Pfingstbotschaft

BD. Nr. 8516:     Ausgießung des Geistes …. Pfingsten ….

Es war erst nach Meinem Kreuzestod möglich, daß Ich Meinen Geist ausgießen konnte, weil zuvor kein Mensch fähig gewesen wäre, etwas Göttliches in sich zu bergen, da die Urschuld der Gottgegnerschaft noch auf den Menschen lastete. Mein Geist aber ist die Ausstrahlung Meiner Selbst, und niemals konnte ein schuldbeladener Mensch Empfänger dieser Ausstrahlung sein, denn es bestand eine zu tiefe Kluft zwischen dem Schuldig-Gewordenen und Mir. Ich aber habe im Menschen Jesus die Sühne geleistet für jene Schuld, und jeder Mensch, der Mein Erlösungswerk annimmt, kann nun auch sich selbst so zubereiten, daß er Meine Liebeanstrahlung wieder empfangen kann, und d.h. auch, daß Ich Selbst in dem Menschen Wohnung nehmen kann und als Zeichen Meiner Gegenwart ihn erfüllen kann mit Meinem Geist …. Sein Denken und Wollen wird nun bestimmt von der Kraft des Geistes, er kann nichts Falsches denken und wollen, solange Mein Geist in ihm wirket …. Denn er lässet Mich vollbewußt in ihm wirken, er öffnet sich, indem er sich Mir innig verbindet und Ich also den Liebelichtstrahl in sein Herz senken kann, der alles erleuchtet …. der ihm nun ein Wissen schenkt in hellster Klarheit, so daß der Mensch aus der bisherigen Finsternis heraustritt und er durch Meinen Geist in alle Wahrheit eingeführt wird, wie Ich es verheißen habe. Es mußte diesem Akt der Ausgießung des Geistes, der bei Meinen Jüngern allen Menschen sichtbar vor sich ging, der Kreuzestod vorausgehen, es mußte zuvor Mein Gegner besiegt werden, so daß er nicht mehr zwangsmäßig die Menschen in der Finsternis erhalten konnte, sondern er denen die Freiheit geben mußte, die sich Mir zuwandten, die sich von Mir erlösen ließen, d.h. bewußt Mein großes Erbarmungswerk anerkannten und daran teilhaben wollten …. Für diese also war der Tod …. die große geistige Finsternis …. überwunden, sie konnten sich selbst zu Gefäßen herrichten, in die sich Mein Geist verströmen konnte …. Sie befanden sich nun nicht mehr in irrigem Denken, sie erkannten die Wahrheit und strebten sie auch vollbewußt an, sie traten aus dem Zustand völliger Erkenntnislosigkeit heraus, ihnen wurde Licht …. Mein Geist durchflutete sie, und sie näherten sich nun auch wieder Mir Selbst, das Geistesfünkchen in ihnen, das als Mein Anteil in ihnen schlummerte, strebte dem Vatergeist von Ewigkeit zu, mit dem es unlösbar verbunden war. Es war …. ganz einfach gesagt …. die Bindung mit Mir wiederhergestellt, die die Wesen selbst einstmals freiwillig unterbrochen hatten, und ein Wesen, das Mir wieder verbunden war, Der Ich das Licht bin von Ewigkeit, mußte nun auch von Meinem Licht durchstrahlt sein, und all sein Denken kann nur noch recht sein. Er muß die Wahrheit erkennen, und der Mensch muß diese Wahrheit nun auch vertreten, weil ihn der Geist dazu treibt, die Wahrheit zu künden allen seinen Mitmenschen …. Und das war auch die Mission Meiner ersten Jünger, die dazu durch die Ausgießung des Geistes befähigt waren, in die Welt hinauszugehen und das Evangelium zu verkünden allen Völkern. Sie mußten selbst in der Wahrheit stehen, um diese weitergeben zu können, und wenngleich sie auch während Meiner Lehrjahre von Mir Selbst eingeführt wurden in die Wahrheit, so mußte dennoch erst die Ausgießung Meines Geistes vorangehen, auf daß sie nun auch hell und klar wußten um ihre Aufgabe und keinerlei Unwissen sie mehr bedrücken konnte, denn sie waren nun durch Meinen Geist von Mir Selbst gelehrt, Der Ich bei ihnen blieb, wie Ich es