Freut euch des Lebens *1)

Ferien bis 16. Febr 2024

ja, wirklich, freut euch des Lebens, auch wenn es vieles gibt, das nicht gerade freudige Gefühle in einem weckt, es gibt sie doch, die Dinge, an denen man sich freuen kann, das wärmende Licht der Sonne, das Zwitschern der Vögel, das fröhliche Lachen der Kinder, ein liebevoller Mensch. Und es gibt ja nicht nur Buttermilch und Schwarzbrot sondern auch viele gute nahrhafte Speisen. Und so können wir uns an vielem erfreuen.

Aber es gibt auch andere Stunden, in denen wir Hilfe brauchen, jemanden, der uns hält und da ist es gut, sich daran zu erinnern, daß da einer für uns da ist, immer und unter allen Umständen, der uns bedingungslos liebt. Er sieht unsere Schwächen und liebt uns trotzdem, nicht unsere Schwächen, sondern uns, die wir seine Kinder sind. Er wünscht sich zwar, daß wir unsere Schwächen ablegen, aber er wartet, bis wir das von uns selbst tun und uns ihm und seiner Liebe zuwenden.

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Ich bin da

Bedarfst du meiner?

Ich bin da.

Du kannst Mich nicht sehen, doch Ich bin das Licht, das dich sehen macht.

Du kannst Mich nicht hören, doch Ich spreche durch deine Stimme. Du kannst Mich nicht fühlen, doch Ich bin die Kraft deiner Hände.

Ich wirke, obwohl du Meine Wege nicht verstehst.
Ich wirke, obwohl du Meine Werke nicht erkennst.
Ich bin keine übernatürliche Erscheinung. Ich bin kein Mysterium.

Nur in vollkommener innerer Stille, jenseits alles persönlichem, kannst du wissen, wie Ich bin, und nur als Empfindung und als Glaube.

Doch Ich bin da. Doch Ich höre. Doch Ich antworte.
Wenn du Meiner bedarfst, bin Ich da.
Selbst wenn du Mich leugnest, bin Ich da.
Selbst wenn du dich ganz verlassen fühlst, bin Ich da.
Selbst in deinen Ängsten bin Ich da. Selbst in deiner Qual bin Ich da.
Ich bin da, wenn du betest und wenn du nicht betest.
Ich bin in dir, und du bist in Mir.

Nur in deinem Bewusstsein kannst du dich von Mir getrennt fühlen,
denn nur in deinem Bewusstsein gibt es den Schleier von „dein“ und „mein“.
Doch nur in deinem Bewusstsein kannst du Mich kennen und erleben.
Entlasse die törichte Furcht aus deinem Herzen.

Wenn du dir nicht mehr selbst im Wege stehst, bin Ich da.
Du allein kannst nichts tun, Ich aber kann alles tun.
Und ich bin in allem.

Obwohl du das Gute nicht sehen magst, ist das Gute da, denn Ich bin da. Ich bin da, weil Ich sein muss, weil Ich bin.

Nur in Mir hat die Welt einen Sinn; nur aus Mir gewinnt die Welt Gestalt; nur durch Mich schreitet die Welt fort.

Ich bin das Gesetz, auf dem die Bewegung der Gestirne und das Wachstum aller lebenden Zellen beruht.

Ich bin die Liebe, die des Gesetzes Erfüllung ist. Ich bin Sicherheit.
Ich bin Friede. Ich bin Einheit. Ich bin das Gesetz, nach dem du leben kannst. Ich bin die Liebe, an die du dich klammern kannst.

Ich bin deine Sicherheit. Ich bin dein Friede. Ich bin eins mit dir. – Ich bin. Selbst wenn du versagst, Mich zu finden, Ich versage Mich dir nicht.
Auch wenn dein Glaube an Mich unsicher ist, Mein Glaube an dich wankt nie, weil Ich dich kenne, weil Ich dich liebe.

Ich liebe dich. Ich Bin da.

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Anmerkung: Ein Exemplar dieses Gebets „Ich Bin Da“ wurde 1971 vom Astronauten Colonel James Irwin auf dem Mond hinterlegt.

Gebet von James Dillet Freeman –

Unter dem oben angegeben Link ist nicht nur der Text einzusehen, es ist auch eine gesprochene Meditation zu finden.

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https://silentunity.de/de/gebet-meditation/zeit-der-stille/aus-dem-traditionellen-unity-gedankengut/ich-bin-da.php

*1)

Freut Euch des Lebens
Weil noch das Lämpchen glüht,
Pflücket die Rose,
Eh’ sie verblüht!

So mancher schafft sich Sorg’ und Müh,
Sucht Dornen auf, und findet sie,
Und läßt das Veilchen unbemerkt,
Das ihm am Wege blüht.

Chor.
Freut Euch des Lebens, u. s. w.

