Pfui der Schande! Was ist dir denn da um Himmels willen eingefallen? So ein hundsgemeines Bauernmensch willst du, der du von einem so guten Hause abstammst, zum Weibe nehmen? Bedenke doch, sie hat nichts außer ihr bißchen bäuerisches Affengesicht. Ihre Eltern sind ganz gemeine, rohe, ungebildete, nach Ochsen- und Kuhmist stinkende Leute. Und ihre Tochter respektive schon eine Hure von Geburt an, wird doch nicht etwa gebildeter sein als ihre ochsenmistigen Eltern? – Wir wollten aber wegen der Bildung und ihrer allfälligen Aufführung noch nicht soviel sagen, – aber bedenke deine und dann ihre Geburt! Pfui, wo denkst du hin?! – Wir müßten uns ja noch im Grabe schämen!Du ein Edler von – und jene ein gemeinstes Kuhmistmensch!“

[HiG.03_49.04.06,76] Ich aber werde zu solchen Eltern sagen: „Pfui der ewigen Schande mit euch! Wie habt ihr als Menschen je so tief herabsinken können, daß ihr auch nur einen Augenblick des großen Wertes eines jeden Menschen habt vergessen können? Wer ist die für euch zu gemeine Bauerntochter, die eures Sohnes gar so unwürdig war? – Sehet und höret! Sie ist Mein Kind, Meine allerhöchsteigene Tochter; und diese war euch zu schlecht, zu gemein und zu gering?!

[HiG.03_49.04.06,77] Habt ihr denn nie gelesen, daß fürs erste Ich als der urewige allmächtige Schöpfer aller Himmel und aller Welten, aller Engel und Menschen Selbst nur im Kleide der größten Niedrigkeit in diese Welt kam und lehrte die Menschen durch lebendige Worte und durch die klarsten Taten, daß sie gleich Mir – so sie Meine Kinder sein wollen – die Welt mit all ihrer Größe und Pracht fliehen sollen und sollen nicht die breite Straße des irdischen Glanzes, der allezeit vergeht, sondern den schmalen Pfad der Demut, der zum ewigen Leben führt, wandeln?

[HiG.03_49.04.06,78] Und daß fürs zweite alles, was vor der Welt groß ist, vor Mir ein Greuel ist? Daß Ich nur das Kleine und von der Welt Verachtete ansehe, das Große aber für ewig von Mir weise?

[HiG.03_49.04.06,79] Wenn ihr das je gehört habt und wußtet, welchen Weg Ich Selbst allen Meinen wahrhaftigen Kindern zur treuen Nachahmung vorangegangen bin, da saget Mir nun, aus welchem vor Mir dem Herrn alles Lebens allein gültigen Grunde habt ihr es nimmer zugegeben, daß das arme Bauernmädchen eures Sohnes Weib geworden wäre? – Ihr stehet nun stumm und abermals stumm vor Mir und wisset nun nichts zu erwidern auf Meine Frage.

[HiG.03_49.04.06,80] Nun denn, da ihr Mir nichts zu erwidern wißt und euer himmelschreiendes Unrecht einseht, so will Ich euch zwar nicht richten und verdammen also, wie ihr Meine Tochter gerichtet und verdammt habt; aber für jede Minute eures irdischen Lebens sollet ihr hier im Reiche der armseligsten Geister ein komplettes irdisches Jahr in der größten Niedrigkeit weilen. Und ebendiejenige Meine Tochter, die ihr auf der Erde so tief verachtet habt, soll – so sie will – euch in ihre himmlische Wohnung aufnehmen. Da sollet ihr erst allertiefst beschämt diejenige vollkommen kennenlernen, die ihr auf der Erde für euren Sohn gar so unwürdig gefunden habt, – und nun weichet von Mir an den Ort, der für euch bestimmt ist!“ – –

[HiG.03_49.04.06,81] Ich sage euch: Wahrlich, wahrlich, also wird es in der jüngsten Zeit sein schon hier und ganz besonders jenseits. Und so sie, die auf der Welt gar soviel auf ihr sogenanntes gutes Haus hielten, Mich bitten werden und sagen: „Herr! Herr! Das wußten wir ja nicht so, wie wir es nun wissen und einsehen, denn wir waren ja von unseren Eltern selbst also erzogen und gebildet; daher lasse uns Gnade für Recht ergehen“ – da werde Ich aber zu ihnen sagen: „Ich weiß, wie es mit der Bildung eures Herzens steht. Wäret ihr allein schuld daran, daß es so hart und hochmütig war, da wäre euer Los die Hölle; denn diese ist erbaut aus dem Hochmute und aus des Herzens Härte! – Da ihr aber nicht ganz selbst schuld an solch schmählicher Verbildung eures Herzens seid, so ist euch eben aus purer Gnade das beschieden, was Ich als euer Gott und Herr über euch ausgesprochen habe. Denn bevor nicht das letzte Atom des Hochmutes eure Herzen verlassen wird, sollet ihr Mein Antlitz nicht zur Anschauung bekommen. Und so hebet euch von hinnen!“