verheißen hatte. Und so auch wird sich Mein Geist immer wieder ergießen über Menschen, die Mir dienen wollen, die sich herrichten zu Gefäßen, in die Mein Geist einströmen kann, und die gleich Meinen ersten Jüngern den Mitmenschen die Wahrheit bringen wollen in der Erkenntnis, daß ihnen (diesen) nur die reine Wahrheit Rettung bringen kann in der großen geistigen Not …. Und Mein Geist wird wirken in jenen, auf daß die Finsternis verjagt werde und die Menschen sich wieder in rechtem Denken bewegen, die Mir dienen wollen und mithelfen an der Erlösung der irrenden Seelen. Es kann kein Mensch geben, was er nicht besitzet …. Ich will aber euch, Meine Diener, reich bedenken, auf daß ihr wieder austeilen könnet euren Mitmenschen, die dringend der Unterstützung bedürfen, weil sie allein nicht die Bindung mit Mir anknüpfen …. Doch ihr, die ihr um alle Zusammenhänge wisset, ihr könnet sie aufklären und sie doch noch veranlassen zur Änderung ihres Willens. Und ihr werdet immer reiches Geistesgut empfangen können, und immer …. wenn ihr Fragen stellet, werden sie euch beantwortet werden, so daß ihr in der Antwort auch den Geber dessen erkennen könnet, was ihr nun weiterleiten sollet …. Denn viele Menschen und viele Seelen im jenseitigen Reich werden fragen und rechte Antwort begehren …. Und diese können sie nun auch durch euch entgegennehmen, denn Ich weiß um alle Gedanken, die in den Herzen aufsteigen, und Ich werde jeden Menschen bedenken seiner Aufgabe (Auffassungsgabe) gemäß. Und das ist Mein Wirken in euch …. das Wirken Meines Geistes, das die ersten Jünger erfahren durften an sich selbst nach Meiner Himmelfahrt. Auch ihnen mußte immer wieder Meine Liebe zu Hilfe kommen, denn um den Auftrag auszuführen, den Ich ihnen gegeben hatte, waren sehr viele Kenntnisse nötig, und niemals hätten sie diese Aufgabe ausführen können ohne Meine offensichtliche Unterstützung, denn Ich belehrte sie dauernd durch den Geist, und so brauchten sie nicht zu fürchten, unfähig zu lehrender Tätigkeit zu sein oder ein falsches Geistesgut zu verbreiten, und sie konnten nun ihr Amt gut verwalten …. sie konnten Mein Evangelium verkünden, wie es Mein Wille war …. Und die gleiche Aufgabe stelle Ich auch heut Meinen letzten Jüngern auf dieser Erde, daß sie den Menschen die Wahrheit bringen, die nur von Mir Selbst ausgehen kann. Denn es steht die Erde in tiefster Finsternis, Irrtum und Lüge sind so verbreitet, daß die Menschen den ernstesten Willen aufbringen müssen, um zur Wahrheit zu finden und sie (diese) dann auch zu erkennen als solche. Sie können aber nur durch die Wahrheit selig werden, weil sie nur Mich erkennen und lieben lernen, wenn ihnen reine Wahrheit über Mich und Mein Wesen zugeführt wird. Und dieses Wissen, die reine Wahrheit, kann ihnen nur durch Meinen Geist vermittelt werden, aber sie wird euch auch vermittelt, weil Ich euch liebe und ihr nur die innige Bindung mit Mir gleichfalls durch Liebe herzustellen brauchet, um den Geistesfunken in euch, der mit dem Vatergeist von Ewigkeit unlösbar verbunden ist, zur Entäußerung zu veranlassen …. Dann kann Ich also Selbst euch ansprechen und euch in einen Zustand der Erkenntnis versetzen, und ihr werdet nun auch wissen, was ihr tun müsset, um euer Ziel …. den Zusammenschluß mit Mir …. zu erreichen noch auf Erden. Denn wenn Ich Selbst euch belehre, dann werdet ihr wahrlich recht unterwiesen, und ihr werdet dann sicher auch eure Erdenaufgabe erfüllen und euch wandeln zur Liebe, ihr werdet wieder euer Urwesen annehmen und selig sein, wie ihr es waret im Anbeginn ….