Wenn scheu die Schöpfung sich verhüllt,
Und lauter Donner ob uns brüllt,
So scheint am Abend, nach dem Sturm,
Die Sonne, ach! so schön!

Chor.
Freut Euch des Lebens, u. s. w.

Wer Neid und Mißgunst sorgsam flieht,
Genügsamkeit im Gärtchen zieht,
Dem schießt sie bald zum Bäumchen auf,
Das goldne Früchte bringt.

Chor.
Freut Euch des Lebens, u. s. w.

Wer Redlichkeit und Treue übt,
Und gern dem ärmern Bruder giebt,
Da siedelt sich Zufriedenheit
So gerne bei ihm an.

Chor.
Freut Euch des Lebens, u. s. w.

Und wenn der Pfad sich furchtbar engt,
Und Mißgeschick uns plagt und drängt,
So reicht die holde Freundschaft stets
Dem Redlichen die Hand.

Chor.
Freut Euch des Lebens, u. s. w.

Sie trocknet ihm die Thränen ab,
Und streut ihm Blumen bis in’s Grab;
Sie wandelt Nacht in Dämmerung,
Und Dämmerung in Licht.

Chor.
Freut Euch des Lebens, u. s. w.

Sie ist des Lebens schönstes Band,
Schlagt, Brüder, traulich Hand in Hand,
So wallt man froh, so wallt man leicht
In’s beßre Vaterland.

Chor.
Freut Euch des Lebens,
Weil noch das Lämpchen glüht,
Pflücket die Rose
Eh’ sie verblüht![4]

https://de.wikipedia.org/wiki/Freut_euch_des_Lebens_(Lied)

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Vom Suchen und Finden

Im Beitrag „Die Religion der Zukunft vom 8. 12. 2023“ ist die Entwicklung der Religion bis in die Vereinigung mit der Liebe Gottes in der Zukunft beschrieben. Und es ist eine unendlich beglückende Aussicht, die immer stärkere Verbindung Gottes mit jedem einzelnen Menschen und das Ausrichten der Menschen auf die Liebe.

Aber wie kommen wir dahin. Es geht darum, daß jeder einzelne sich selbst und seinen Lebenswandel betrachtet, und zwar im Lichte Gottes. Es wird eine große Selektion in der Endzeit stattfinden. Es werden viele Menschen sterben und wer glaubt ihr bleibt auf der Erde, um an dem neuen Leben teilzuhaben? „Gute oder schlechte Menschen“, um es mal so einfach auszudrücken?. Doch wohl eher gute Menschen, wahrhaftige Menschen, die eine innere Verbindung zu Gott haben oder diese anstreben, ihr Verhalten überprüfen, bereit sind, sich zum Besseren zu ändern und auch für ihre Mitmenschen da sind.

Und wenn nun einer sagt, wer garantiert mir, daß meine Arbeit und das ist mühsame Arbeit, denn von Erfolg gekrönt wird. Dann ist die Antwort, niemand, das ist auch der falsche Ansatz. Wer nicht aus Liebe nach Gott sucht und bereit ist, alles auf eine Karte zu setzen, d. h. alles zu tun, was nötig ist auch ohne garantierte Aussicht auf Erfolg, wird wohl eher scheitern. Es kann einer noch so äußerlich fromm sein und jeden Tag seine Gebete sprechen, angelernte Gebete, ohne innere Verbindung, das hilft wenig.

In dieser Zeit geht es darum für jeden einzelnen, die Verbindung mit Gott zu suchen, zu finden und wenn man ihn gefunden hat, die Verbindung zu vertiefen und den Weg weiterzugehen.

Es ist nicht so, daß Gott sind versteckt, er läßt sich finden, ja manchmal „zeigt“ er sich auch dem Menschen, daß der ihn fühlt und sich dann auf die Suche nach dem Ursprung dieses Gefühls ist. Es ist bei jedem anders.

Und bitte, denkt jetzt nicht, na ja, die Neue Zeit werde ich wohl ohnehin nicht erleben, dann kann ich es ja gleich bleiben lassen. Das ist mir jetzt zu mühsam. Damit hältst du dich nur selbst zurück und verpaßt eine Chance. Denn dein irdisches Leben endet zwar einmal, aber nicht das seelisch-geistige Leben und alles, was Du hier auf der Erde in dieser Richtung erreicht hast, nimmst du mit ins Jenseits und kannst darauf aufbauen. Und es ist deine Entscheidung, an deiner Entwicklung zu arbeiten oder so dahinzuleben.

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BD. Nr. 3458:     Gott lässet Sich finden ….

