Die Gerechtigkeit Gottes

In unserem täglichen Leben gibt es oft Geschehnisse, die wir uns nicht erklären können, und wir nennen das dann Zufall und begreifen nicht, daß es der Wille Gottes ist, der uns durch diesen „Zufall“ führt oder uns eine Chance gibt, etwas aufzuarbeiten.

Dazu eine Geschichte:

Unter euren moslemischen Mitbewohnern gibt es eine Geschichte von Moses, dem Propheten, der einmal kam und sagte: „Herr, Du mein Gott, was sehe ich für Ungerechtigkeiten auf dieser Welt, und wie können diese Ungerechtigkeiten sich vereinbaren mit Deiner göttlichen Liebe?“ Und da sagte Gottvater: “ Dann komm, Moses gehen wir in eine Oase und du setze dich an einen Baum und schaue zu und sage nichts.“

Und da kam ein Kameltreiber vorbei, der stieg ab, tränkte sein Kamel, trank selber, ruhte ein wenig und ging dann weiter. Er hatte aber etwas verloren, einen Klumpen Gold, der lag im Sand.

Da kam ein zweiter Kamelreiter. Er stieg ab und wollte sein Kamel zur Tränke führen und sah den Goldklumpen. Und er nahm den Goldklumpen, steckte ihn schnell ein, stieg eilends aufs Kamel und ritt davon.

Dann kam ein dritter Kamelreiter. Der Mann stieg ab, nahm dem Kamel die Lasten ab, trank, tränkte das Tier und legte sich in den Schatten.

Der erste aber hatte unterdessen seinen Verlust bemerkt und kam eilends zurückgeritten, um nach dem verlorenen Goldklumpen zu suchen.

Und er sah da den dritten unter dem Baume liegen und ging hin und sagte: “ Du, gib mir den Goldklumpen wieder, den ich verloren habe.“ Und der dritte sagte: „Ich weiß gar nicht, wovon du sprichst.“ Und sie gerieten aneinander und im Zorn erschlug der erste den dritten.

Da sprang Moses auf und sagte: „Was ist das für eine Gerechtigkeit? Gott, was ist das? Und das soll Deine Gerechtigkeit sein?“ Da sagte Gottvater: „Halt, Moses, urteile nicht voreilig, du weißt doch nicht, was vorher geschah. Siehe, der erste, der den Goldklumpen verlor, der war ein Dieb und hatte den Goldklumpen gestohlen. Der zweite aber, dem wurde eine Summe entwendet, genau in dem Wert des Goldklumpens und der hat nun das Entwendete zurückbekommen. Der dritte aber erschlug einen unschuldigen Menschen und nun hat er an seinem eigenen Leibe erfahren müssen, was es heißt, unschuldig erschlagen zu werden.

Da war Moses still.

Auszug Kundgabe Wersau A.K. 14.12.1983

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Eine zweite Geschichte

Ein Mann hat sich über die Ungerechtigkeit Gottes aufgeregt und als er eines Tages die Chance bekam, mit Gott selbst zu sprechen, konnte er kaum an sich halten. Jedenfalls machte er ihm klar, was er von seinem Tun hielt.

Gott sagte zu dem Mann: „Ich weiß, meine Vorgehensweise ist nicht so einfach zu verstehen, aber du kannst einen Engel begleiten und sehen wie es sich verhält.“ Der Mann stimmt zu und begleitet nun den Engel bei seinen Aufträgen.

Zuerst gehen sie in ein Haus, in dem ein Mann wohnt, der bisher sein normales Auskommen hatte, nun aber durch einen Glücksfall zu einem erheblichen Vermögen gekommen ist. Und was passiert, der Engel läßt den Mann sterben. Grimmig schaut der Mann zu.

Als nächstes gehen sie in ein Schloß in dem ein sehr reicher Mann wohnt, der bisher in Saus und Braus gelebt hat und in seinen Sitten ziemlich verroht ist, ihm nimmt der Engel einen Großteil seines Vermögens weg, indem er einige Unglücksfälle über ihn kommen läßt. Er hat zwar noch genug, um ein einfaches Leben zu führen, aber mit der Verschwendung ist Schluß.

