Die Liebe hört nimmer auf!

Neues Testament, Apostelgeschichte, 1. Korinther 13,1 – 13. 13 Übersetzung Martin Luther

Eines ist sicher, die Liebe Gottes hört niemals auf, egal was ist. Gott liebt auch den Sünder, wohl nicht die Sünde, aber den Menschen. Und selbst, wenn die Menschen die Erde zerstören, ihre Lebensgrundlage, Gott wird sie trotzdem lieben und für ihre weitere Entwicklung sorgen.

Und daß er bisher nicht eingegriffen hat, um schlimmes zu verhindern, hat mit der Entwicklung in absoluter Freiheit zu tun. Aber vielleicht werden die Menschen bald verstehen, was sie angerichtet haben und sich dann an die göttliche Liebe um Hilfe wenden, denn dann kann sie eingreifen.

Ansonsten gibt es die Gebote der Neuen Zeit, „Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst“. Wie ist es denn, den Nächsten zu lieben. Es geht darum, ihm zu helfen, wenn er um Hilfe bittet und zu helfen, wenn man sieht, daß er Hilfe braucht. Zum Beispiel dafür zu sorgen, daß ein Kind, das sich verlaufen hat, heil und gesund nach Hause kommt.

Es geht darum, so zu lieben, wie Gott liebt, der hilft, aber den Menschen frei läßt, es geht ihm nicht darum, Vorschriften zu geben, die dann eingehalten werden müssen. Es geht um freie, vorbehaltslose, uneigennützige Liebe.

Und wir Menschen können und sollen lernen, so zu lieben, den anderen frei zu lassen und ihn zu lieben. Natürlich auch nicht nach seiner Pfeife tanzen. Wenn er dann Vorschriften machen möchte, ist es keine freie Liebe mehr, dann ihn einfach lassen. Und so geht es darum, sich und seine Beweggründe dem anderen und Gott gegenüber immer wieder zu prüfen. Und ja, sich der Art, wie Gott liebt anzunähern, frei zu werden von der menschlichen Kleinlichkeit und sich aufzuschwingen zur göttlichen Liebe.

Die Art der göttlichen Liebe ist im Hohelied der Liebe im 1. Korintherbrief (Kapitel 13) vom Apostel Paulus beschrieben. Er hat ihn vor knapp zweitausend Jahren verfaßt und zur Zeit ist es so, daß sich die Menschen scheinbar genau von dieser Verhaltensweise abwenden, d. h. alles leben und nur nicht die reine Liebe. Hoffen wir, daß es nur scheinbar ist und wir uns doch zur Liebe hin entwickeln und frei und behütet in dieser Welt leben können. Es liegt an uns.

Wir können zwar den Nächsten nicht ändern, daß ist seine eigene Aufgabe, aber wenn jeder sich selbst ändert, dann ist das eine Energie, die weiter strömt und dem anderen hilft, sich auch zu ändern und so kann es Stück für Stück weiter gehen, sanft und sicher und viele erfassen und der Umschwung kann gelingen.

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht,

sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles.

Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhöen werden und die Sprachen aufhören werden und die Erkenntnis aufhören wird.

Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk.

Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge, da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war.

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich’s stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1. Korinther Brief 13,1 – 13,13 Übersetzung Martin Luther

Diesseits – Jenseits

Was passiert, wenn ein Mensch die Erde verläßt, also ins Jenseits geht. Was wir gemeinhin als „sterben“ bezeichnen, ist ja kein Auflösen, sondern ein Übergang in eine andere Daseinsform, aus der wir ja auch gekommen sind. Wohl löst sich die äußere Hülle – der Leib – nach und nach auf, aber die Seele lebt und entwickelt sich im Jenseits weiter.

Was dann geschieht, kann ganz unterschiedlich sein und hängt von dem Bewußtsein bzw. Erkenntnisstand oder dem Glauben des Menschen ab.

Normalerweise gibt es einen Übergang in die jenseitige Welt, der von der Seele bewußt erlebt wird, sie erkennt, daß sie in einer anderen Umgebung ist, sieht ihr bisheriges Leben vor sich, begegnet wieder ihren schon vorher gegangenen Lieben – Vater, Mutter, Geschwister, Partner, Freunden. Das alles geschieht in einer sehr liebevollen hellen Atmosphäre.

Dann geht es wohl daran, das aufzuarbeiten, was man an Aufgaben mitgenommen hat und was noch nicht erledigt ist, das kann auf unterschiedlichste Weise geschehen. Was aber wichtig ist, ist sich auf die göttliche Liebe zu besinnen, da der Anstoß für das weitere Vorgehen oder die Aufklärung von innen kommt und nicht von außen. Es muß danach gesucht und danach gefragt werden.

Es fehlt der äußere Anreiz und Druck wie auf der Erde. Und so dauert im Jenseits die Entwicklung oft sehr lange. Es ist so viel besser, die Herausforderungen auf der Erde anzunehmen und sich durchzuarbeiten und hier die Prüfungen zu bestehen.

Ganz reine Seelen, die auf Erden meist ein schweres Schicksal hatten und sich nicht unterkriegen ließen und es in Freude und Liebe angenommen haben, machen das auch im Jenseits. Und wenn sie gewohnt sind, sich mit der göttlichen Liebe zu verbinden und mit ihr zusammen zu arbeiten, dann machen sie das natürlich auch im Jenseits und kommen dann schneller voran und in die göttliche Gegenwart.

Menschen, die auf Erden völlig weltlich gelebt haben und keinerlei Ahnung von der jenseitigen Welt haben, bleiben u. U. an die Erde gebunden und da sie sich ihren Zustand nicht erklären können, versuchen sie, weiter zu leben und binden sich an Menschen, die sie dann auch teilweise zu steuern versuchen, und es auch tun. Es gibt Beschreibungen von diesen Vorgängen und auch davon, wie diesen Seelen ihr Zustand bewußt gemacht werden kann und wie sie dann ins Jenseits weiter geleitet werden. *1)

Ganz besonders problematisch ist es allerdings, wenn ein Mensch Selbstmord begeht, das ist das Schlimmste, was er sich antun kann. Alles andere, wovor er Angst hat, wovor er fliehen möchte, ist wenig im Vergleich mit dem, was er dann erlebt. *2)

Ein Hinweis, wenn ihr hinübergeht ins Jenseits, schaut euch um, es ist jemand da, der euch führt, folgt eurem Gefühl, wenn ihr euch zu ihm in Liebe hingezogen fühlt, ist es richtig, dann laßt euch leiten. Im Jenseits gibt es für jeden den richtigen Ort und die angemessene Umgebung.

Dieser Vorgang ist wirklich bei jedem Menschen anders, es ist nur wichtig, zu wissen, daß das Leben der Seele weiter geht und dies auch zu erwarten. Und wenn jemand jetzt feststellt, daß er nicht das Leben geführt hat, das er eigentlich hätte führen sollen, so ist es noch Zeit, das zu ändern.