Amen

Bertha Dudde – Kundgabe 8516 – 2. 6. 1963 – Buch 89

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8516 The outpouring of the spirit…. Whitsun….June 2, 1963: Book 89

Only after My crucifixion was it possible for Me to pour out My spirit, for prior to this no human being would have been capable of sheltering anything divine within himself, since humanity was still burdened by the original sin of the antagonism against God. My spirit, however, is the emanation of Myself, and no human being burdened by guilt could ever have been a recipient of this emanation, for the gulf which existed between what had become guilty and Myself was too deep.

But I, in the human being Jesus, have made Amends for this guilt, and everyone who accepts My act of Salvation is now also able to prepare himself such that he can receive My illumination of love again, and that means that I Myself can take abode in the person and as evidence of My presence can also permeate him with My spirit…. Then his thoughts and intentions will be determined by the strength of the spirit, he cannot think and want something wrong as long as My spirit works in him…. For he completely consciously allows Me to work in him, he opens himself by intimately uniting with Me and thus enables Me to lower the light ray of My love into his heart which illuminates everything…. giving him the most bright and clear knowledge, so that the human being will emerge from his present darkness and be guided into every truth by My spirit, as I have promised.

This act of the outpouring of spirit, which took place in My disciples in full view of all people, had to be preceded by My crucifixion, My adversary had to be defeated first so that he would no longer be able to forcibly keep people in darkness but had to release those who turned to Me, who allowed themselves to be redeemed by Me, that is, who consciously acknowledged My great act of mercy and wanted to partake of it…. Thus death…. the immense spiritual darkness…. had been conquered for them, they were able to prepare themselves as vessels for the outpouring of My spirit…. Now they no longer experienced wrong thoughts, they recognised the truth and also fully consciously aspired to it, they emerged from the state of complete ignorance, they became enlightened…. My spirit permeated them, and now they also came closer to Me again, that tiny spark of spirit, which as part of Myself had rested dormant within themselves, aspired towards the eternal Father-Spirit to which it was inseparably connected. Very simply put…. the connection with Me…. having once been voluntarily discontinued by the beings, was restored again, and a being that was once more in contact with Me, the Eternal Light, had to be permeated by My light too, and its every thought can then only be right. He has to recognise the truth, and then the human being also has to uphold this truth, because he is urged by My spirit to proclaim the truth to all of his fellow human beings…. And this, too, was My first disciples‘ mission, whom the outpouring of My spirit enabled to go out into the world and proclaim the Gospel to all nations. They had to possess the truth themselves in order to pass it on, and even though during My years of teaching they had been instructed in the truth by Me, the outpouring of My spirit nevertheless had to take place first so that they then would brightly and clearly recognise their task and no longer be burdened by ignorance, for they were instructed through the spirit by Myself, Who stayed with them as I had promised.

And thus, time and again I will pour out My spirit upon people who want to serve Me, who prepare themselves as vessels into which My spirit can flow and who, like My first disciples, want to bring the truth to people in the knowledge that only the pure truth can help people in their immense spiritual adversity…. And My spirit will be effective in them so that the darkness will be dispersed and the people desiring to serve Me by assisting in the redemption of errant souls will think correctly again. No person can give what he does not have….

However, to you, My servants, I want to give abundantly, so that you can impart it again to your fellow human beings who urgently require your support, since they will not establish the relationship with Me on their own…. Yet you, who know all correlations, can enlighten them and even now persuade them to their change their will. And you will always be able to receive spiritual knowledge in abundance, and at all times…. when you ask questions, they will be answered such that you will also be able to recognise the Provider, which you then should pass on…. for many people and countless souls in the kingdom of the beyond will ask questions and desire truthful answers…. they will be able to receive them from you, for I know all thoughts arising from the heart and will give to every person according to his task (comprehension).

And this is My working in you…. the working of My spirit, which the first disciples were allowed to experience for themselves after My ascension. They, too, had to be assisted by My love time and again, for in order to implement the task given to them by Me they required extensive knowledge, and without My obvious support they would never have been able to accomplish this task, for I constantly instructed them through the spirit. Thus they did not have to be afraid to be incapable of working as teachers or of spreading incorrect spiritual knowledge and were able to administer their office well…. they were able to proclaim the Gospel in accordance with My will….

And today, too, I give My last disciples on this earth the same task of taking the truth to people, which can only come forth from Me directly. For the earth is engulfed by profound darkness, errors and lies are so widespread that people have to muster an utterly sincere will in order to find the truth and then also to recognise it as such. But only through truth can they become blessed, because they can only learn to recognise and love Me when the pure truth about Me and My nature is imparted to them. And this knowledge, the pure truth, can only be imparted to them through My spirit, but it will also be clarified for you, because I love you and you only need to establish a heartfelt bond with Me through equal love in order to induce the spiritual spark in you, which is inseparably connected to the eternal Father-Spirit, to express itself…. Then I can speak to you Myself and place you into a state of cognition, and then you will also know what you have to do in order to achieve your goal…. the unification with Me…. while you are still on earth. For when I instruct you Myself you truly will be taught correctly, and then you will accomplish your task on earth for sure and change yourselves into love, you will adopt your fundamental nature again and be blissfully happy, as you were in the beginning….

Amen

Translated by: Heidi Hanna

https://www.bertha-dudde.org/en/proclamation/8516

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Weisheit der Abgeschiedenheit

„So seid nun weise und wachsam im Gebete.“ 1. Petr. 4;8

Wir feiern mit dem Pfingstfest die Sendung des Heiligen Geistes, der von den Jüngern in einer besonderen Weise empfangen wurde. Das war nötig, da sie im Anfang standen und da ein neues Leben in ihnen begann, aber auch um derer willen, die noch dazu gelangen sollten.

Solange sie in der Zeit lebten, nahmen sie im Empfangen des Heiligen Geistes ständig zu. Gleich ihnen soll jeder Gottesfreund das Fest des Heiligen Geistes alle Tage und Stunden begehen, damit er ihn jederzeit empfange. Je größer seine Bereitschaft und Empfänglichkeit und je tiefer er sich einwärts wendet, desto vollkommener wird er den Heiligen Geist empfangen.

