Der Präsident und die Bibel

Es war einmal ein Mann, der Präsident werden wollte und sich zur Wahl stellte. Dank dem ungewöhnlichen Wahlsystem des Landes und auch einigen seltsamen Vorkommnissen, gewann er die Wahl auch, obwohl seine Gegenkandidatin mehr Stimmen bekam.

Bei der Vereidigung leistete er einen Schwur auf die Bibel.

Er führte sich als Präsident sehr seltsam auf, so daß es sogar zu einer Absetzung von ihm kam, die gerade noch von seiner Partei verhindert wurde. Glücklicherweise wurde in dem Land alle vier Jahre ein neuer Präsident bzw. eine Präsidentin gewählt und so standen nun Neuwahlen an.

Viele Menschen hatten erkannt, was für eine Art Mensch vor vier Jahren zum Präsident gewählt worden war, jemand der manipulierte und log . Seine Unwahrheiten bei öffentlichen Veranstaltungen wurden gezählt, es waren in den knapp vier Jahren mehr als 20.000 offensichtliche Lügen. Und für ihn waren die Menschen nicht gleich und frei. Frauen beleidigte er besonders gern, desgleichen Menschen anderer Hautfarbe, und er schreckte selbst davor nicht zurück, abfällige Bemerkungen über gefallene Soldaten zu machen.

Und vor den Neuwahlen wurden seine Ausfälligkeiten besonders schlimm, es stand nicht mehr so gut um seine Chancen, wiedergewählt zu werden, er hatte sich einfach zu viel Negatives geleistet, die Menschen wurden langsam wach. Und dabei wollte er doch unbedingt, wiedergewählt werden, möglichst nicht nur weitere vier Jahre sondern länger und dann sollte seine Tochter ihn beerben. Dem standen nur die Wähler entgegen, die ihm seine Stimme nicht geben wollten und sein Gegenkanditat, den er permanent beleidigte. Als sich dann aber trotz allem herausstellte, daß seine Chancen sich weiter verschlechterten, wurden seine Handlungen immer seltsamer.

Eines Tages liess er eine Demonstration vor einer Kirche mit Tränengas auflösen und ging anschliessend auf den Platz vor der Kirche und hielt eine Bibel hoch. Die Geste wird verständlich, wenn man sich Aussagen seiner treuesten Anhänger anhört, die sagen, daß Gott wollte, daß er Präsident wurde. Er ging sogar noch weiter, bei einer seiner Reden saßen drei “Nonnen” auf der Tribüne hinter ihm, eine betete, eine hatte einen Rosenkranz und die mittlere hielt wiederum eine Bibel hoch.

War es wirklich Gottes Wille, daß er Präsident wurde? Gott geht nicht wählen und er hält auch niemanden dazu an, einen bestimmten Menschen zu wählen. Im Gegenteil, die Freiheit des Menschen ist ihm das wichtigste Gut, denn nur in der Freiheit kann sich der Mensch entwickeln. Anleitungen und Hinweise dazu stehen in heiligen Büchern, also auch in der “Heiligen Bibel”.

Im Alten Testament dieses Buches ist die Geschichte beschrieben, wie Gott Moses die Tafeln mit den zehn Geboten gab und das

8. Gebot lautet – Du sollst nicht lügen.

Und dann gibt es noch im Neuen Testamt die Gebote der neuen Zeit:

Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst. *1)

Also Gott, von dem dieses Buch berichtet, das als heilig bezeichnet wird, sucht sich einen solchen Menschen aus, um ihn nach seinem Willen als Präsidenten die Menschen in dem “freiesten Land der Erde” belügen und “regieren” zu lassen.

Wenn ein Präsident in den Vereinigten Staaten von Amerika gewählt wird, dann ist das der Willen der Wähler, und es sollte sich jeder in Ruhe überlegen, was er von einem Präsidenten erwartet und entsprechend abstimmen.

Zum Nachdenken:

Im Alten Testament wurden die Könige noch von Gott eingesetzt, aber auch erzogen und geleitet, so wird in der Bibel im Alten Testament das Schicksal eines Königs erzählt, der heilige Gegenstände aus dem Tempel bei einem Bankett benutzte. Er wurde gewarnt, eine Hand schrieb an seine Wand

Mene, mene, Tekel, U-pharsin.

Es fand sich Daniel, der die Schrift lesen konnte und er übersetzte.

25. Das aber ist die Schrift, allda verzeichnet: Mene, mene, Tekel, U-pharsin.

26. Und sie bedeutet dies: Mene, das ist Gott hat dein Königreich gezählt und vollendet.

27. Tekel, das ist: man hat dich in einer Waage gewogen und zu leicht gefunden.

28. Peres, das ist: dein Königreich ist zerteilt und den Medern und Persern gegeben.

29. Da befahl Belsazer, daß man Daniel mit Purpur kleiden sollte und ihm eine goldene Kette an den Hals geben, und ließ ihm verkündigen, daß er der dritte Herr sei im Königreich.

30. Aber in derselben Nacht ward der Chaldäer König Belsazer getötet.

31. Und Darius aus Medien nahm das Reich ein, da er zweiundsechzig Jahre alt war.

Altes Testament

Die Bücher der Propheten, Daniel 5, 25- 31 (Luther-Übersetzung)

*1) Neues Testament, Matthäus, 22, 36-40 (Luther Übersetzung)

36. Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gesetz?

37. Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.«

38. Dies ist das vornehmste und größte Gebot.

39. Das andere aber ist ihm gleich; Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

40. In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.