Das einzige, was du ins Jenseits mitnehmen kannst, sind deine guten Werke, die warten dort auf dich.

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*1)

der folgende Link führt zu einem sofortigen PDF-Download des Buches von Carl Wickland „30 Jahre unter den Toten“ in der deutschen Übersetzung von Dr. med. Wilhelm Beyer (497 Seiten)

https://www.die-gralsbewegung.org/app/download/5793638887/30+Jahre+unter+den+Toten.pdf

Alternative wäre der folgende Link zum Durchblättern

https://vdocuments.site/30-jahre-unter-den-totenpdf.html?page=1

*2)

BD. Nr. 1059:     Selbstmord? ….

Lähmend ist für die Seele das Bewußtsein, die Nacht des Todes herbeigeführt zu haben und sich der Gnadenzeit, die doch die Verkörperung auf Erden ist, selbst beraubt zu haben. Es ist das Erdenleben mit allem Schweren nicht annähernd so leidvoll als diese finstere Nacht des Todes, und es gibt daraus vorerst keinen Ausweg, bis sie sich der Tragweite ihres Handelns bewußt wird und erkennt, daß sie unverantwortlich handelte, als sie ihr irdisches Leben dahingab. Der schwerste Kummer, dem Herrn aufgeopfert, wird dem Menschen tragbarer scheinen, doch wer in der Not nicht des Herrn gedenkt, kann nicht getröstet werden und gibt den bösen Mächten um sich Gewalt über sich. Und diese machen sich die Willenlosigkeit des Menschen zunutze und drängen ihn zu einer Tat, die er nachher bitter bereut. Und es ist von so großer Bedeutung, daß des Erdenlebens immerwährender Kampf überwunden wird. Es ist so überaus wichtig, für jeden Tag des Erdenlebens zu danken, der dem Menschen immer neue Widerstände bringt, und ihn als nötig für das Seelenheil des Menschen zu erkennen, jedoch unsagbar nachteilig für die Seele, so sie das Leben auf Erden eigenmächtig verkürzt und der Mensch nun aller Gnaden und Mittel verlustig geht, weil sie die Kraft nicht fand zum Widerstand ….

prüfet aber alles, und das Gute behaltet. *)

Es gibt heute so viele Informationen, Anregungen und Anleitungen, die angeblich geistiger Natur sind und nach denen man sich richten „muß“, um das eine oder andere zu erreichen. Da der Mensch nach geistigem Wissen strebt, sucht er diese Informationen auch und findet das eine oder andere. Aber nicht alles, was als wahr und gut hingestellt wird und zu Gott führen soll, tut es das auch. Es ist vieles dabei, das in die Irre führt .

Deshalb der ernst gemeine Hinweis „prüfet aber alles, und das Gute behaltet.“*) D. h. es gibt auch viel Wahres, aber es gilt, das herauszufiltern. Prüfen können wir das angebotene Wissen in unserem Herzen, indem wir einfach um die Wahrheit bitten und fragen, wie steht es mit dieser Sache. Die Wahrheit wird sich zeigen, es ergibt sich etwas, was uns zeigt, wie es sich verhält, ob es uns abstößt oder anzieht.

Und wenn wir feststellen, daß es etwas von der Gegenseite ist, das uns von Gott wegführen will und unseren Glauben wanken lassen soll, dann können wir es ablegen. Es wird sich etwas Neues zeigen und auch hier können wir wieder prüfen, wie es sich verhält und so gehen wir von einem zum anderen und merken dann gar nicht, daß wir uns im Grunde immer mehr mit der Liebe verbinden und sie uns zum Maßstab für das irdische Wissen wird, bis wir zum Schluß das irdische Suchen ablegen, weil wir die göttliche Liebe gefunden haben und sie uns zum Maßstab für alles wird.

Es hört sich so einfach an, aber es kann ein schwieriger Prozeß sein und je nach Mensch kurz oder sehr lang, ein gerader Weg oder ein sehr langer, gewundener Pfad sein, der sich scheinbar ewig hinzieht. Aber das ist nicht so wichtig, wichtig ist, sich auf den Weg zu begeben und sich leiten zu lassen.

*) Neues Testament – Apostelgeschichte – Übersetzung Martin Luther Paulus Brief 1. Thessalonicher Kapitel 5, 21

Auf dieses Thema wird in den folgenden zwei Kundgaben von Bertha Dudde eingegangen.

BD. Nr. 7584:     Ernstes Prüfen von Geistesgut mit Gottes Unterstützung ….

Keinem Menschen ist das Recht verwehrt, sich selbst ein Urteil zu bilden, aber er soll auch wissen, daß der Verstand allein keine Garantie ist für rechtes Denken, und wenn er noch so scharf entwickelt ist. Es gilt dies besonders für die Beurteilung geistigen Wissens, für das sich keine Beweise erbringen lassen. Ob nun ein solches Wissen Wahrheit ist oder nicht, das kann der Mensch beurteilen, sowie er sich an Gott Selbst wendet um Erleuchtung seines Denkens …. ansonsten er zu einer Prüfung, zu einem rechten Urteil, unfähig ist. Aber es hat auch jeder Mensch das Recht, abzulehnen, was er nicht anerkennen kann, vorausgesetzt, daß er guten Willens ist und unvoreingenommen prüft. Er soll nicht blind glauben, er soll überdenken, was zu glauben von ihm gefordert wird, und er soll sich dazu die Unterstützung Gottes erbitten, er soll wissen, daß der Geist in ihm ihn belehrt. Dann ist auch rechtes Wahrheitsverlangen ersichtlich, und dann wird ihm auch die Wahrheit geboten werden, und er wird sie auch als Wahrheit erkennen können. Denn es wird vieles als Wahrheit den Menschen dargeboten, das sich jedoch oft widerspricht, und dann liegt es am Menschen selbst, zu ergründen, was Wahrheit ist. Wer aber glaubt, mit seinem Verstand allein dahinterzukommen, der kann gewärtig sein, daß er sich noch mehr im Irrtum verstrickt, weil der Verstand beeinflußt wird vom Gegner der Wahrheit, vom Fürsten der Finsternis, der alles daransetzt, die Menschen von der Wahrheit abzubringen und ihnen den Irrtum zuzuführen. Der Mensch aber kann sich davor schützen, wenn er sich an Gott Selbst wendet, wenn er Ihn darum angeht, daß Er ihm Erkenntnis der Wahrheit schenkt. Darum kann kein Mensch den Einwand bringen, er sei nicht fähig zu einem rechten Urteil über Wahrheit oder Irrtum…. Sowie er sich mit Gott verbindet, sowie er Ihn angeht um Erleuchtung des Geistes, wird er es gefühlsmäßig erkennen, ob er sich dem ihm gebotenen Geistesgut zu- oder abwenden soll …. Und er wird immer die innere Sicherheit haben, recht zu urteilen, weil er weiß, daß er nicht sich selbst das Urteil gebildet hat, sondern Gott sein Denken erleuchtete. Aber es gehört immer der gute Wille dazu, das Rechte zu erkennen und zu tun…. Ein Verstandesmensch aber prüft sich nicht selbst, was ihn bewegt, anzunehmen oder abzulehnen …. Es arbeitet nur sein Verstand, der jedoch andere Wege geht, der nicht Gott Selbst zu Rate zieht, sondern sich selbst zu einer Prüfung befähigt dünkt. Und dieser wird oft irren, weil Gott nicht ausgeschaltet werden will und weil von Ihm allein die Wahrheit ausgeht. Doch es soll auch nicht ein Prüfen von Geistesgut unterlassen werden, weil sich der Mensch angeblich nicht fähig fühlt zu einem rechten Urteil…. Denn er wird sich einst verantworten müssen, und er wird sich nicht auf das Urteil anderer berufen können, das er bedenkenlos angenommen hat, weil es so von ihm verlangt wurde …. Er soll zu einem lebendigen Glauben gelangen, und das erfordert auch Nachdenken über das, was ihm gelehrt wird. Erst der lebendige Glaube wird gewertet von Gott, ein toter Glaube, ein Formglaube, aber ist so gut wie kein Glaube…. Und so werdet ihr Menschen immer wieder Gelegenheit haben, Stellung zu nehmen zu der einen oder der anderen Lehre, zu einem euch vermittelten Geistesgut, und ihr tut gut daran, euch an Gott Selbst zu wenden, denn Er, als die Ewige Wahrheit, wird euch auch die Wahrheit zugänglich machen, Er wird es euch ins Herz legen, daß ihr fähig seid, euch ein eigenes Urteil zu bilden, und daß dieses Urteil auch der Wahrheit entspricht. Nur sollet ihr nicht auf eure Kraft allein vertrauen, denn sowie Gott Sich nicht einschalten kann durch euren Willen, euer Gebet, schaltet sich ein anderer ein, und dieser bedienet sich eures Verstandes …. Und dann werdet ihr euch immer weiter entfernen von der Wahrheit, weil jener nicht eher ruhet, bis er sein Ziel erreicht hat ….