Was den Jüngern am Pfingsttage zuteil wurde, das findet alle Tage geistig bei denen statt, die sich gründlich dazu bereiten: zu ihnen kommt der Geist Gottes mit immer neuen und besonderen Gaben, solange sie leben, nach innen gewendet und bereit sind, ihn zu empfangen.

Und worin besteht nach Petrus die rechte Bereitung? „Seid weise und wachsam im Gebet.“

Weisheit meint Wohlvertrautheit und Wohlbewandertsein und bedeutet, daß wir bei all unserem Tun und Lassen jedes Ding mit dem Licht unserer Urteilskraft durchschauen, so daß uns wohl vertraut ist, womit wir umgehen, und wir bereit sind, das Beste aus ihm zu gewinnen.

Die höchste Bereitschaft nun, den Geist Gottes zu empfangen und ihn unmittelbar in sich aufzunehmen, besteht im Abgeschiedensein und Lassen, in Innigkeit und Einigkeit. Wer diese vier hat und darin zunimmt, der ist am besten bereitet für den Empfang des Geistes Gottes.

Worin besteht nun das erste von diesen vieren: wahre Abgeschiedenheit?

Sie besteht darin, daß der Mensch sich von allem abwendet und abzieht, das nicht Gott ist, und mit dem Lichte seiner Urteilskraft alle seine Gedanken, Worte und Werke verständnisvoll daraufhin durchschaut, ob da im Grunde etwas ist, das nicht Gott ist, nicht Gott im Tun wie im Lassen im Sinne hat, damit er das, was auf anderes als Gott abzielt, ausschließe und von sich abscheide.

Das ist nicht nur die Aufgabe der dem inneren Leben zugewandten Gottesfreunde, sondern die jedes Menschen. Denn man findet viele gute Menschen, die sich im rechten Denken und Handeln üben und doch von wahrer Innerlichkeit nichts wissen. Auch sie sollen sich gewöhnen, darauf zu achten, ob das, was sie denken und tun, sie etwa von Gott wegführt, damit sie das lassen. Auch sie bedürfen der Einwärtswendung und der Abgeschiedenheit, wenn sie den Geist und die Gaben Gottes empfangen wollen.

Nun ist die Abgeschiedenheit und die Empfangsbereitschaft bei den Menschen sehr verschieden: Die einen empfangen den Geist in bildlicher Weise mit den Sinnen, andere nehmen ihn in die Kräfte der Vernunft auf, und wieder andere nehmen ihn darüber hinaus in den Grund der Seele auf, in das heimliche Reich, in dem das Bild und das Licht Gottes verborgen schlummert. Hier findet der Geist seine wahre Stätte, und da allein werden seine Gaben in göttlicher Weise empfangen.

So oft der Mensch in diesen Grund hineinschaut mit dem Licht der Unter-scheidungskraft und sich hier ganz Gott zuwendet, gelangt er zur Durchgeistung und empfängt vom Geiste Gottes neue Gnaden und Gaben, wenn er in Weisheit und Abgeschiedenheit ganz nach innen gewendet ist und mit wahrem Ernst bei seinen Worten und Weisen, Werken und Wegen darauf achtet, daß da nichts sei, das nicht von Gott ist oder auf Gott hinzielt.

Mit dem Licht der Unterscheidungskraft soll er seine Tugenden prüfen, ob sie aus Gott geboren sind, und soll dahin wirken, daß alle Kräfte, Strebungen und Tugenden der göttlichen Ordnung entsprechen und alles zu Gott hin, mit Gott und durch Gott getan werde. ..

…Wenn dann der Geist Gottes findet, daß der Mensch das Seine tut, kommt er mit seinem Licht, überstrahlt das natürliche Licht der Urteilskraft, läßt die übernatürlichen Tugenden wie Glaube, Liebe und Gewißheit erstehen und leitet den Menschen in dieser Abgeschiedenheit in die Einheit mit Gott.

Doch beachte man wohl, daß auch in den Menschen, der nur Gott im Sinn hat, zuweilen das bange Gefühl kommt, nicht in allem Gott im Sinn gehabt zu haben, und Trauer um das Fernsein Gottes.

Woher nun dieses Gefühl auch immer kommen mag, von innen oder von außen her, in jedem Falle soll man ihm mit Sanftmut und Lassen begegnen.

Manche versuchen hier, es mit Gewalt zu überwinden. Sie rennen hier hin und dorthin, suchen bei Gottesfreunden und Weisen Trost und Belehrung, stürzen sich in geistige Übungen – und werden dadurch nur noch verwirrter.