[HiG.03_49.04.06,82] Ich sage euch: Wahrlich, wahrlich, also wird es sein! Jeder Sünder soll von Mir nachsichtiger behandelt werden, als wie einer, der in was immer einen ersichtlichen Hochmut nur einmal an den Tag gelegt hat, hat aber denselben nicht sogleich aus seinem Herzen mit wahrer Reue und tiefster Verabscheuung verbannt für immer. Denn wie schon öfter bemerkt:

[HiG.03_49.04.06,83] Es gibt vor Mir nur eine wahrhaft verdammliche Sünde, und diese ist der Hochmut. –

[HiG.03_49.04.06,84] Denn so ihr Sünden hättet so viel, als es da gibt des Grases auf der Erde und des Sandes an den weiten Ufern des Meeres, und hättet aber dabei keine Spur von einem Hochmute, so wären alle diese Sünden wie gar keine vor Mir! Denn wo kein Hochmut ist, da ist die Liebe, die in sich birgt alle Demut; Liebe und Demut aber tilgen alle Fehler und Sünden, so ihrer noch so viele wären, – denn Liebe und Demut töten alle Sünden! – Aber so nur ein Atom des Hochmutes hinter den anderen Sünden steckt, die die Menschen begehen in der Zeit der Probe ihrer Freiwerdung, so belebt dieses Atom alle Sünden, ja sogar die kleinsten. Und solche Geister werden einst, wie auch schon hier, sehr gewaltig zu kämpfen haben, um auch nur eines Atoms des Hochmutes loszuwerden.

[HiG.03_49.04.06,85] Es läßt sich aber der Hochmut der Menschen nirgends in einem so hohen Grade merken als gerade dort, wo es sich um die Vergebung des vermeintlichen Standesansehens handelt.

[HiG.03_49.04.06,86] Ich könnte eine Million und abermals eine volle Million Menschen vorführen, die sogar recht sanft, liebreich, mildtätig und voll Gerechtigkeit sind. Ja, ihr Gerechtigkeitssinn geht oft so weit, daß sie es für ein großes Verbrechen hielten, jemanden auch nur um eine Sperrnadel Wertes zu hintergehen; aber nur bei der Ehre ihres Standes darf sie beileibe niemand angreifen – dann ist es aus!

[HiG.03_49.04.06,87] Vergeben sie aus einer Art Großmut dem Betaster ihrer Ehre auch sozusagen ganz und gar, so bleibt aber dennoch etwas zurück, das dem Betaster ihrer Ehre heimlich denn doch gemerkt wird. Und wäre er auch ehedem des Hauses bester Freund gewesen und hätte die an ihrer Ehre Gekränkten auch tausendmal um Vergebung gebeten, so wird er aber dennoch nimmermehr ganz imstande sein, jenen Fleck vollkommen auszulöschen, den er entweder durch eine Unbesonnenheit oder auch im Wege früherer zu intimer Vertrautheit dem Hause zugefügt hatte.

[HiG.03_49.04.06,88] Man will zwar darüber ganz hinausgehen und tun, als wäre da nie etwas vorgefallen, aber dessenungeachtet wird man im Reden doch kürzer gefaßt. Man macht sich nicht mehr soviel daraus, so der Freund auch längere Zeit nicht ins Haus kam. Man erkundigt sich seltener nach seinem Befinden und dergleichen mehr.

[HiG.03_49.04.06,89] Worin liegt aber da der Grund von solch einem Benehmen? Sehet, daran sind bloß drei Atome Hochmutes schuld, und diese drei Atome genügen, daß Ich bei solchen Menschen, mögen sie sonst auch von einer sehr schätzbaren Art sein, so lange nicht werde einziehen können, als bis nicht das letzte Atomchen Hochmutes aus ihren Herzen weichen wird.