Amen

BD. Nr. 8407:     Prüfen von Geistesgut ….

Es wird euch noch sehr viel Geistesgut zugetragen werden, das angeblich von Mir ausgegangen sein soll, und ihr werdet immer sorglich prüfen müssen, ob dieses Geistesgut auch in Mir seinen Ausgang genommen hat. Ihr werdet es auch können, sowie es euch nur darum geht, reinste Wahrheit entgegenzunehmen, und ihr Mich bittet um Beistand. Wohl wirket Mein Geist allerorten, weil es nötig ist, daß der Menschheit in ihrer geistigen Finsternis ein Licht angezündet wird …. Doch es macht sich dieses auch Mein Gegner zunutze, indem er sich tarnet, um die Menschen zu verwirren, denn ein rechtes Licht zu geben, vermag er nicht, es werden immer nur Blendlichter sein, die er euch anzündet, und eure Augen werden durch dieses Blendlicht geschwächt, so daß sie dann auch schwerlich den sanften Schein eines rechten Lichtes erkennen. Denn unter großen Namen tarnet er sich und schafft dadurch eine Verwirrung. Die Menschen wagen sich nicht abzulehnen, und doch werden sie irregeführt von jenen, die sich ihnen kundgeben. Und ihr würdet erschrecken, wüßtet ihr, in welchem Umfang sein Gegenwirken eingesetzt hat und er es einsetzen wird bis zum Ende…. Die Menschen haben ein Verlangen nach ungewöhnlichem Wissen, und dieses Verlangen macht ihm auch sein Wirken möglich, indem er ihnen vortäuscht, sie in ein solches Wissen einzuführen, das aber nicht den geringsten Wert hat für die Seele des Menschen, die nur zum Zwecke des Ausreifens über diese Erde geht. Wohl werden auch diese „Lehrer“ Worte aussprechen, die täuschen sollen, doch wer aufmerksam prüfet, der wird zugeben müssen, daß er nichts gewinnt aus solchen Belehrungen, daß ihm kein „Licht leuchtet“, weil Mein Gegner selbst kein Licht besitzet, also auch keines austeilen kann…. Und immer wieder kann Ich euch nur dazu anregen, Mich innig um Erleuchtung des Geistes zu bitten, dann wird es auch in euch hell und klar werden, und ihr werdet ablehnen, was nicht von Mir ausgegangen ist. Es wird euch von vielen Seiten immer das gleiche angeboten werden, denn Mein Gegner besitzt kein Wissen und kann daher auch keines vermitteln. Und erst ein rechtes, wahrheitsgemäßes Wissen schenkt dem ein Licht, der ernstlich ein solches begehret. Was euch also in Wahrheit erleuchtet, das nehmet an …. was euch rechte Kenntnis gibt über Mich und Mein Wesen und über Meinen Heilsplan von Ewigkeit, so daß ihr nun auch hell und klar eure eigene Aufgabe erkennet, das ist ein Licht, das Ich euch Selbst anzünde …. Werdet ihr aber mit leeren Worten bedacht, die euch kein tiefes Wissen schenken darüber, was ihr waret, was ihr seid und wieder werden sollet …. wenn ihr aufgefordert werdet zur Arbeit für das Reich Gottes, euch aber keine Erklärung gegeben wird, worin diese Arbeit besteht und warum sie geleistet werden soll …. dann könnet ihr es berechtigt ablehnen als Phrasen, die euch nur bluffen sollen. Und ihr sollet euch fragen, ob ihr wohl einen Gewinn erzielen würdet, wenn euch überhaupt nichts anderes bekannt wäre, wenn ihr …. als völlig unwissend …. nur aus jenen Mitteilungen Aufklärung zu schöpfen suchtet. Ihr würdet wahrlich keinerlei Gewinn verzeichnen können, weil alles nur leere Worte sind, die nur von Meinem Gegner ausgingen, um euch zu verwirren und der reinen Wahrheit entfernt zu halten. Immer wieder wird er versuchen, auch in Meinen Reihen Verwirrung zu stiften, auf daß auch unter den Meinen verschiedene Ansichten herrschen und die Menschen des geistigen Strebens müde werden, wenn ihnen nicht vollste Klarheit geschenkt wird. Doch ihr besitzet schon so viel des Lichtes, daß ihr auch sein Wirken erkennen werdet, sowie ihr unvoreingenommen dieses prüfet. Darum nehmet nur immer den Weg zu Mir und begehret Aufschluß, und ihr werdet es im Herzen empfinden, was ihr annehmen könnet und was ihr ablehnen sollet …. Denn Meines Gegners Macht ist gebrochen, sowie er sie bei denen anwenden will, die Mir schon angehören durch ihren Willen, denn diese werde Ich schützen vor Irrtum, weil sie die Wahrheit begehren ….