Gott verbirgt Sich nicht vor euch, so ihr Ihn suchet …. Er lässet Sich finden von einem jeden, und Er erleuchtet euch den Weg, der zu Ihm führt. Und darum wird auch niemand im Dunkeln zu wandeln brauchen, der nach Licht verlangt; es wird niemandem das Wissen um Gott und Sein Walten und Wirken verwehrt, der es zu besitzen trachtet. Denn Er offenbaret Sich stets und ständig …. Jeder Gott-Suchende wird Ihn erkennen können, so er seiner Gedanken achtet, die ihm zugehen aus dem geistigen Reich, sofern er Aufschluß begehrt über geistige Fragen, über Gott als Schöpfer und Dessen Geschöpfe. Denn Er hält Sich nicht verborgen, weil es Sein Wille ist, daß ihr Ihn findet, und weil Seine Liebe nach euch verlangt, ihr also nicht getrennt von Ihm bleiben sollt. Wer aber sich mit Gott zusammenschließen will, der muß Ihn gefunden haben, er muß Ihn erkannt haben, nachdem er Ihn erkennen lernen wollte …. Er muß Ihn suchen, um Ihn zu finden …. und also muß er glauben, daß Gott ist …. Er muß ein höchst vollkommenes Wesen bejahen, wenngleich er sich noch keine Vorstellung machen kann von Ihm, doch in seinem Herzen muß er es spüren, daß ohne dieses vollkommene Wesen nichts bestehen kann, was ist, auf daß er nun nach diesem Wesen Verlangen trägt. Und sein Verlangen wird gestillt werden, denn sowie der Glaube in ihm ist, daß er das Geschöpf eines allmächtigen Schöpfers ist, nimmt Sich auch der ewige Schöpfer Seiner Geschöpfe an, und das in offensichtlicher Weise …. Er tritt ihm stets und ständig in den Weg, auf daß das Kind seinen Vater kennenlerne. Und es wird das Kind auch die Liebe des Vaters spüren, sowie es selbst Ihm Liebe entgegenbringt. Also wird es durch die Liebe Gott finden, wie Gott Sich auch finden lässet, indem Er dem Menschen Liebe zuwendet. Gott suchen werden nur die Menschen, die Liebe empfinden im Herzen, denn die lieblosen Menschen wollen keinen Gott anerkennen; sie verschließen ihre Augen, so Er ihnen in den Weg tritt, denn sie sind hörig dem Gegner Gottes, der alle Mittel anwendet, um Gott zu entthronen …. der also den Menschen jeglichen Glauben an Gott nehmen will. Wer Gott suchet und Ihn finden will, kann dies nur durch die Liebe …. Und darum offenbaret Sich Gott den in der Liebe stehenden Menschen, indem Er ihr Denken erleuchtet, indem Er den Schleier vor ihren Augen hinwegzieht, indem Er Sich Selbst enthüllt vor ihnen, so sie zur Liebe geworden sind …. und also tiefste Weisheit die Folge ihres Liebelebens ist. Denn jegliche Offenbarung Gottes birgt Weisheit in sich, ob sie gedanklich oder durch die Stimme des Geistes dem Menschen zugeht. Jegliche Offenbarung trägt zum Erkennen der ewigen Gottheit bei, Gott Selbst lässet den Menschen Einblick nehmen in Sein Walten und Wirken im Universum und im geistigen Reich, und er wird nun eingeführt in tiefstes Wissen, das ihn wiederum näherführt dem höchsten und vollkommensten Wesen, weil das Wissen, das Erkennen, die Liebe zu Gott vertieft und die Liebe den Menschen immer inniger verbindet mit Gott, Der die ewige Liebe Selbst ist. Und Gott lässet Sich finden …. Er zieht jeden, der Ihn anstrebt, an Sich kraft Seiner Liebe, die nie aufhöret und immer mit gleicher Kraft Seine Geschöpfe umfaßt …. Er ergreifet, was sich Ihm nähert, und Er lässet es nimmermehr fallen …. Denn Er verlangt nach Seinen Kindern, weil sie Seine Geschöpfe sind, die, aus Seiner Liebe hervorgegangen, sich verirrt haben und nicht eher selig werden können, bis sie wieder heimgekehrt sind ins Vaterhaus …. Und darum kommt Gott einem jeden entgegen, und Er suchet ihn auf den rechten Weg zu leiten. Er kommt Selbst, um Seine Kinder heimzuholen, und Er freut Sich eines jeden Kindes, das von selbst Ihn suchet, weil Er dieses Kindes Liebe besitzet und Er es nun mit Seiner Liebe beglücken kann bis in alle Ewigkeit …. Amen

Berta Dudde – 7. 3. 1945 – Buch 45

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Vorsorge äußerlich

Die Vorsorge für die Endzeit umfaßt die äußere und die innere Vorsorge. Mehr über die innere Vorsorge im nächsten Beitrag

Die äußere Vorsorge besteht darin, einen sicheren Ort zu haben, in dem auch Vorräte zum Überleben gelagert werden können. Zu den Vorräten ist zu sagen, die Anleitungen dafür, was gebraucht wird, sind im Internet zu finden, sie werden auch immer besser und ausführlicher. Wobei es zusätzlich abhängig davon ist, in welcher Gegend man sich befindet und ob man spezielle Medikamente oder Nahrungsmittel braucht, ob man Tiere zu versorgen hat oder nicht. .