[HiG.03_49.04.06,90] Darin liegt besonders in dieser Zeit auch der Grund, daß da gar so wenige Mich zu Gesichte bekommen und von Mir Selbst gelehrt und zu Meinen Kindern gezogen werden können. –

[HiG.03_49.04.06,91] So gibt es auch gute Häuser, was soviel ist als wohlhabende Familien. Diese Familien tun den Armen recht viel Gutes und haben ein recht  teilnehmendes und mitleidiges Herz; aber wenn ein solcher Armer denn zufällig doch einmal seine Guttäter durch irgend etwas beleidigen möchte, ja da weiß Ich Selbst nicht, wie es ihm bei einer solchen Familie erginge. Da käme es wirklich nur auf das Temperament des beleidigten Wohltäters an, ob der Beleidiger entweder bloß mit einigen Verweisen und mit der Beschränkung der genossenen Wohltat oder sogar mit einigen Prügeln und mit dem gänzlichen Verluste der Wohltat davonkäme.

[HiG.03_49.04.06,92] Aber wie ganz anders stünde es mit diesen Wohltätern bei Mir, so sie dem gewöhnlich nicht boshaften, sondern nur zu wenig besonnenen Beleidiger aus dem Herzen heraus sagten: „Lieber Freund! Wir haben Sie sehr lieb und sind bereit, Ihnen alles zu tun, was nur in unserem Vermögen steht. Aber seien Sie auch gegen uns so gut und tun Sie in Zukunft nicht mehr, was uns nicht angenehm sein kann. Wir sind aber deshalb durchaus nicht etwa böse auf Sie. Im Gegenteil werden wir Ihnen die gleiche Freundschaft ungeschmälert angedeihen lassen, und Sie dürfen uns zu Ihren herzlichst allerbesten und unveränderlichsten Freunden rechnen. Aber tun Sie auch uns das, was vor Gott und allen guten Menschen recht und billig ist.“

[HiG.03_49.04.06,93] Seht, wenn der sonst gewöhnlich gutmütige Arme solch einesanfte Zurechtweisung von seinen Wohltätern vernehmen wird, wie wird er ergriffen und gerührt werden, und schwerlich wird er je wieder einer solchen Familie etwas Unannehmliches verursachen. Und sollte er sich denn doch etwa noch einmal so weit vergessen, nun – so soll die Familie das gar nicht beachten und denken, wie gar leicht und oft die besten Menschen fehlen können vor Mir, und dennoch lasse Ich Meinen Feinden so wie Meinen Freunden alle Wohltaten des Lebens ungeschmälert zukommen. Warum sollen dann die Menschen alles auf die Haarwaage legen?

[HiG.03_49.04.06,94] Wahrlich, wer aus euch so denken und handeln möchte, bei dem würde Ich doch sicher täglich aus und ein gehen und würde ihm tun, wie er tut den armen Brüdern. Aber Menschen, die es die Armen fühlen lassen, so diese manchmal einen halben Tritt über die Schnur der Gebührlichkeit getan haben, sind noch sehr fern von der Gnade, daß Ich Mich als Gast bei ihnen einfinden möchte, und werden auch noch lange zu warten haben jenseits, bis Ich Mich bei ihnen einfinden werde! – –

[HiG.03_49.04.06,95] Also gibt es noch ferner wirklich recht gute Menschen, die das Glück haben, mit recht guten und schönen Kindern begabt zu sein. Auf diese Kinder, besonders so sie schon erwachsen sind, bilden sie sich aber dann schon einen solchen Fleck ein, daß es gerade aus ist. Solche Kinder finden dann nach der starken Einbildung ihrer Eltern schon kaum wo ihresgleichen. Sind die Eltern, was sehr oft der Fall ist, auch noch recht wohlhabend dazu, dann haben sie natürlich einen desto größeren Wert.

[HiG.03_49.04.06,96] Aber solche Überschätzung der Kinder ist nicht Meiner Ordnung gemäß und daher Mir nicht im geringsten wohlgefällig; denn die rechte Liebe der Eltern zu ihren Kindern solle sein wie ein rechtes Licht und die Liebe zu den armen Kindern anderer, armer Eltern wie ein großer Feuerbrand, dann wird sie sich Meines allzeitigen und ewigen Wohlgefallens und Segens zu erfreuen haben. Aber solch eine Liebe, wie sie oben gezeigt wurde, ist Mir sehr zuwider, daher Ich sie auch nie segnen werde weder hier noch dort.