Amen

Der freie Wille

Das größte Geschenk der göttlichen Liebe ist der freie Wille. Ohne den freien Willen wären wir keine eigenständigen Wesen, sondern nur Marionetten. Aber so können wir selbst entscheiden, was wir möchten, im Guten wie im Bösen, tragen dann aber auch die Konsequenzen dafür.

Der Schöpfer allen Seins hat seine Geschöpfe mit dem freien Willen ausgestattet, auch mit dem Wissen, daß sie sich von ihm abwenden können. Das ist dann auch geschehen, ein Geschöpf hat sich von ihm abgewandt. Er hat diese Möglichkeit bedacht und einen Plan für das Aufheben dieses Unrechts gemacht.

Wenn sich ein Kind von ihm abwenden und nicht zur rechten Zeit sich besinnen und umkehren sollte, so wollte er selber das Sühneopfer auf sich nehmen und er hat dieses Opfer auf sich genommen, Jesus ist einen schrecklichen Tod am Kreuz gestorben und hat damit den Weg zurück frei gemacht.

Aber bis heute leben Menschen auf dieser Erde, die sich immer noch nicht zurückgewandt haben, und sie bräuchten sich doch nur umzukehren, sich der göttlichen Liebe zuzuwenden und um Hilfe bitten. Die Liebe wartet nur darauf. Und mit jedem Menschen, der sich ehrlich Gott zuwendet, ist ein Geschöpf auf dem Weg zurück in die himmlische Heimat und wird von dort geführt.

Wohl wird der Mensch auch noch auf Herz und Nieren geprüft werden, ob es ihm wirklich ernst ist, aber er kommt nicht mehr in die Gefahr, sich ganz in der Materie zu verlieren. Je mehr wir uns also Gott zuwenden, umso besser ist es.

Gerade in der heutigen Zeit, mit all den Gefahren Teuerung, Krieg, Atomangriffe, sollte es einfacher sein, auf die göttliche Liebe zu vertrauen oder ist es schwieriger, weil wir uns von den materiellen Dingen so abhängig fühlen?

Was wirklich wichtig ist und andererseits wie gefährlich die innere Abhängigkeit von der Materie ist, und was das wirklich bedeutet, ist in einer Kundgabe von Bertha Dudde nachzulesen.

BD.Nr. 7094:  Die irdische Welt ist das Reich des Gegners …..

 Da die irdische Welt das Reich Meines Gegners ist, hat er auch in dieser ein gewisses Recht, das ihm von Mir aus nicht gekürzt wird, das aber ihr Menschen selbst ihm streitig machen könnet, wenn ihr euch nicht seinem Willen beuget. Denn er sucht auf euren Willen einzuwirken eben durch die Welt, durch alles, was mit der Materie verbunden ist…. Er sucht in euch die Gier nach der Materie zu verstärken, er wirkt durch die Materie auf euch ein, indem er sie euch so lockend vor Augen stellt, daß ihr sie zu besitzen trachtet…. Ich verwehre ihm sein Tun und seine Absicht nicht, weil er noch ein Anrecht hat auf euch, die ihr ihm einst freiwillig zur Tiefe gefolgt seid…. Ihr aber könnet ihm wehren, ihr könnt allen Versuchungen widerstehen, wenn es euch ernst ist, von ihm frei zu werden und euren Erdengang mit Erfolg zurückzulegen…. Denn euren Willen kann er nicht zwingen, ihr könnt in vollster Freiheit euch selbst entscheiden, und ihr solltet diese Freiheit recht nützen, ihr solltet die Welt als sein Reich erkennen und ihm zu entfliehen suchen. Denn dazu werde Ich euch stets helfen, wenn es euer ernster Wille ist…. Und so könnet ihr niemals euch frei machen von der Verantwortung eurer Seele gegenüber, weil ihr allein es entscheidet, ob Mein Gegner über euch Macht behält oder ihr frei werdet von dieser Macht. Er kann euch nicht zwingen, und Ich wende gleichfalls keinen Zwang an, weder euch noch ihm gegenüber…. Aber im gleichen Maße, wie er seine Verführungskünste an euch erprobt, bin Ich auch bereit, euch mit Gnadengaben zu versorgen, so daß es euch also wohl möglich ist, ihm zu widerstehen. Und wenn nun der derzeitige Geisteszustand der Menschen so tief ist, wenn ihr Denken nur noch materiell gerichtet ist und all ihr Sinnen und Trachten nur noch dem Erreichen irdischer Güter gilt, so ist dies allein den Menschen zuzuschreiben, weil sie freiwillig den Wünschen Meines Gegners nachkommen, obwohl sie ihm doch widerstehen könnten…. Immer wieder ist es die Willensfreiheit, die den Geisteszustand eines jeden Menschen bestimmt, die ihm aber auch nicht genommen wird, solange er als Mensch auf dieser Erde weilt. Aber er kann eben durch seine Willensfreiheit, durch den Mißbrauch seines Willens, es so weit bringen, daß sein Wille erneut gebunden wird, daß er wieder in den Zustand völliger Unfreiheit versetzt wird, der überaus qualvoll ist…. daß er selbst zur Materie wird, die er anstrebte während seines Erdenwandels. Dann hat der Gegner wohl den Sieg davongetragen, indem er die Rückkehr zu Mir verhinderte, aber er hat sie nur verzögert, und das Geistige, das er durch seinen Einfluß für sich zu gewinnen glaubte, wird erneut seiner Macht und seinem Einfluß entzogen. Und das bedeutet auch Schwächung seiner selbst wieder auf endlos lange Zeit. Mein Reich ist nicht von dieser Welt…. Diese Worte sollten euch Menschen klarstens sagen, was ihr von der irdischen Welt zu halten habt…. wenn es euch überhaupt daran liegt, Mein Reich einmal in Besitz zu nehmen. Aber gerade die Weltmenschen, die Materialisten, lassen sich genügen am Besitz dieser Welt, sie streben kein geistiges Reich an, denn sie sind schon völlig im Banne des Herrn dieser Welt, wenngleich sie auch ihn als ein Wesen, von dem sie beeinflußt werden, nicht gelten lassen. Denn er schlägt sie mit völliger Blindheit, er hindert sie an einem noch so schwachen Licht der Erkenntnis, er zündet ihnen Blendlichter an, die es unmöglich machen, ein rechtes Licht zu sehen…. Und Ich werde sein Wirken nicht unterbinden, geht es doch um den freien Willensentscheid, den der Mensch auf Erden ablegen soll…. Meine Hilfsmittel aber könnten zu einer Wandlung des Willens beitragen, denn sie bestehen vorwiegend darin, den Menschen die Vergänglichkeit der Materie vor Augen zu führen, ihnen immer wieder ihren Besitz zu nehmen, um sie zu einem Streben nach unvergänglichen Gütern zu veranlassen…. weshalb in der Endzeit immer wieder Ereignisse eintreten werden, welche die Menschen allerdeutlichst hinweisen auf die Wertlosigkeit dessen, was die Welt bietet. Denn Ich unterlasse nichts, wodurch den Menschen noch Hilfe geleistet werden kann, Ich tue alles, um sie zu retten vor dem Lose einer Neubannung, deren Bedeutung die Menschen nicht wissen und auch es nicht glauben, wenn ihnen das Wissen zugeleitet wird. Und es wird sich daher noch viel ereignen, bevor der letzte Tag gekommen ist, der dann unwiderruflich auch das Schicksal aller Menschen entscheidet….