Generell läßt sich die Vorratshaltung in zwei verschiedene Gruppen unterscheiden, einmal die benötigten Sachen in der letzten Zeit und dann die Dinge für die drei Tage der Finsternis und einige Zeit danach.

Besonders wichtig ist Wasser, da es ja keinen Strom gibt und deswegen an vielen Stellen auch kein fließendes Wasser mehr, dazu natürlich Nahrung und auch die Möglichkeit, zumindest Wasser und Essen heiß zu machen.

Für die letzten drei Tage sind nochmal spezielle Vorkehrungen zu treffen. Dafür sollten Dosen angeschafft werden, da das Metall abschirmt. Wasser ist wohl ebenfalls in Dosen haltbar. Es können auch andere Dinge in Metalldosen gelagert werden, diese müssen allerdings entsprechend verschlossen werden.

Was aber ganz besonders wichtig, ist das Abkleben der Fenster mit schwarzem Papier, und zwar so, daß keinerlei Lücken bleiben. Wer hinausschaut, stirbt. Und das gilt auch für Tiere. Bitte darauf achten, daß diese nicht an die Fenster können, daß sie die Abklebung nicht beschädigen können. Und natürlich soll auch jeder im Haus bleiben, wer nach draußen geht, stirbt ebenfalls. *1) Es werden auch Stimmen von draußen zu hören sein, nicht beachten.

Es ist drei Tage dunkel, die Elektrizität funktioniert nicht, deshalb sollte im Haus eine geweihte Kerze brenen, diese dient als Schutz. Wer nur eine ungeweihte Kerze hat, kann diese selbst weihen.

Nach drei Tagen kehrt Ruhe ein und es kann wieder gefahrlos ins Freie gegangen werden.

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Die genauen Zeiten sind nicht bekannt, allerdings gibt es Hinweise auf vorhergehende Geschehnisse, dazu mehr unter

www.j-lorber.de

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In Österreich wurden Verhaltensvorschläge für Blackouts erstellt, die auch für das Verhalten in der Endzeit herangezogen werden können.

https://www.oesterreich.gv.at/themen/gesundheit_und_notfaelle/katastrophenfaelle/1/Seite.29500329.html

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*1)

Es gibt dazu im Alten Testament ein Beispiel. Sodom und Gomorra wurden wegen der Sünden der Einwohner zerstört, einzig Lot, seine Frau und seine zwei Töchter wurden aus der Stadt geführt. Sie wurden gewarnt, sich nicht umzuschauen, Lots Frau hielt sich nicht daran, schaute sich um und erstarrte zur Salzsäule.

Altes Testament – 1. Buch Moses

  • Da sprach der HERR: Wie kann ich Abraham verbergen, was ich tue,
  • sintemal er ein großes und mächtiges Volk soll werden, und alle Völker auf Erden in ihm gesegnet werden sollen?
  • Denn ich weiß, er wird befehlen seinen Kindern und seinem Hause nach ihm, daß sie des HERRN Wege halten und tun, was recht und gut ist, auf daß der HERR auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.
  • Und der HERR sprach: Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das ist groß, und ihre Sünden sind sehr schwer.
  • Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob’s nicht also sei, daß ich’s wisse.
  • Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen gen Sodom; aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN
  • und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen?
  • Es mögen vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?
  • Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, daß der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht richten.
  • Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihrer willen dem ganzen Ort vergeben.
  • Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem HERRN, wie wohl ich Erde und Asche bin.
  • Es möchten vielleicht fünf weniger den fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man möchte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen.
  • Abraham sprach: Zürne nicht, HERR, daß ich noch mehr rede. Man möchte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun.
  • Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden mit dem HERRN zu reden. Man möchte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen.
  • Und er sprach: Ach zürne nicht, HERR, daß ich nur noch einmal rede. Man möchte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen.
  • Und der HERR ging hin, da er mit Abraham ausgeredet hatte; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.
  • Mose 19
  • Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht zur Erde
  • und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; laßt eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben.
  • Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen.
  • Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden,
  • und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen.
  • Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter sich zu und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!
  • Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.
  • Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich übler plagen denn jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen,
  • griffen die Männer hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu.
  • Und die Männer vor der Tür wurden mit Blindheit geschlagen, klein und groß, bis sie müde wurden und die Tür nicht finden konnten.
  • Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte.
  • Denn wir werden diese Stätte verderben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HERRN; der hat uns gesandt, sie zu verderben.
  • Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der HERR wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
  • Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und
    sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, daß du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt.
  • Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand, darum daß der HERR ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.
  • Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, daß du nicht umkommst.
  • Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr!
  • Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so
    wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, daß du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, daß ich stürbe.
  • Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), daß meine Seele lebendig bleibe.
  • Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, daß ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast.
  • Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis daß du
    hineinkommst. Daher ist diese Stadt genannt Zoar.
  • Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam.
  • Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf Sodom und Gomorra
  • und kehrte die Städte um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war.
  • Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.
  • Abraham aber machte sich des Morgens früh auf an den Ort, da er gestanden vor dem HERRN,
  • und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land der Gegend und schaute; und siehe, da ging Rauch auf vom Lande wie ein Rauch vom Ofen.
  • Und es geschah, da Gott die Städte in der Gegend verderbte, gedachte er an den Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er umkehrte, darin Lot wohnte.