Wenn Dunkelheit in einem ersteht, soll man es halten wie bei einem Unwetter: man geht unter ein Dach und wartet gelassen, bis das Gewitter vergeht. So soll der Mensch, wenn Anfechtung, Zweifel und Bangigkeit ihn überfällt, sich nach innen wenden, sich lassen, sich dem Frieden Gottes überlassen und in Gelassenheit auf Gott warten.

Wenn er so in Sanftmut unter dem Dach Gottes steht, ist das besser als alle Bemühungen des Ich, von sich aus die Not zu brechen, auch wenn man meint, damit Gott näher zu kommen. Denn mit all diesem Tun hat der Mensch sich selbst im Sinn und seinen Eigenwillen. ..

Darum die Forderung, weise zu sein, die Jesus durch das Gleichnis ergänzt: „Seid weise wie die Schlangen.“

Wenn die Schlange merkt, daß ihr Äußeres zu altern und einzuschrumpfen beginnt, sucht sie eine Stelle, wo zwei Steine nahe beieinander liegen, und zieht sich zwischen diesen ganz eng hindurch, so daß die alte Haut abgeht und darunter die neue Haut zum Vorschein kommt.

Genau so soll der Mensch es machen mit der ,alten Haut‘, d. h. mit allem, was er von Natur hat, wie groß oder gut es auch sei, also mit dem äußeren Menschen, damit der neue, der innere Mensch ganz zum Vorschein komme. Und er soll sich ständig daraufhin prüfen, ob etwas an ihm und in ihm am Veralten und darum abzustreifen sei, und sich immer wieder auf sein wahres Selbst besinnen und zurückziehen.

Bei alledem soll er sich bewußt bleiben, daß alles, was Gott ihm jeweils in der Zeitlichkeit zufügt oder an Schickungen zuläßt, sei es Glück oder Unglück, Lust oder Leid, ihm zum Vollkommenerwerden dient. Denn was auch immer über ihn kommt, ist von Gott so vorgesehen und vorher in ihm gewesen, so daß es in dieser Weise geschehen muß.

Wer dessen bewußt ist, der erregt sich nicht über die Dinge und Umstände, sondern bleibt allezeit im Frieden. Diesen Frieden in allen Dingen und Lagen lernt und gewinnt man allein in wahrer Abgeschiedenheit und Innigkeit. Wer ihn haben will, muß sich nach innen wenden; denn dort allein wird er gefunden und gefestigt. Und je mehr der Friede zunimmt, desto vollkommener wird der Geist Gottes gegeben und desto reicher empfangen.

Das sei durch ein anderes Gleichnis verdeutlicht: Wie der Landmann im März, wenn er sieht, daß die Tage zunehmen und die Sonne an Kraft gewinnt, seine Bäume behaut und beschneidet, das Erdreich umgräbt und das Unkraut ausjätet, so sollen wir uns selbst umgraben, die Ackerscholle unserer Gedanken und Werke umkehren, daß wir den Grund prüfen, und wir sollen unsere Bäume beschneiden, d. h. unsere äußeren Sinne und niederen Strebungen und Kräfte, und alles Unkraut gründlich ausjäten.

Vor allem gilt es die sieben Hauptfehler gründlich auszujäten: Hoffart innen und außen, Geiz und Zorn, Haß, Neid und Unkeuschheit, Leibes- und Sinnenlust in aller Weise, in unserer Natur wie in unserem Geiste, daß sich da kein Mangel und keine Trägheit verberge, vielmehr alles, was nicht auf Gott zielt, ausgemerzt werde.

Aber noch ist es dürr und kalt und hart in uns. Die Sonne gewinnt an Kraft, sie steigt höher und der Sommer naht. Wenn der äußere Mensch und die niederen und höheren Kräfte und schließlich der ganze Mensch außen und innen wohl bereitet sind, kommt die göttliche Sonne und leuchtet in den wohl vorbereiteten Acker der Seele bis in den Grund, und dann beginnt eine echte Maienblüte, der ein wonniger Sommer folgt.

Also verleiht der gütige Gott dem Geiste, zu grünen, zu blühen und herrliche Frucht zu tragen. Wenn der Heilige Geist seinen seligen Glanz und göttlichen Schein unmittelbar und gegenwärtig in den Seelengrund ergießen kann – welche Freude und Wonne erquillt da! Von dieser Wonne, die der Geist Gottes da unserem Geiste schenkt, nur einen Tropfen zu schmecken, ist beseligender denn alle Beglückungen, mit denen die Welt und die Kreaturen uns zu erfreuen vermögen.

Manche, die diese göttliche Seligkeit in sich erfuhren, möchten gern nur noch in diesem Genießen verweilen und verbleiben. Sie meinen, dieser erste Strahl sei die ganze Sonne, und möchten sich gern darin niederlegen und ausruhen. Aber wer so handelt, der steht still, bleibt zurück und gelangt weder zum Blühen noch zum Fruchttragen.