Amen

Himmel oder Hölle

Es liegt bei Dir, wo du leben möchtest im Himmel oder in der Hölle, du hast die freie Wahl.

Ein Beispiel zu dem Unterschied zwischen Himmel und Hölle.

An einem großen Tisch sitzen Menschen, auf dem Tisch sind große Töpfe mit Nahrung. Die Menschen haben zum Essen lange Löffel, zu lang, um sie zum Mund zu führen. Und diese Löffel sind in der Mitte heiß, sie können sie nur am Ende anfassen. Und so schöpfen sie den Brei aus dem Topf und können ihn nicht zum Mund führen. Die Menschen sind abgehärmt, voll Neid, streiten und schimpfen miteinander und ein jeder versucht, dem anderen die Nahrung wegzunehmen, was aber nicht gelingt. Das ist die Hölle.

Ein anderer Raum, die Menschen sitzen an einem großen Tisch, auf dem Tisch sind große Töpfe mit Nahrung. Die Menschen haben zum Essen lange Löffel, zu lang, um sie zum Mund zu führen. Und diese Löffel sind in der Mitte heiß, sie können sie nur am Ende anfassen. Aber diese Menschen sind gut genährt, zufrieden und gehen liebevoll miteinander um, lachen und freuen sich. Sie versuchen gar nicht erst, selber an die Nahrung zu kommen, sie füttern sich gegenseitig und so wird jeder satt. Das ist der Himmel. 1)

Und bei gleichen äußeren Bedingungen entscheidet so jeder für sich selbst, was und wo er lebt, im Himmel oder in der Hölle, das ist ein innerer Zustand.

Ich kann mit allem unzufrieden sein und nie genug bekommen oder ich kann in Frieden mit Gott und den Menschen leben und mit dem, was ich habe, zufrieden sein.

Die folgende Kundgabe enthält das Versprechen, daß jeder den Himmel in sich finden kann und dorthin geleitet wird, wenn er es nur zuläßt. Keine Seele wird je verloren gehen, auch wenn es bei einigen „ewig“ dauert, bis sie dorthin kommen.

Anmerkung 1) von Christel Z.

Hierzu auch eine Kundgabe von Bertha Dudde vom 17. 11. 1948

BD. Nr. 4488:     Himmel und Hölle ….

Wer sich Mir zu eigen gibt, den lasse Ich ewig nicht mehr fallen. Doch wer im Widerstand gegen Mich verharrt, der steht in großer Gefahr, Meine Liebekraft ganz entbehren zu müssen und in seiner Ursubstanz zu verhärten, ein überaus qualvoller Zustand, den Ich verhüten möchte. Diese Wahrheit nun, die seit Beginn den Menschen nicht verheimlicht wurde, hat den Begriff „Himmel und Hölle“ geschaffen, eines seligen und eines unseligen Zustandes, der in der Vorstellung des Menschen räumlich begrenzt ist, bis zuletzt die eigentliche Wahrheit …. der Zustand …. in der Vorstellung der Menschen zurücktrat und nur noch der Ort bestehenblieb, den sich die Phantasie in allen Farben ausmalte, und dadurch vielen irrigen Gedanken Raum gegeben wurde, so daß die Wahrheit gänzlich entstellt ist und der Mensch keine Kenntnis mehr davon hat, was eigentlich Himmel und Hölle bedeutet. Leben und Tod sind Himmel und Hölle …. Emsige, beglückende Tätigkeit in strahlendstem Licht ist Leben …. Kraftlosigkeit, Ohnmacht und tiefste Dunkelheit ist Tod …. Und jeder Zustand kann nach oben und nach unten ständig zunehmen, bis das höchste Ziel, selige Verschmelzung mit Mir, oder der tiefste Absturz, endlos weite Entfernung von Mir, erreicht ist …. Unvorstellbar ist die Seligkeit, unvorstellbar die Qual und das Leid der Verdammten, die Ewigkeiten schmachten und keine Kraft zur Erlösung mehr haben. Dieser Seelen sollet ihr gedenken …. Irrig ist die Lehre, daß es keine Erlösung mehr aus der Hölle gibt, daß diese Seelen auf ewig von Mir verdammt sind …. Nicht Ich verdamme sie, sondern sie selbst haben die Verdammnis gewählt, nicht Ich stürze sie in die Tiefe, sondern sie selbst sind dem tiefsten Abgrund zugestrebt; doch Meine Liebe lässet nichts auf ewig in dieser weiten Entfernung, und darum gibt es auch aus der Hölle eine Erlösung, weil Ich auch für diese Wesen gestorben bin am Kreuz und ihre Schuld auf Mich nahm, weil Meine Liebe größer ist als Mein Zorn, als Meine Gerechtigkeit. Auch die Hölle wird ihre letzten Opfer herausgeben müssen, d.h., auch die festeste Materie wird einmal aufgelöst werden und das Geistige darin frei werden zum Zwecke des Aufstieges zum Leben …. Denn die Hölle, wie ihr Menschen sie euch vorstellt, besteht nicht als ein ewig brennender Feuerherd, sie ist kein Ort, der die Verdammten birgt; die Hölle ist ein Zustand, dessen Qualen nicht zu beschreiben sind, ein Zustand, der auf Erden damit beginnt, daß die Menschen Mich nicht anerkennen, also sich lossagen von Mir und ohne Meine Liebekraft bleiben. Sie leben dann wohl noch das körperliche Leben ohne Mich und empfinden den kraftlosen Zustand, den die Entfernung von Mir mit sich bringt, noch nicht als Qual, doch sowie das Leibesleben zu Ende ist, setzen die Qualen ein: das Bewußtsein, völlig ohne Kraft und doch zu sein …. Es ist anfangs noch die Möglichkeit, im Jenseits den Widerstand aufzugeben, so die Seele den Vorstellungen wissender Wesen Gehör schenkt, doch selten nur werden diese Möglichkeiten ausgewertet, und die Seele sinkt immer tiefer, und die Entfernung von Mir wird immer größer, die Kraftlosigkeit nimmt zu bis zur endlichen Verhärtung …. zur Neubannung in festester Materie ….