Altes Testament Moses 1,18 – Moses 19 Übersetzung Martin Luther

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Vorsorge

Die Meldungen werden erschreckender, und es ist an der Zeit, Vorsorge für die großen Umwandlungen der Endzeit zu treffen. Dies erkennen immer mehr Menschen und es ist nicht überraschend, daß man immer wieder Meldungen liest, daß Millionäre oder Milliardäre sich Bunker bauen, in denen sie die Endzeit überstehen wollen. Andere denken darüber nach, sich auf dem Mond oder auf dem Mars anzusiedeln.

Man könnte direkt neidisch werden über diese Möglichkeiten, sich Schutz für diese Zeit zu verschaffen. Es gibt diesen Schutz nicht. Die Auseinandersetzungen eskalieren derart, daß die Gefahr besteht, daß die Erde auseinandergerissen wird bevor Gott eingreift. Und so sind auch Bunker keine Sicherheit und die Zeit, sich eine Basis auf Mars oder Mond zu bauen, bleibt nicht mehr.

Sicherheit im Äußeren gibt es einfach nicht. Überleben werden die Menschen, die überleben sollen, nicht weil sie die Möglichkeit haben, sich den Schutz zu kaufen, sondern weil sie geschützt werden und so diese Zeit überleben. Natürlich ist eine gewisse äußere Vorsorge nötig, aber die Kosten halten sich im Rahmen.

Es gibt dazu bereits seit langer Zeit Hinweise, viele Menschen haben diese Hinweise auch gefunden und bereiten sich vor. Aber es ist notwendig diese Informationen allen Menschen zugänglich zu machen. Natürlich werden sich viele nicht damit auseinandersetzen wollen, es ist unangenehm und man schiebt es lieber zur Seite. Andere haben nicht die Möglichkeit, sich vorzubereiten.

Es ist darum notwendig, diese Informationen bereitzustellen und geschützte Räume für die Menschen zu schaffen, die dazu nicht in der Lage sind.

Wichtiger als diese äußere Vorsorge ist die innere Vorsorge, die Verbindung mit dem Reich Gottes in uns. Dadurch erhalten wir jederzeit Hinweise und Schutz von innen und werden so durch diese Zeit geführt. Es ist schwierig, diese Verbindung zu schaffen und doch einfach, wenn wir begriffen haben, daß uns das äußere vom eigentlichen abhält.

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Fortsetzung folgt ……

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Wahrheit ist ein kostbares Gut, daß du nur in Hingabe zu Jesus Christus in deinem Herzen finden kannst. – Johannes Tauler

DAS REICH GOTTES IN UNS

“ Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles übrige zufallen.“ Matth. 6; 33

Im Evangelium des Matthäus werden wir mit dem Hinweis auf das Beispiel der Lilien und der Vögel zum Nichtsorgen ermahnt: Sorget nicht, was ihr essen und trinken und womit ihr euch kleiden werdet; denn Gott weiß, daß ihr des alles bedürfet. Sondern trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes; dann werden euch diese Dinge hinzugegeben.

Niemand – heißt es vorher – kann zwei Herren dienen: Gott und den äußeren Dingen. Wenn er den einen liebt, wird er den anderen lassen. Und die Vergeblichkeit allen Sorgens wird mit den Worten angedeutet: Wer kann mit all seinem Sorgen seinem Leibe oder Leben mehr Länge geben?

Besinnen wir uns, wie viel Kraft und Zeit, Arbeit, Fleiß und Hingabe wir Tag für Tag dem widmen, das dem Ich dient, und wie wenig dem, das zu Gott führt; wie wenig wir Gott, der doch alles vermag und wirkt, zutrauen, sondern lieber uns sorgen und abmühen, als ob dieses Dasein von uns abhänge und ewig dauere. ..

Das alles kommt aus dem Ich. –

Sähe man da recht hinein und hindurch, man würde darüber erschrecken, wie sehr der Mensch in allen Dingen und den anderen Menschen gegenüber nur das Seine sucht – in Gedanken, Worten und Werken immer nur das Seine, sei es Lust oder Nutzen, Ehre oder Dienst -, immer nur für sich, sein Ich.