Und dann gehen sie zu einer halbverfallenen Hütte, in der ein Mann mit seiner Familie mehr haust als wohnt. Er verdingt sich, wenn möglich als Tagelöhner, aber es reicht vorn und hinten nicht. Und da, da zündet der Engel die Hütte an, so daß die Menschen darin sich gerade noch retten können.

Daraufhin gehen der Engel und  der Mann zurück zu Gott. Ergrimmt sagt der Mann: „Ich habe es doch gewußt, du bist ungerecht, ich habe es gerade mit angesehen.“

„Nun“, spricht Gott, „mag sein, daß du es so empfindest, ich möchte dir aber nun meine Beweggründe schildern.

„Der erste Mann hat in seinen bisherigen Verhältnissen ein gutes Leben geführt, er hat etwas für die Entwicklung seiner Seele getan, war aber nun in Gefahr, durch den neuen Reichtum, abzugleiten und da war es besser, ihn ins Jenseits zu nehmen, um seine seelische Entwicklung nicht zu gefähren.

Der zweite Mann hat bisher Schindluder getrieben und sich nicht um die Entwicklung seiner Seele gekümmert, eher seinen bisherigen Zustand verschlechtert. Durch seine neue Situation ist er nun gehalten, einfacher zu leben, und er kann sich besinnen und auch an die Entwicklung seiner Seele denken.

Die Familie in der Hütte hat ein mir gefälliges Leben geführt, der Mann hat seine Kinder im Vertrauen auf mich erzogen, sich nicht beschwert. Ich habe ihn geprüft, er war mir treu und durch das Abbrennen der Hütte sind seine Nachbarn auf seine Not aufmerksam geworden, er hat Unterkunft bei einem dieser Nachbarn mit seiner Familie gefunden, es geht ihnen nun besser. Ein anderer hat ihm eine feste Stelle angeboten und alle wollen zusammen legen, um ihm zu einem neuen festen Haus zu verhelfen.

Für mich steht die Entwicklung der Seele auf der Erde im Vordergrund und nicht das leibliche Wohlergehen des Menschen und so gebe ich einem jeden die Umstände, die ihm die beste Entwicklung ermöglichen, das mag für den Verstand des Menschen manchmal seltsam erscheinen, aber bei mir gelten andere Prioriäten.“

Der Mann ging stumm nach Hause, dachte über sein Leben unter diesem Gesichtspunkt nach und änderte sich.

Ich habe diese Geschichte aus dem Gedächtnis nacherzählt, da ich nicht mehr weiß, wo ich das Original gelesen habe. Falls jemand die Originalgeschichte kennt, wäre ich für einen Hinweis, wo sie zu finden ist, dankbar.

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BD. Nr. 8477:     Es gibt keinen Zufall …. Nichts ist willkürlich ….