Dann ist eine endlos lange Entwicklungsperiode vorübergegangen ohne Erfolg für das einstmals in der Materie gebundene und nun freie Geistige, das als Mensch aus eigenem Antrieb streben sollte danach, jeder materiellen Fessel ledig zu werden. Daß es nun versagt hat, ist sein freier Wille, denn Ich lasse es wahrlich nicht fehlen an direkten Mahnungen und Warnungen. Die Hölle hat aber weit größere Anziehungskraft als der Himmel …. und es strebt der Mensch mit größtem Eifer doch wieder die Materie an, die die Seele längst überwunden hatte. Und sie ist nun auch sein Los …. sie wird wieder die Hülle des Geistigen, das bei seiner letzten Willensprobe versagte. Die Hölle hat ihre Pforten weit geöffnet, und freiwillig gehen durch diese Pforte zahllose Seelen ein in die Finsternis …. Die Hölle wird triumphieren, d.h., ihr Fürst hat zahlenmäßig großen Erfolg, jedoch Ich entwinde ihm alle diese Seelen, die Ich in der neuen Schöpfung wieder einzeuge und Meinem Gegner jegliche Macht über diese Wesenheiten nehme, indem Ich ihn gleichfalls binde mitten in die Erde …. d.h. die festeste Hülle wird ihm als Fessel gegeben, die er nicht eher verlassen kann, bis durch Menschenwillen er wieder an die Macht kommt, indem die Menschen wieder materielle Güter begehren und sich von Mir stets mehr und mehr entfernen. Dann kämpfet er wieder um die Seelen, und dieser Kampf ist zugelassen, auf daß sich die Seelen bewähren und sich entscheiden für Mich oder für ihn, weil ohne rechten Entscheid kein Mensch selig werden kann ….

Amen

Das jenseitige Kinderreich

Berichte von Nahtoderfahrungen gibt es mittlerweile einige. Die Betroffenen erzählen oft von der Annahme in Liebe und dann vom Zurückschicken auf die Erde, um weiter zu leben oder sie werden darum gebeten, eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen.

In der „geistigen Literatur“ gibt es viele Berichte vom jenseitigen Weg von Menschen, die in der Regel auch „Altlasten“ von der Erde aufzuarbeiten haben, und sich dann weiter entwickeln.

Was geschieht mit den Seelen von Kindern, die kurz nach der Geburt oder in sehr jungem Alter ins Jenseits gehen (nach irdischen Gesichtspunkten versterben)? Sie sind hilflos, noch unselbstständig, müssen betreut und erzogen werden. Für sie ist natürlich auch gesorgt. Es gibt ein jenseitiges Kinderreich, in dem diese Seelen aufs Beste betreut und geschult werden und auch Ruhe- und Spielzeiten kommen nicht zu kurz.

Das jenseitige Kinderreich ab Kapitel 68 im Buch „Geistige Sonne 2“

In einer schönen Gartenlandschaft stehen riesige Häuser (es sind sehr viele Kinder). Im ersten sind die Bettchen der kleinsten, sie stehen in einer Höhe von 3 Schuh (1 Schuh ist 31,6 cm), also gerade hoch genug, daß sich ein Betreuer gut zu dem Kind hinunterbeugen kann. Es sind einige Betreuer, die durch die Reihen gehen, in denen diese Bettchen angeordnet sind. Und die sich darum kümmern, daß es keinem Seelchen an etwas fehlt.

Wenn die Kinder größer geworden sind und ins Krabbel- und Laufalter kommen, so kommen sie in andere Räume, in denen Vorrichtungen angebracht sind, an denen sie sich hochziehen und festhalten können sowie Geländer, an denen sie das Laufen lernen. Natürlich sind auch hier immer Aufsichtspersonen dabei, aber das Laufen lernen ist etwas, bei dem das Kind selbst aktiv werden muß.

Wenn auch das gemeistert ist, kommt das Sprechen dran, hier gibt es eine eigene Vorgehensweise, um den Kindern spielerisch das Sprechen beizubringen und das dann in Rollenspielen einzuüben und zu vervollkommnen. Und dann das Lesen – die Schrift ist anders aufgebaut und das Lernen der Worte wird mit Bildern unterstützt, die wiederum weitere Informationen beinhalten.

Je nach Alter und Entwicklung werden die von der Erde kommenden älteren Kinder eingegliedert, es macht ja wenig Sinn, ein Kind das bereits laufen und sprechen kann, nochmals das Laufen und Sprechen lernen lassen.     

Bei dem Unterricht über die Erde wäre wohl gerne der eine oder andere Forscher dabei, wenn einer der riesigen Globusse aufgeklappt wird und sich der innere Aufbau der Erde zeigt oder wenn bestimmte Szenen den Kindern an den Originalplätzen vorgespielt werden zum besseren Verständnis.

Und wenn sie einen bestimmten Entwicklungsstand erreicht haben, ihre Herkunft erfahren, können sie ihre Verwandten auf der Erde besuchen, wenn diese schlafen. Es ist dann wie ein Traum für diese.

Aber das Lernen ist noch nicht vorbei, es folgt die Schulung in den Zwölf Geboten, die zehn Gebote, die Moses erhalten hat, und die 2 Gebote des Neuen Testaments. All diese Gebote werden bis ins Innere aufgeschlüsselt, wohl nicht nur für die Kinder dort, sondern auch für uns Kinder auf der Erde.

Obervorsteherin dieser Lehranstalten ist Maria, die Mutter von Jesus, die diese Lehranstalten oft besucht.

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In dem Buch Die geistige Sonne, Band 2 von Jakob Lorber wird ab Kapitel 67 die Leitung der Entwicklung der Seelen, bzw. das Erziehen der Kinder im Jenseits geschildert.

Die geistige Sonne, Band 2 von Jakob Lorber – Kapitel 67

http://www.vitaswing.de/jl/gso2/Gso2-067.htm

Die geistige Sonne, Band 2 von Jakob Lorber – Kapitel 68

http://www.vitaswing.de/jl/gso2/Gso2-068.htm

Die geistige Sonne, Band 2 von Jakob Lorber – Kapitel 69

http://www.vitaswing.de/jl/gso2/Gso2-069.htm

Die geistige Sonne, Band 2 von Jakob Lorber – Kapitel 70

http://www.vitaswing.de/jl/gso2/Gso2-070.htm

Die geistige Sonne, Band 2 von Jakob Lorber – Kapitel 71

http://www.vitaswing.de/jl/gso2/Gso2-071.htm

Die geistige Sonne, Band 2 von Jakob Lorber – Kapitel 72

http://www.vitaswing.de/jl/gso2/Gso2-072.htm

Das sind Links zu den ersten sechs Kapiteln des „Jenseitigen Kinderreichs“ wenn jemand weiterlesen möchte, nachstend der Link zum Inhaltsverzeichnis des Buches dort runterblättern zum Kapitel 73.

http://www.vitaswing.de/jl/gso2/index.htm

Die Gegenüberstellung des Originaltextes mit dem Textes der 6. Auflage zeigt die zwischenzeitlich vorgenommenen Änderungen auf.

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Ein Tipp – wenn etwas unklar ist, es nicht einfach verwerfen, sondern im Inneren nachfragen und um Antwort bitten, ja und dann, geduldig sein, die Antwort kommt bestimmt.