Andere bleiben dadurch zurück, daß sie beim Empfangen und Gewahrwerden dieser Seligkeit in unechte Freiheit verfallen und sich, statt ihrem Ich zu entwachsen, ganz auf ihr Ich zurückziehen und ihre Lust und Befriedigung im Selbstbesitz sehen. Sie meinen, sie könnten sich darauf verlassen, dünken sich darin sicher, werden schwach und verwöhnt und wähnen, sie brauchten nicht mehr zu leiden und zu wirken wie vorher, sondern könnten sich ganz abgeschieden halten. ..

…Wenn aber die Welt das merkt, gießt sie falsche Süßigkeit darein, damit der Mensch ihr verhaftet bleibe, das unechte Selbst zurückbleibe und nicht zum göttlichen Blühen und Fruchttragen gelange.

Was sollen wir da tun? Sollen wir uns dieser Seligkeit entziehen?

Keineswegs. Wir sollen sie vielmehr dankbar hinnehmen und sie willig wieder Gott zutragen, indem wir mehr tun als vorher, mehr danken und loben, mehr lieben und helfen als vorher, also unser brennendes Verlangen nach Gott in allen Dingen und Werken vervielfachen.

So oft wir uns mit solcher Innigkeit Gott zuwenden und uns ihm in williger Hingabe darbieten, so oft kommt Gott uns mit neuen Gaben entgegen in jedem Augenblick. So erwächst aus der Seligkeit größere Innigkeit.

Das meint Petrus, wenn er uns mahnt, weise und wachsam zu sein und nicht träge zu werden und einzuschlafen. Denn wer schläft, schafft nicht und kommt nicht voran. Der wache und wachsame Mensch vollbringt sein Werk mit Freude, Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit.

In solcher Weise sollen wir wach sein bei allem, was wir tun, stets auf uns selbst acht geben und auf den Gott in uns, und sollen uns von seiner Gegenwart in uns bis in die letzten Winkel unserer Sinne und unserer Seele erfüllen lassen, außen und innen, damit wir des göttlichen Lichts gewahr und teilhaftig werden und in diesem Lichte blühen und Frucht tragen.

Wahre Abgeschiedenheit besteht aber nicht nur darin, daß der Mensch sich von aller äußeren Mannigfaltigkeit gelöst hat, sondern auch darin, daß er sich von der inneren Mannigfaltigkeit der bildenden Kräfte mit ihren Gedankenbildern und Phantasien abwendet und in der Einsamkeit verbleibt.

Denn erst, wenn er all dies gelassen hat, kommt Christus, auf den er wartet, in einem Blick

und führt ihn mit diesem Blick über alle Dinge hinaus und entschädigt ihn für all sein Warten.

Danach aber kommt die innere Finsternis, das völlige Alleinsein und der steile einsame finstere Weg, auf dem er nichts weiß und nichts hat und auf dem ihm alles begegnet, was er längst überwunden und besiegt glaubte: all das schreckt ihn nun. Aber all das dient nur dem Entwerden des Ich und allen Ichverlangens.

Wenn er dem entworden ist, kommt Gott und macht ihm mit einem Blick die ewige Liebe gewiß.

Das geschieht, wenn wir „weise und wachsam sind im Gebet“. Darin berühren wir das Letzte. Was meinte Petrus mit dem Gebet? Meinte er etwa das Gebet des Mundes? Nein, er meinte mit Jesus jene Anbetung Gottes im Geiste und in der Wahrheit, von der die Meister sagen, sie sei ein Aufgehen des Gemüts in Gott.

Das Lesen mit den Sinnen und das Beten mit dem Munde kann dazu dienen und dorthin führen, und dann mag bei des gut sein. Aber wie mein Rock und meine Kappe nicht ich sind, sondern mir nur dienen, so ist das Gebet des Mundes nicht das wahre Gebet, sondern dient ihm nur und hilft dazu, daß Geist und Gemüt sich unmittelbar in Gott einsenken. Das erst ist das wahre Gebet.

Und dieses wahre Gebet denkt und spricht man ohne Unterlaß im Himmel. Es trägt das Gemüt gänzlich hinauf, so daß Gott unmittelbar in unser Innerstes und Innigstes, den Seelengrund, eingehen kann, in dem wahres Einssein ist.

Von diesem innersten Grund sagt Augustinus, die Seele habe in sich einen verborgenen Abgrund, der habe mit der Zeit und der äußeren Welt nichts zu tun und sei weit erhaben über den äußeren Menschen und das Ich, das dem Körper Leben und Bewegung gibt.

Hier, in dem Grunde der Seele, ist die Stätte und das Reich Gottes. Hier wird der Mensch ganz still und wesentlich und immer mehr abgeschieden und nach innen gewendet, immer lichter und gelassener; denn Gott selbst ist hier in seinem Reiche und wohnt und wirkt hier.