[HiG.03_49.04.06,97] Wer von euch Menschen aber ein Amt hat, der bilde sich darauf ja nichts ein als Mensch, sondern er versehe das Amt nach der Instruktion demütig, getreu und gewissenhaft und gehorche seiner Amtsvorstehung ohne Murren. Sollte die Amtsvorstehung aber hie und da Unbilliges verlangen, was gar wider Meine Gesetze der Ordnung wäre, so kann der Beamte ihr in aller Achtung und Liebe gegründete Vorstellungen machen. Gibt sie diesen Gehör, so ist es wohl; gibt sie ihnen aber aus Hochmut kein Gehör, so handle der Beamte zwar nach dem Verlangen der Amtsvorstehung – er wird vor Mir ohne Schuld dastehen; aber Ich und die Amtsvorstehung werden sogleich miteinander Rechnung halten. Aber das Amt solle kein Beamter verlassen, bis Ich es ihm nicht abnehme.

[HiG.03_49.04.06,98] Also solle sich auch keiner außer in den ersichtlich dringendsten Fällen pensionieren lassen; denn ein zu frühzeitiger Pensionist ist gewöhnlich entweder ein Verächter seines Dienstes, weil er keine höhere Stufe erreichen kann, oder er ist ein fauler Knecht in Meinem Weinberge, scheut die Arbeit, und das rechtliche Wohl seiner Brüder liegt ihm nicht am Herzen. Solche Diener werden in Meinem neuen Reiche einen schlechten Lohn erhalten.

[HiG.03_49.04.06,99] Lachet auch nicht zu gewaltig über so manche Dummheit der Schwachen; denn auch in einem solchen Lachen liegt der eigene Hochmut versteckt und erbittert das Herz des Ausgelachten oft mehr als eine ganz ernste Rüge. Also seid auch keine Freunde von den sogenannten Bonmots und anderen beißenden Reden und Bemerkungen, wodurch bestimmte Menschen heruntergemacht werden. Denn darin liegt auch wieder Hochmut als ein Grundübel aller Übel.

[HiG.03_49.04.06,100] Wollt ihr aber schon Dummheiten und Schwächen der Menschen lächerlich machen, so redet im Allgemeinen, zu einzelnen aber nie anders als unter vier Augen. Und nützt das nicht, dann nehmt erst einen oder zwei, höchstens drei Zeugen hinzu; und sollte das auch noch nichts nützen, dann kann solches erst einer Gemeinde kundgetan werden. Aber bei keiner Rüge solle je die Person eines Menschen, sondern lediglich nur seine Dummheit, Schwäche oder Sünde zwar wahr, aber sonst so schonend und gelinde als möglich gerügt werden.

[HiG.03_49.04.06,101] Die vollste Liebe und stete Achtung des Menschen muß überall wie eine Sonne hervorleuchten. –

[HiG.03_49.04.06,102] Saget auch nicht: Dies Haus, dieser Grund und dieses Vermögen gehört mir. In meinem Hause bin ich der Herr, und auf meinem Grunde habe ich zu schaffen. – Seht, in solchen Äußerungen steckt eine große Portion Hochmut! Wahrlich, die also denken, reden und handeln, bei denen werde Ich nimmer Einzug halten, weil sie nicht Mich als den Herrn, dem allein alles wahrhaftigst und vollkommenst zu eigen ist, sondern nur sich als den Herrn ihrer ihnen von Mir nur auf eine sehr kurze Zeit geliehenen Sache ansehen. O darin liegt ein großer Hochmut, der der alleinige Erzeuger aller Kriege im Kleinen wie im Großen ist.

[HiG.03_49.04.06,103] In Meinem künftigen Reiche wird das alles ganz anders gestaltet werden müssen: denn da wird es keinen Haus- noch Grundherrn mehr geben; denn da werde Ich sein Alles in Allem. Und am besten wird der daran sein, bei dem Ich Wohnung nehmen werde!

[HiG.03_49.04.06,104] Aber das sage Ich euch nun auch, daß vor Meiner Ankunft auf dieser Erde noch sehr viel Unkraut und dürres Gras und allerlei untaugliches und unfruchtbares Gestrüpp wird mit der größten Gerichtsschärfe vertilgt werden; denn wo zwei sind, wird schier einer angenommen und der andere ausgeschieden werden – also eine gewaltige Sichtung bis über die Hälfte!

[HiG.03_49.04.06,105] Noch einmal aber warne Ich euch gar ernstlich, daß ihr Mir in dieser Zeit ja nicht weder links noch rechts Parteigänger macht! Denn wer zum Kampfe gerufen wird, der kämpfe dort, wo er gerufen ist, nicht auf eigene Faust etwa gar verräterisch, sondern auf die Faust dessen getreu, der ihn in den Kampf gerufen, – aber wer da siegen solle, und wer da siegen wird, das steht allein in Meiner Hand!