Diese Ichverhaftung und Ichsucht ist so tief eingewurzelt, daß nicht nur der äußere, sondern auch der innere Mensch ganz auf die irdischen Dinge gerichtet ist – gerade wie das krumme Weib, von dem das Evangelium spricht, das ganz zur Erde gebückt war und nicht mehr aufsehen konnte. ..

Armer Mensch – warum traust Du Gott, der Dir so viel Gutes getan, Dir so viele Gaben verliehen hat und der Dein Leben ist, nicht zu, daß er Dir auch das bißchen, das Du zum Leben brauchst, geben werde? Ist es nicht ein trauriger Anblick, zu sehen, daß selbst geistige und geistliche Menschen all ihre Liebe und all ihren Fleiß nur auf ihr Werk richten und so sehr sich, ihr Ich, meinen, daß sie kaum noch an Gott denken und wenig Verlangen fühlen, sich mit ewigen Dingen zu befassen, wenn nur die irdischen Dinge, die sie bewegen, gut vonstatten gehen. ..

Für sie gilt das Wort doppelt, daß man nicht zwei Herren dienen kann – Gott und den äußeren Dingen -, sondern daß es gilt, zuerst und vor allem nach dem Reiche Gottes zu trachten.

Petrus mahnt uns mit Recht: „Werfet alle eure Sorgen auf Gott, denn er sorgt für euch.“

Denn das Sorgen um äußere Dinge bewirkt dreifachen Schaden im Menschen:

es blendet Verstand und Vernunft,

es löscht das Feuer der Liebe aus und

es verbaut den Weg nach innen, der zu Gott führt, zum Reiche Gottes, das inwendig in uns ist.

Darum gilt es, sorgsam darauf zu achten, wohin unser Denken und Streben gerichtet ist, womit wir umgehen, solange wir in der Zeit wirken, also auf das Woher und Wohin unserer Neigungen und Gewohnheiten. Denn wenn einer ein oder zwei Jahre in einem Fehler beharrt, wurzelt dieser bereits so tief in ihm, daß er ihn kaum noch zu überwinden vermag. Noch besser ist es darum, darauf zu achten, daß kein Fehler im Gemüt Wurzel schlägt, sondern sogleich ausgemerzt wird. Das ist am Anfang leicht.

Das Wichtigste ist, daß man der Lust an äußeren, sinnenhaften Dingen Einhalt gebietet. Denn solange das Denken und Trachten nach außen gerichtet ist, bleibt man allen äußeren Lockungen und Ablenkungen geöffnet und gelangt nicht nach innen, findet nicht zu sich selbst. Der innere Grund bleibt einem dann verschlossen wie etwas, das unendlich fern ist. Man ist sich selber fremd, und Ziel und Sinn des Lebens sind ungewiß …

Aber auch die Lust an geistigen Gaben und Werten gilt es zu überwinden. Diese Lust herrscht in vielen Menschen, die von ihr mehr angezogen werden als von Gott. Sie nehmen diese Lust für Gott; und wenn sie ihnen genommen wird, vergeht auch ihr guter Wille.

Oft scheint etwas aus göttlicher Liebe zu kommen, und ist doch nur ein Reiz für den äußeren Menschen und eine Lockung für das Ich. Hier gilt es zu erkennen: Wo man nicht Gott im Sinne hat, sondern irgendein anderes, mag es noch so hoch scheinen, da ist man noch fern der Wahrheit und dem Reiche Gottes.

Dieses Reich muß man da suchen und finden, wo es verborgen ist: im Grunde der Seele. Dazu gehört freilich mancher Kampf; und es wird nicht gefunden, solange nicht aus dem sorgenden Haften und Hängen am Äußeren gelassenes Lassen geworden ist.

Wie die äußeren Güter müssen auch die inneren durch Liebe und beharrliche Hingabe gewonnen werden. Und das wird nicht an einem Tage erreicht. Denn die Neigung, daß der Mensch in allem, was er tut, das Seine sucht, wurzelt tief in seiner Natur; und diese Neigung geht so weit, daß, wenn er sich Gott zuwendet, er zuerst etwas von ihm haben will: Trost oder Wohlgefühl, Befreiung von diesem oder jenem, Erleuchtung oder andere Gaben. Und auch das Reich Gottes will er zuerst haben.

Darum gilt es zu erkennen, daß zuvor an die Stelle des Habenwollens das Lassen treten muß; dann erst wird uns das Reich Gottes zuteil – und alles übrige dazu.

Hüten wir uns also vor dem ichhaften Streben, selbst geistige Übungen und die Hinwendung zu Gott nur um der erhofften Gaben und Gewinne willen vorzunehmen! Denn Gott und sein Reich verbirgt sich uns, solange wir ihn um solcher Dinge willen suchen. Wir sollen Gott suchen und nach seinem Reiche trachten und nach nichts sonst.