Von hier aus kehrt der wahre Beter dann wieder in das äußere Leben zurückt, wendet sich mit inbrünstiger Liebe und Hilfsbereitschaft allem zu, für das Gott ihn vorgesehen hat, und widmet sich, um Rat zu schaffen, mit ganzer Liebe der Not der Menschen, indem er, wie man mit einem Blick viele Menschen umfaßt, alle mit sich in den Seelengrund hinabträgt, in den Abgrund der göttlichen Liebe, daß sie allen zuteil werde.

So senkt er sich in den Abgrund der Einigkeit und kehrt wieder hervor und bleibt vom mit seinem innersten Wesen in dem Grunde, aus dem auch sein Wollen und Handeln erfließt.

In einem solchen Menschen findet man nur göttliches Wollen und Leben. Er dient Gott zuliebe und allen Menschen zum Troste und zur Vollendung. Er wohnt in Gott, und Gott wohnt in ihm.

Daß wir alle diese Abgeschiedenheit und Einswerdung erreichen, dazu helfe uns Gott!

Johannes Tauler – Das Reich Gottes in uns

Schwere Fragen

oder Hilfe in Notlagen. Gott läßt uns nicht alleine, wir können uns jederzeit an ihn wenden., wenn wir Probleme haben, aber insbesondere, wenn wir uns ihm nähern wollen. Unsere Freiheit ist ihm heilig, aber er steht jederzeit bereit, wenn wir Fragen haben und uns in Not befinden.

Und so wie Gott uns bedingungslos liebt, so können wir ihm absolutes Vertrauen entgegen bringen und uns ihm so annähern.

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Erbetet die Lösung all eurer Fragen

Ihr werdet noch oft vor schweren Fragen stehen. ICH weiß es wohl. Daß ICH dies zulasse, hat einen tiefen, heiligen Grund: Daß ihr aus vollem, Herzen zu MIR ruft und euch und alles MIR zu eigen gebt.

Wenn ihr nicht wißt, was das Rechte ist, das ihr tun sollt, wo und wie auch immer, dann betet, betet so lange, bis ihr eine heilige Gewißheit in euch tragt, daß nur dieses Mein Wille ist.

Ja ICH sage euch: Ihr könnt von MIR alle Lösungen, Erlösungen erbeten, denn wenn ihr betet in einer heiligen Frage um die heilige Antwort, um Meinen Vaterwillen, dann erhebt ihr eure Seele zu MIR und auch die Frage. Dann werdet ihr aus Meinen göttlichen Händen die Krone empfangen, einen heiligen Lohn, die Erlösung.

ICH sage euch: Ihr werdet noch vor sehr schweren Fragen stehen und dann hilft nur dies eine, daß ihr betet und betet, daß ihr euch mit euren Fragen im Gebet zu MIR begebt und in MIR lebt.

Wißt, jene Fragen, welche euch dereinst im Herzen liegen werden, die kann nur ICH lösen, sonst kein Wesen. Erhofft die Lösung dieser Frage nur von MIR. Ja ICH sage euch: Erbittet MICH als die Lösung dieser Fragen.

Doch wie wird die Lösung aussehen?

Doch nur so, daß ICH in allem bei euch bin und ICH euch Selbst führe, ganz persönlich. Ja ICH sage euch: Dorthin muß die Kunst eures Gebetes gehen, daß ihr MICH zu euch herbetet, daß ihr MICH veranlaßt, bei euch zu weilen, um euch zu führen in allen Fragen.

Ja fürwahr, wer so betet, dem werde ICH als die heilige Lösung aller Fragen zur Seite stehen und ICH werde in allem die Erlösung sein.

Ihr könnt beten:

„Fragend ist oft unser Herz in vielen Dingen. Wir wissen nicht, wohin wir laufen sollen, was Du, o Vater, mit uns willst. Wir wissen nicht, was Dein Wille ist. Vater, wir wollen nicht mehr selbst wollen, wir wollen ersterben alles menschlichen Willens. Herr, will Du in mir! Herr, Dein Wille sei meine Fährte! Dein Wille sei die Kraft, welche meinen Weg gestalte! Dein Wille sei der Herrscher meines Lebens, er führe mich recht zu Dir, der ewigen Liebe. Herr, aller Fragen Ziel bist Du. Aller Wege Ziel bist Du. Aller Rätsel Lösung bist Du. Also wollen wir Dich, den Vater, annehmen also wollen wir Dich, den Vater, in allem suchen, also wollen wir Dich, den Vater, in allem lieben, in allem verstehen, in allem besitzen.“

ICH sage euch: Würdet ihr auf jede Frage, welche euch bewegt, MICH, euren göttlichen Vater, als die Lösung annehmen, würdet ihr sagen: JESUS, Du bist die Antwort Selbst. Und lhr hättet recht gesprochen, ihr hättet ein heiliges Geheimnis gelüftet.

Um was ihr auch immer fragen mögt, nehmt Meine göttlichen Wesenheit als die Lösung und ihr habt die Erlösung in allen Fragen.