In eigener Sache

Vor langer Zeit kam ich in an einen Ort, an dem Wortkinder sprachen, und war sofort fasziniert und berührt. Ich habe mich erst gewehrt, aber es hat nichts genutzt, es hat in mir gearbeitet und ich „mußte“ mich damit auseinander setzen. Und so kam eins zum anderen, Informationen, geistige Werke, die ich dann mehr oder weniger gesammelt habe.

Ich habe sie durchaus nicht alle gelesen. Manchmal habe ich ein Buch geöffnet und da war ein Satz, den ich in dem Moment brauchte, und als ich ihn gelesen hatte, habe ich das Buch wieder zugemacht und zurückgestellt.

Aber im Laufe der Zeit kam doch einiges an Informationen zusammen, und ich habe Zusammenhänge über die Schöpfung und den „Sinn des Leben“ begriffen, die durchaus nicht alltäglich sind.

Und jetzt in dieser Zeit möchte ich das Wissen teilen. Es ist ein Angebot, eine lose Sammlung an Informationen, die zur Erklärung der Vorgänge auf der Erde dienen sollen. Im Moment habe ich vor, wöchentlich ein Thema aufzugreifen und in einer WordPress-Umgebung einzustellen. WordPress deshalb, weil es „einfach“ ist und alle Umgebungen abdeckt, Browser-, Tablet- und Smartphone-Formatierungen werden bedient. Allerdings muß man sich an einige Konventionen halten, Überschriften sind z. B. etwas groß, bitte stört Euch nicht daran.

Auf die Dauer wird das mit dem Blog wohl zu unübersichtlich werden, so daß ich dann bestimmte Themen in anderer Form zusammenfassen und einstellen werde, aber das dauert noch ein wenig.

Soweit der Überblick

Es ist etwas ungewöhnlich, daß keine Kommentare möglich sind. Ich habe in der Vergangenheit Probleme mit Hackern gehabt und darum beschlossen, daß ich im Moment nur die Kontaktaufnahme per eMail ermögliche. Das ist für den, der mich kontaktieren möchte, sicherer, und es geht auch darum, daß die Themen in sich geschlossen bleiben und nicht „zerrissen“ werden.

Die Themen sind überkonfessionell, es geht hier rein um die Beziehung zwischen der göttlichen Liebe und dem Menschen.

Das Gute in der heutigen Zeit ist, daß viele der Schriften Online frei verfügbar sind, und daß man dort dann nachlesen kann, was man im Moment braucht. Es ist wie ein lichtes Gegenstück zu den dunklen Geschehnissen gerade jetzt in dieser Zeit.

Passt gut auf Euch auf, alles Liebe.

Gerlinde   

Die Bürgschaft

oder
wie das Gute das Böse überwindet

Es gibt leider so viele Tyrannen auf dieser Erde, ob im Großen oder im Kleinen. Oft merken diese Menschen nicht einmal, wie sie sich verhalten, wie sie die Mitmenschen unterdrücken mit ihrem Verhalten, sie finden das ganz normal.

Sei es ein Regierungschef, der einen Nachbarstaat überfällt und, wenn er dann durch Sanktionen von anderen eingeengt wird, um ihn zur Vernunft zu bringen, auch dort zurückschlägt, um Unruhe zu stiften und Verbündete auseinander zu bringen. Und dies erreicht er auch dadurch, daß die Regierungen meinen Maßnahmen erlassen zu müssen, die wiederum die Menschen in diesen Staaten einengen und unruhig werden lassen.

Natürlich ist hier die Entschuldigung, daß man die Regeln erlassen muß, um für alle zu sorgen, wenn es denn nur so wäre, aber das stimmt meist nicht und das erkennen die Menschen auch und werden immer unruhiger und der Diktator freut sich.   

Wie kommt es in es in erster Linie dazu?

Nun, auf dieser Erde leben nicht nur gute Menschen, sondern es sind auch gefallene Geister inkarniert, die die Herrschaft übernehmen wollen. Und jetzt in dieser letzten Zeit werden es auf der Erde immer mehr dieser Geister, allerdings kommen auch gute Geister aus den Himmeln. Gleichzeitig ist abzusehen, daß die Ressourcen zur Neige gehen, und es nicht nur mehr darum geht zu leben, sondern zu überleben. Es gibt also Versorgungskämpfe.

Dieses ganze Geschehen wird immer mehr eskalieren bis zu dem Punkt, an dem Gott dem ganzen Einhalt gebietet und die negativen Geister von der Erde genommen werden. Die Erde wird nicht zerstört, aber gereinigt. Und es wird eine Zeit des Friedens und der Freiheit geben. Es gibt nur noch die nötigsten Vorschriften und jeder ist dem anderen gut.

Wie kann man bis dahin überleben?

Es geht darum, sich selbst im Guten treu zu bleiben und wer darüber im Zweifel ist, wie das geht, frage sich, ob er sein Verhalten einem anderen gegenüber auch für sich selbst akzeptieren würde. Wenn er das ablehnt, dann hat er seine Antwort.

Und dann besteht noch die Möglichkeit, sein Gewissen zu befragen, nicht auszuweichen, sondern dem positiven oder negativen Gefühl stand zu halten und entsprechend dabei zu bleiben oder sich zu ändern.

Und es gibt es eine ganz einfache Möglichkeit, herauszufinden, wo man steht, – beten – und die göttliche Liebe um klare Gedanken und um Hilfe zu bitten. Kein reines Gebet bleibt unerhört, wenn auch oft etwas anderes geschieht als das, worauf man hofft, aber dann gibt es noch etwas zu lernen. Das Leben ist eine Schule und es geht darum, zu leben und zu lernen, Prüfungen abzulegen und zu bestehen oder eine Lehrstunde zu wiederholen.

Wenn man etwas vorher wüßte, wäre es ganz einfach, aber oft begreift man nachher. So wie es jemand mal ausdrückte, „man lebt vorwärts und begreift rückwärts“1). Aber wenn man es begriffen hat, dann ist es auch gut und vorbei.

In dem Gedicht „Die Bürgschaft von Friedrich Schiller gibt es ein Beispiel, wie das Gute das Böse überwindet.

Damon will den Tyrannen mit einem Dolch umbringen, wird dabei gefaßt und zum Tode am Kreuz verurteilt. Er bittet um Aufschub, weil er seine Schwester verheiraten möchte und bietet als Bürgen seinen Freund an. Der Tyrann läßt sich darauf ein, sagt allerdings, wenn Damon nicht wiederkommt, wird der Freund an seiner statt gekreuzigt.

Damon verheiratet seine Schwester, aber auf dem Rückweg wird die Brücke weggeschwemmt, der Fluß tritt über die Ufer und er betet und schwimmt mit aller Kraft durch den reißenden Fluß, weil er den Freund nicht im Stich lassen möchte. Er kommt ans rettende Ufer und dankt Gott.

Damit aber nicht genug, Räuber stellen sich ihm in den Weg und wollen ihn ermorden, er wagt es, mit ihnen zu kämpfen und kann sie in die Flucht schlagen.