Glaubet es, daß es keinen Zufall gibt, sondern daß alles göttliche Fügung ist und daß sich eines jeden Menschen Lebenslauf abspielt nach göttlichem Willen …. Denn was auch nicht Meinem Willen entspricht, das ist dann Meine Zulassung, um für euch einen geistigen Vorteil zu schaffen, wenn ihr alles in der rechten Weise ausnützet …. Doch ihr seid nicht einer blinden Willkür überlassen, ein jedes Erleben während eures Lebenswandels hat seine Begründung und dienet einem Zweck …. Was ihr jedoch daraus machet, ist euch selbst überlassen, weil es um die Erprobung eures Willens im Erdenleben geht. Und auf daß ihr nun alles Geschehen recht auswertet, sollet ihr euch immer Meinen Beistand erbeten, und wahrlich, ihr werdet recht denken und handeln, weil Ich Selbst euch nicht falsch führen werde, wenn ihr euch von selbst Mir anvertraut …. Und so ist alles, was an euch herantritt, von Mir bestimmt oder zugelassen zum Zwecke eurer Vollendung …. Seid ihr nun ständig mit Mir verbunden durch Liebewirken, inniges Gebet oder Gedanken, die Mir gelten, so könnet ihr auch dessen gewiß sein, daß ihr nicht wider Meinen Willen denken und handeln werdet, denn Ich werde dann jedes Tun von euch segnen, und ihr werdet ausreifen an euren Seelen …. Und so sollet ihr alles, was täglich an euch herantritt, betrachten als Mein direktes Wirken an euch, denn Ich lenke alle Fäden, Ich knüpfe Bindungen an, Ich führe zusammen, die Mir dienen sollen, und nütze jede Gelegenheit aus, euch Menschen einzuführen in die Wahrheit, die ihr diese innig begehret …. Denn dies ist in der letzten Zeit das Wichtigste, weil von der Wahrheit allein das Bestehen der Willensprobe abhängt, die euer Los bestimmt in kommender Zeit. Es werden Lichtfunken aufblitzen auf der Erde und die dunkle Nacht zerreißen, doch immer nur wenige streben diesen Lichtfunken zu, die Mehrzahl aber fühlt sich wohl in der Nacht und flieht das Licht …. Doch auch Blendlichter werden aufleuchten und Verwirrung stiften, denn ihr Schein wird nicht bestehenbleiben und die Menschen in tieferes Dunkel stürzen als zuvor …. Wo aber das Verlangen nach Licht vorhanden ist, dort wird sich auch das Dunkel lichten, und die Menschen werden herausfinden zum Licht des Tages …. Euch allen soll Licht werden, die ihr danach verlanget, und immer sollet ihr nur aufmerken, von wo euch ein Licht entgegenstrahlt …. Wenn es helle Leuchtkraft hat, wird es euch wohltätig berühren, ihr werdet das Dunkel durchdringen können und glücklich sein ob des Lichtes, das euch leuchtet …. Jedoch Blendlichter werden euch verwirren, ihr werdet keine volle Klarheit finden und euch daher nicht wohl fühlen können, wenn es euch um die reine Wahrheit geht …. wenn ihr ernsthaft nur nach der reinen Wahrheit verlangt …. Ich aber kenne die Meinen, und also kann Ich sie auch ansprechen, und sie werden die Stimme des Vaters erkennen, und sowie Ich Selbst sie ansprechen kann, sind sie gerettet für Zeit und Ewigkeit …. Und darum ist für euch Menschen nur das eine wichtig, daß ihr keinen Weg allein gehet, ohne Mich um Führung gebeten zu haben. Denn dieses Gebet garantiert euch Meinen Schutz und Meine Hilfe, wo ihr allein noch zu schwach und unerfahren seid, ein rechtes Licht von einem Blendlicht zu unterscheiden. Ich aber lege euch die rechten Gedanken in das Herz, und ihr werdet euch dann auch immer in der Wahrheit bewegen, weil ihr sie suchet …. Ich kann Mir allerorten Gefäße zubereiten, die also alle Bedingungen erfüllen, die das „Wirken Meines Geistes“ in ihnen zulassen …. Und wer erweckten Geistes ist, der weiß es auch, ob und wann Ich Selbst spreche, denn Meine Schafe erkennen Meine Stimme …. Und wenn Ich Offenbarungen zur Erde leiten kann, dann sorge Ich auch für deren Verbreitung …. Doch auch Mein Gegner tut das gleiche, indem auch er sich zu äußern sucht den Menschen gegenüber, die leichtgläubig sind und ihm sein Wirken ermöglichen, und auch er wird den Irrtum zu verbreiten suchen und Menschen finden, die ihm behilflich sind …. Dennoch wird die Wahrheit leuchten wie ein hellstrahlendes Licht, während der Gegner nur Blendlichter anzuzünden vermag, welche die Finsternis nur verstärken, aber nicht verjagen …. Der freie Wille muß aber den Menschen belassen bleiben, und dieser freie Wille muß die Wahrheit ernstlich begehren und sie von Mir Selbst erbitten ….

Amen

Bertha Dudde 8477 vom 24. 4 1963 – Buch 89

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