[HiG.03_49.04.06,106] Niemand aus euch sage: Dieser kämpft mit Recht und jener mit Unrecht, also verräterisch an jenem, der nach eurem Urteile das Recht haben soll, sondern eure Sache sei, zu beten für Freund und Feind; was darüber ist, ist Sünde!

Denn durch solche Parteigängerei zieht ihr den Hochmut derjenigen Partei, die nach eurem Wunsche siegen solle, in euch und wünschet dann aus diesem Hochmute dem Widerpart den vollen Untergang. – Fraget aber dabei euer Herz, ob die, welche untergehen sollen, nicht ebensogut eure Brüder sind wie jene, denen ihr den Sieg wünscht?

[HiG.03_49.04.06,107] Wie verträgt sich aber solch ein Wunsch, der voll geheimer Rachgier und Schadenfreude ist, mit Meinem Worte, da Ich Selbst alle Menschen doch ausdrücklichst lehrte, für die zu beten, die euch hassen, die zu segnen, die euch fluchen, und denen Gutes zu tun, die euch Übles wollen?

[HiG.03_49.04.06,108] Daher noch einmal gesagt: Laßt sie kämpfen, die da kämpfen! Betet für alle und habt nie Freude weder an der einen noch an der anderen Niederlage, so werdet ihr Meinen Engeln im Himmel gleichen, die ihr Antlitz verhüllen, so ihre Brüder auf der Erde sich erwürgen; denn die Gefallenen sind ja doch ebensogut eure Brüder wie die Sieger, welcher Partei sie auch immer angehören mögen.

[HiG.03_49.04.06,109] Das merket euch aber: Dies Morgenrot vor Meiner Ankunft wird noch viel röter werden, als es jetzt ist; und es wird sich erst am Ende alles Würgens zeigen, daß weder die eine noch die andere Partei der nun Kämpfenden einen eigentlichen Sieg erkämpfen wird, – denn der rechte Sieger wird erst kommen! – –

[HiG.03_49.04.06,110] Denn wo nun der Hochmut kämpft, da wird dann die Demut zu kämpfen anfangen, und ihrem Schwerte wird kein Wüterich entrinnen und kein Richter, der sein Ansehen mit dem Blute harmloser Gefangener auf den größten Glanz herzustellen bemüht war. – Wer auf dem Felde kämpft mit Gegenkämpfern, dem solle das Blut der Gefallenen nicht angerechnet werden; aber verflucht sei der, welcher waffenlose Gefangene tötet, und dreimal verflucht die Kindermörder! Ihr Los soll ein erschreckliches sein!

[HiG.03_49.04.06,111] Ich als euer guter Vater, der Ich schon so vieles gegeben habe, gebe euch nun auch dieses für euer künftiges Wohl und Heil allerwichtigste Wort. Haltet es getreu und genau, so werdet ihr alles Wohl zeitlich und ewig finden.

Werdet ihr es aber, wie schon so manches andere von Mir euch Gegebene, nur so für etwas Gewöhnliches annehmen, daran ihr euch mit der Zeit schon gewisserart gewöhnt habt, und dabei aber dennoch tun nach eurer alten Gewohnheit und Sitte, so werdet ihr es euch dann nur selbst zuzuschreiben haben, so ihr an Meiner Wiederkunft entweder nur einen sehr geringen oder aber wohl auch gar keinen Teil haben werdet.

[HiG.03_49.04.06,112] Denn was hier geschrieben steht durch Meinen Knecht, das wird unwiderruflich in Erfüllung gehen.

[HiG.03_49.04.06,113] Wohl euch und jedem, der diese und auch andere ähnliche Mahnungen nicht in den Wind schlagen wird, – wahrlich, in dessen Hause werde Ich Einzug halten hie und da! Wer aber dieser Mahnung und Belehrung – und dieser ähnlich in vielen anderen Orten – wenig Gehör und Willen schenken wird, in dessen Hause wird es nur zu bald sehr öde, traurig und verlassen aussehen, – denn so Ich komme, da werde Ich nur zu den wahrhaft Meinen kommen und werde sie segnen leibhaftig über und über für ewig! –

[HiG.03_49.04.06,114] Wehe aber dem, dessen Hauses Flur Meine Füße nicht betreten werden; sein Anteil wird bloß das traurige und verhängnisvolle Morgenrot sein und bleiben, aber die heiligen Strahlen des kommenden großen Tages werden nicht über ihn kommen amen. – Das sage Ich, der da kommen wird amen, amen, amen!