Das heißt: wir sollen uns statt nach außen wirklich und gänzlich nach innen wenden, uns in den Grund unserer Seele einsenken und das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit dort suchen. Darum bitten wir doch im Vaterunser, daß sein Reich komme. Aber die meisten sind sich nicht bewußt, worum sie damit bitten. Gott ist sein eigenes Reich. Aus diesem Reich kommt alles, was Leben hat, und alles strebt dorthin.

Das ist das Reich, um das wir bitten: Gott selbst in all seinem Reichtum. Hier ist Gott unser Vater. Und dadurch, daß er seine Wohn- und Wirkstatt in unserer Seele bereitet findet, wird sein Name geheiligt: das ist sein Geheiligwerden in uns, daß er in uns walten und wirken kann. Da geschieht sein Wille in uns, im inneren Leben, im Himmel, wie außer uns, im äußeren Leben, in unserem irdischen Dasein.

Damit das geschehe, müssen wir uns lassen, uns in rechter Gelassenheit dem göttlichen Willen überlassen und der Kraft Gottes in uns, die alles vermag, rückhaltlos vertrauen. Wir müssen statt unserer eigenen seine Gerechtigkeit suchen, die darin besteht, daß er in und bei denen bleibt, die ihn innerlich suchen, nur ihn im Sinne haben und sich Ihm lassen und hingeben. In solchen Menschen herrscht und wirkt Gott. Von ihnen fällt alles äußere Sorgen ab.

Das heißt nicht, daß man Gott versuchen soll. Man soll weiterhin seine Aufgaben im äußeren Leben mit Sorgfalt, Vorsicht und Fleiß erfüllen, wie es sich, auch dem Nächsten gegenüber, gebührt – im Geiste liebender gegenseitiger Dienstleistung. Und man soll in allen äußeren Dingen Ordnung und Weisheit walten lassen, alles, was man tut, bewußt und gewissenhaft tun und sein Bestes geben. Aber bei alledem soll man auf Gott blicken, nicht an den Dingen hängen und alles Sorgen Gott überlassen.

Denn alles, was der Mensch tut oder läßt, ob er schafft oder ruht: wenn er dabei nicht Gott im Sinne hat, bleibt es fruchtlos. Solange er irgend einer Weise folgt, entfernt er sich von Gott, der weiselos ist. Denn hinter jeder Weise steht das Ich; hinter dem Lassen und Entsinken in den innersten Grund, im Entwerden des Ich, steht Gott.

Darum sagt Dionysius mit Recht: Man halte sich nicht an das Ich, sondern an das ,Nicht‘: man wolle nicht, erkenne nicht, begehre nicht, suche nicht, sei nicht, sondern lasse sich und alle Dinge und gebe sich gänzlich hin. Dann gelangt man aus allen Weisen ins Weiselose, aus dem Wesen ins Überwesentliche, aus allem Erkennbaren ins Unerkennbare, aus dem Ich zum göttlichen Nicht- Ich.

In diesem unerkannten Gott suche Deinen Frieden und trachte dabei weder nach Empfindung noch nach Erleuchtung. Entsinke völlig in Dein lauteres Nichts, das in Wahrheit Dein Selbst ist. Und halte Dich an nichts, was Dir einleuchtet oder Dich erleuchtet, sondern lasse auch das; halte Dich unten und entsinke weiter im Nichtwollen und Nichtich – immer weiter in die Tiefen der Gottheit.

Das meint das göttliche Wort, das der Prophet Hesekiel vernahm: „Die da in das Allerheiligste eingehen, sollen kein Erbe haben, sondern Ich selber will ihr Erbe sein.“ Das gilt für alle, die in die Verborgenheit Gottes eingehen wollen: die sollen kein Erbe mit sich nehmen, sondern ihr Erbe und ihre Habe soll allein das weiselose, namenlose Wesen Gottes sein. Zu nichts anderem sollen sie sich neigen als in das Nicht-Sein.

Als Gott alle Dinge erschuf, hatte er nichts vor sich als das Nichts. Er machte kein Ding aus Etwas, sondern schuf alles aus dem Nichts. Wo er wirken soll, bedarf er dazu nichts als des Nichts. Willst Du darum ohne Unterlaß empfänglich sein für Gottes Wirken, so entsinke aus Deiner Ichheit in Dein Nichts; denn Dein Etwas-Sein, Deine Ichhaftigkeit hindert Gott, in Dir zu wirken und sich durch Dich zu offenbaren. Das ist der Sinn des Wortes: Je niedriger, desto höher; je weniger, desto mehr! Gott will den aller Ichheit entkleideten innersten Menschen haben. Darum lerne, Dich zu lassen, Deinen Seelengrund frei zu halten vom Haften und Hängen an Vergänglichem. Werde leer von allem, was nicht Gott ist. Denn Gott will Dich allein und ganz.

