Der Mensch mit den zwei Gesichtern

Einleitung

In einem unterirdischen festlich geschmückten Gewölbe fand ein Ball statt. Gastgeber und Mittelpunkt war ein Mensch mit zwei „Gesichtern“, er hatte eine schöne Maske, die er trug und die wie ein Gesicht aussah und darunter sein eigentliches Gesicht, das er lieber nicht seinen Gästen zeigen wollte. Es war ein übertrieben fröhliches Treiben, Musik spielte, die Menschen trugen wundervolle Gewänder und lachten und tanzten. Es gab ein reichhaltiges Buffet, an dem sie sich bedienten und Diener servierten Wein.

In einem Nebenraum saßen viele Menschen, auch Kinder, in Käfigen in ihrem eigenen Schmutz und hungerten. Sie mußten für den Mann arbeiten, ihre Energie wurde ihnen entzogen und für die Menschen im Ballsaal benutzt. Sie konnten sich nicht helfen, auch nicht befreien, sie lebten kaum noch.

Einige Menschen hatten sich dorthin verirrt und sahen sowohl die festlich gekleideten als auch die armen Menschen, die sie bedauerten. Direkt zu helfen war nicht möglich, da sie trotz ihres Zustandes und der schweren Käfige auch noch bewacht wurden. Aber so bleiben konnte die Situation auch nicht. Es half nur, zu beten und Jesus zu bitten, diese Menschen zu befreien und das taten sie auch, und sie bedankten sich auch gleich bei Jesus, daß er direkt helfen würde.

Und er half, Jesus kam, die Käfige gingen auf und die Bewacher konnten nichts mehr tun. Mit Jesus waren Engel gekommen, die zu den Menschen gingen, sie reinigten, aufnahmen und fort trugen, sie führten ihnen auch sogleich Energie zu, so daß sie anfingen, sich wieder besser zu fühlen.

Durch den Nebenraum wurde ein Fluß geleitet, der alles fort spülte, Schmutz und Käfige, es blieben nur die nackten Wände zurück. Die Bewacher hatten sich eilig in Sicherheit gebracht.

Die Menschen in dem Gewölbe feierten noch weiter, aber die Bewegungen wurden matter, die Farben bleicher, es wurde stiller, die Musik hörte auf zu spielen, die Gäste verließen den Ball, die Diener tranken den Wein und schenkten ihn nicht weiter aus. Dann drang auch noch Wasser aus dem Nebenraum in den Saal, es war zwar nicht genug, um alles zu reinigen, aber es wurde alles feucht.

Zuletzt saß der Mann mit den zwei Gesichtern auf einem Stuhl, gab diesen Saal verloren und überlegte sich, wo er demnächst wieder so etwas aufbauen könnte. Er wußte noch nicht, daß dies für ihn nicht mehr möglich sein würde, die Menschen waren darauf aufmerksam geworden, beobachteten ihn und würden einschreiten, wenn sie etwas bemerkten.

Die Geretteten saßen an langen Tischen in der Sonne und hatten einfache, nahrhafte Gerichte vor sich stehen, die sie sich gut schmecken ließen. Mitten unter ihnen saß Jesus und freute sich mit ihnen.*)

Wenn jemand nicht mehr selber in der Lage ist um Hilfe zu bitten, oder nicht daran denkt, so ist das stellvertretend möglich. Es wird so gewertet als ob der Betreffende selbst um Hilfe gebeten hätte.

————————————————————–

*) Der zweigesichtige Mensch sah die Gerettenen mit Jesus an der Tafel sitzen. Mit Reue und Einsicht wäre es ihm möglich gewesen, an dem Mahl teilzunehmen, die Menschen dort trugen ihm nichts nach. Aber soweit war er noch nicht, er sah sich im Recht, andere Menschen auszunutzen und wollte dies auch weiterhin tun.

Es war für ihn gut, daß sein Verhalten diesmal unterbrochen wurde, er hätte sonst immer so weiter gemacht, es wäre mit ihm schlimmer und der Rückweg für ihn weiter und schwerer geworden.

————————————————————–

siehe auch das Neue Testament nach Martin Luther

Lukas 16, 19 -31

Das Beispiel vom reichen Mann und vom armen Lazarus