Er ist erschöpft, er bekommt wieder Hilfe und findet in der Nähe eine Quelle, an der er seinen Durst stillen kann.

Es ist spät geworden und ihm wird gesagt, daß der Freund wahrscheinlich schon gekreuzigt und er sich doch in Sicherheit bringen solle. Aber er zieht weiter in die Stadt und kommt gerade noch rechtzeitig.

Ja und dann, dann besiegt er den Tyrannen doch noch, nicht mit dem Dolch, aber mit seinen Taten. Er ist treu geblieben.

War es denn nötig, daß er auf dem Rückweg so aufgehalten wurde, daß er es kaum geschafft hat? Ja, das hat seine Treue noch bestätigt und Gott hat das Seine dazu gegeben und so ist es gelungen, den Tyrannen umzustimmen.

Die irdischen Prüfungen sind schwer und scheinen manchmal fast unüberwindlich und es bedarf aller Kraft, allen Mutes, allen Glaubens, sie zu bestehen, aber es ist möglich und daran sollten wir alle festhalten.

  1. Von Selma Lagerlöf und anderen, wird einigen Menschen zugeschrieben.

    

Die Bürgschaft

Zu Dionys[1} dem Tyrannen schlich

Damon, [2] den Dolch im Gewande,

Ihn schlugen die Häscher in Bande.

Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!

Engegnet ihm finster der Wüterich.

„Die Stadt vom Tyrannen befreien!“

Das sollst du am Kreuze bereuen .

Ich bin, spricht jener, zu sterben bereit,

Und bitte nicht um mein Leben,

Doch willst du Gnade mir geben,

Ich flehe dich um drei Tage Zeit,

Bis ich die Schwester dem Gassen gefreit, [3]

Ich lasse den Freund dir als Bürgen,

Ihn magst du, entrinn ich, erwürgen.

Da lächelt der König mit arger List,

Und spricht nach kurzem Bedenken:

Drei Tage will ich dir schenken.

Doch wisse! Wenn sie verstrichen die Frist,

Eh du zurück mir gegben bist,

So muß er statt deiner erblassen,

Doch dir ist die Strafe erlassen.

Und er kommt zum Freunde: „der König gebeut,[4]

Daß ich am Kreuz mit dem Leben

Bezahle das frevelnde Streben,

Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,

Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,

So bleib du dem König zum Pfande,

Bis ich komme, zu lösen die Bande.

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund,

Und liefert sich aus dem Tyrannen,

Der andere ziehet von dannen.

Und ehe das dritte Morgenrot scheint,

Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,

Eilt heim mit sorgender Seele,

Damit er die Frist nicht verfehle.

Da gießt unendlicher Regen herab,

Von den Bergen stürzen die Quellen,

Und die Bäche, die Ströme schwellen.

Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,

Da reißet die Brücke der Strudel hinab,

Und donnernd sprenden die Wogen

Des Gewölbes krachenden Bogen.

Und trostlos irrt er an Ufers Rand,

Wie weit er auch spähet und blicket

Und die Stimme, die rufende, schicket;

Da stößet kein Nachen [5] vom sichern Strand,

Der ihn setze an das gewünschte Land,

Kein Schiffer lenket die Fähre,

Und der wilde Strom wird zum Meere.

Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,

Die Hände zum Zeus erhoben:

O hemme des Stromes Toben!

Es eilen die Stunden, im Mittag steht

Die Sonne und wenn sie niedergeht,

Und ich kann die Stadt nicht erreichen,

so muß der Freund mir erbleichen.

Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,

Und Welle auf Welle zerrinnet,

Und Stunde an Stunde entrinnet,

Da treibet die Angst ihn, da faßt er sich Mut

Und wirft sich hinein in die brausende Flut,

Und teilt mit gewaltigen Armen

Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

Und gewinnt das Ufer und eilet fort,

Und danket dem rettenden Gotte,

Da stürzet die raubende Rotte

Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,

Den Pfad ihm sperrend und schnaubet Mord

Und hemmet des Wanderers Eile

Mit drohend geschwungener Keule.

Was wollt ihr? ruft er für Schrecken bleich,

Ich habe nichts als mein Leben,

Das muß ich dem Könige geben!

Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:

Um des Freundes Willen erbaret euch!

Und drei, mit gewaltigen Streichen,

Erlegt er, die anderen entweichen.

Und die Sonne versendet glühenden Brand

Und von der unendlichen Mühe

Ermattet sinken die Knie:

O hast du mich gnädig aus Räubershand,

Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,

Und soll hier verschmachtend verderben,

Und der Freund mir, der liebende, sterben!

Und horch! da sprudelt es silberhell

Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,

Und stille hält er zu lauschen,

Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,

Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,

Und freudig bückt er sich nieder,

Und erfrischet die brennenden Glieder.

Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün,

Und mahlt auf den glänzenden Matten

Der Bäume gigantische Schatten,

Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,

Will eilenden Laufes vorüber fliehn,

Da hört er die Worte sie sagen:

Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen.

Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,

Ihn jagen der Sorge Qualen,

Da schimmern in Abendrots Strahlen

Von ferne die Zinnen von Syrakus,

Und entgegen kommt ihm Philostratus, [6]

Des Hauses redlicher Hüter,

Der erkennet entsetzt den Gebieter:

Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,

So rette das eigene Leben!

Den Tod erleidet er eben.

Von Stunde zu Stunde gewartet‘ er

Mit hoffender Seele der Wiederkehr,

Ihm konnte den mutigen Glauben

Der Hohn des Tyrannen nicht rauben.

Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht

Ein Retter willkommen erscheinen,

So soll mich der Tod ihm vereinen.

Deß rühme der blutge Tyrann sich nicht,

Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,

Er schlachte der Opfer zweie,

Und glaube an Liebe und Treue.

Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor

Und sieht das Kreuz schon erhöhet,

Das die Menge gaffend umstehet,

An dem Seile schon zieht man den Freund empor,

Da zertrennt er gewaltig den dichten Chor:

„Mich Henker! ruft er , erwürget,

Da bin ich, für den er gebürget!“

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,

In den Armen liegen sich beide,

Und weinen für Schmerzen und Freude.

Da sieht man kein Auge tränenleer,

Und zum Könige bringt man die Wundermär,

Der fühlt ein menschliches Rühren,

Läßt schnell vor den Thron sie führen.

Und blicket sie lange verwundert an,

Drauf spricht er: Es ist euch gelungen,

Ihr habt das Herz mir bezwungen,

Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,

So nehmet auch mich zum Genossen an,

Ich sei, gewährt mir die Bitte,

In eurem Bunde der dritte.

Friedrich Schiller (Quelle Wikisource)

      

  1. Gemeint ist Dionysios II.
  2. Schiller änderte den Namen in einer überarbeiteten Fassung 1804 in Damon.
  3. Freien: ehelichen.
  4. Veraltet: gebietet.
  5. Nachen: Kleines Boot, Einbaum.
  6. Möros’ (Damon‘s) Diener.