Wenn Du eine Wunde hast, in der etwas Böses wuchert, läßt Du Dich, auch wenn es schmerzt, schneiden, damit nicht größeres Unheil entstehe. So auch sollst Du alles, was an Schickungen über Dich kommt, mit denen Gott Dich heimsucht und zu sich zieht, willig hinnehmen als etwas, das Dir hilft, das Böse und Unheilvolle aus Dir zu entfernen, damit Dein innerstes Wesen ganz rein und heil und gänzlich von Gott erfüllt werde.

Lerne, in diesem Sinne ein in Gott gelassener Mensch zu werden, der, mag geschehen, was will, ohne Furcht und Sorge im Frieden Gottes ruht, sich gänzlich Gott überläßt und ihn machen läßt. Dann gehst Du aus Deiner Ichheit heraus und in die Gottheit ein. Und dann geschieht der Wille Gottes auf Erden wie im Himmel, außen wie innen; denn dann bist Du selbst Gottes Reich, und Gott herrscht in Dir und wirkt durch Dich.

Das Reich Gottes ist inwendig in uns, im Innersten des Seelengrundes:

Wenn wir mit allen Kräften den äußeren Menschen in den inneren hineinziehen und der innere Mensch sich völlig hineinsenkt in seinen innersten Mittelpunkt und Seelengrund, in die Verborgenheit des göttlichen Selbstes, in dem das wahre Bild Gottes liegt, und wenn sich dieses dann gänzlich in den göttlichen Abgrund schwingt, in dem der Mensch ewig in seiner Ungeschaffenheit war – alsdann, wenn Gott den Menschen so in völliger Entwordenheit und Hingabe sich gänzlich zugewendet und seinen Seelengrund aufgeschlossen findet, neigt sich der Gottesgrund ihm zu und ergießt sich in den ihm offenen und gelassenen Seelengrund, überformt den geschaffenen Seelengrund mit der Fülle seines Lichts und zieht ihn durch diese Überformung in die Ungeschaffenheit des Gottgrundes, so daß der Geist ganz mit ihm eins wird.

Könnte der Mensch sich hierin wahrnehmen, er sähe sich so edel, daß er glauben würde, Gott zu sein; er würde sich als hunderttausendmal edler erkennen, als er aus sich selbst ist. Er würde hier aller Gedanken und Gesinnungen, Worte und Werke, alles Wissens seiner selbst und aller Menschen inne; alles, was je geschah, würde er da von Grund aus erkennen, wenn er in dieses Reich gelangt. Und in dieser Rückkehr zu seinem ursprünglichen Adel würde alles Ungewißsein und Sorgen für immer von ihm abfallen.

Das ist das Reich Gottes in uns, nach dem wir zuerst und vor allem suchen und trachten sollen, und die göttliche Gerechtigkeit, die wir dann suchen und finden, wenn wir in allen Schickungen und in allen Werken Gott als einziges Ziel unserer Gesinnung im Auge haben und ihm allein vertrauen.

Hierauf zielt Paulus mit seinem Rat, sorgfältig „die Einigkeit des Geistes im Band des Friedens zu wahren.“ Denn in diesem Frieden, den man im Geiste und im innersten Seelengrund findet, empfängt man ja alles: das Reich und die Gerechtigkeit. Wer um das Einssein seines Geistes mit Gott weiß, der ist in allen Weisen und Werken und an allen Orten im Frieden Gottes. Ihm wird alles zur Erfahrung der Gegenwart Gottes in ihm.

Diese Gewißheit gilt es hier und jetzt zu gewinnen. Denn wie Augustinus sagt: „Nichts ist so gewiß wie der Tod und nichts so ungewiß wie die Stunde des Todes“; darum ist es nötig, ohne Unterlaß bereit zu sein und vom Wähnen zum Wissen und Gewißsein zu gelangen. Dazu leben wir hier in der Zeitlichkeit – nicht um der Werke willen, sondern um Gottes und seines Reiches in uns gewiß zu werden. Denn aus diesem Wissen erst entspringt das rechte Werk.

Je gewisser uns Gottes Gegenwart wird, je inniger unser Gemüt auf Gott gerichtet und von ihm erfüllt ist, desto friedevoller und gelassener wird unser Tun, desto weniger können uns die äußeren Dinge beirren und verwirren; denn dann ist nichts mehr in unserem Seelengrunde als Gott. Und wenn Gott Grund, Ursache und Ziel aller Dinge und Werke ist, sind wir mit uns selbst und mit allem in Frieden und ruhen mit unserem Seelengrund im Gottesgrund.

Daß wir dazu gelangen und das Reich Gottes in uns finden, dazu helfe uns Gott!

Johannes Tauler – Das Reich Gottes in uns – ca. 1300 bis 16. 3. 1361 herausgegeben Baum-Verlag 1967

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