Es ist nicht wichtig, daß ihr wißt wie, wo, und was, sondern dies sei euch wichtig, daß ICH allein die Lösung bin. Wenn ihr MICH so angenommen habt ICH sage euch: Ihr werdet dann auch im Äußeren die allein richtige Lösung finden.

Doch wenn ihr nicht den Erlöser angenommen habt, daß er euch löse alle Knoten, dann bleiben die vielfältigen, die zwiespältigen Gedanken in euch und sie werden euch dann nicht zum Lichte führen, sie werden euch vielmehr im Finstern irren lassen.

Wißt, wo ihr keine Antwort habt, da nehmt MICH dafür und ICH will die Antwort in allen Fragen sein auf ewig. Amen.

Johannes Widmann, 2.12.1967

https://www.jesu-christ.us/Offenbarungsliste.php?zeig=Gotteswort/Johannes_Widmann/Erbetet_die_Loesung_all_eurer_Fragen_Joh_Widmann_2-12-1967.jc

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Die evangelische Kur

Durch Jakob Lorber wurden auch Hinweise für Ratsuchende gegeben, diese finden sich in den Sammlungen Himmelsgaben 1 – 3. In einem Beitrag wird „die evangelische Kur“ Karl Gottfried Leitner *1) empfohlen.

Es handelt sich dabei um ein Gemisch aus Rotwein und Olivenöl mit dem man sich einreiben kann und dazu kommt die Empfehlung „sich selbst nicht so wichtig zu nehmen und mehr auf Gott zu vertrauen“. Aus den entsprechenden Zutaten läßt sich durch hinzufügen eines Emulgators eine Creme herstellen, die man entsprechend benutzen kann.

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Die evangelische Kur – Väterlicher Gesundheitsrat für K. G. Leitner.

Jakob Lorber – Himmelsgaben Band 2
  1. April 1844
    [HiG.02_44.04.13,01] Schreibe nur, Ich weiß, was du hast! – Also höre Mich denn diesmal recht folgsam an, du, den Ich so lieb habe, du Mein Freund, Mein Bruder! Ich kenne dein Herz, es ist geschmückt wie eine Braut und so wohlgeschmückt wie
    ein Brautgemach, darum es Mir auch so wohlgefällt, bei dir mit allerlei Ordenskreuzlein in diesem deinem Herzen einzusprechen.
    [HiG.02_44.04.13,02] Ich möchte wohl ganz und gar in dein Herz einziehen, wie einst in Jerusalem, aber du hältst die Türe in dies Mir wohlgefällige Gemach des Lebens stets sehr enge, so daß Ich mit Meiner Eselin nicht hineinkann. Was aber ist es wohl, das in dir die Türe in dein Herz so sehr beengt? – Siehe, es sind die Sinne deiner Seele, welche da ausmachen deinen Verstand; dieser ist zu angestrengt tätig, entzieht dadurch dem Herzen zu viel des Lebensfeuers und verbraucht es im Gehirne um
    nichtige Dinge. Dafür aber leidet dann dein Herz einen Mangel und wird von außen her beengt, weil es zu wenig des Lebensfeuers rückbehält.
    [HiG.02_44.04.13,03] Es ist wohl dein Innerstes im Herzen in der schönsten Ordnung, allwo des Geistes Wohnstätte ist. Aber weil die äußere Umfassung des Herzens stets beengt wird durch den zu unverhältnismäßigen Lebensfeuerverbrauch und das
    Herz auch zu Zeiten nicht so viel Lebensfeuer erzeugen kann aus dem Geiste, wie dein nicht selten über die Maßen tätiger Verstand zu seiner weltlichen Funktion vonnöten hat, so wird dein Verstand oft schwach in allen seinen Teilen. Und du empfindest dann den Mangel dieses Feuers doppelt, und zwar zuerst durch eine Art Trübung im Verstande oder in den Sinnen der Seele, und dann aber auch durch leere Beängstigungen in deinem Herzen, welche natürlich darin ihren Grund haben, daß durch den Mangel an Lebensfeuer die äußere Umfassung des Herzens sich zusammenzieht, dadurch auf die inneren Lebenskammern einen Druck ausübt und die äußeren Gefäße, selbst des fleischlichen Herzens, strenger und strenger anzuziehen beginnt, woher
    sich dann auch dein physisches Leiden zu Zeiten und Zeiten datiert!
    [HiG.02_44.04.13,04] Weil vom Herzen aus alle Nerven zuerst ihre Nahrung bekommen müssen, so werden sie natürlich schwach, wenn sie durch den Mangel an Lebensfeuer hungrig werden. Und der zuckende Zustand derselben ist nichts anderes als eine Sprache, eine Forderung an das Herz und lautet: „Wir Bänder und Hebel des organischen Lebens sind hungrig und durstig geworden! Herz! Du sonst gastliche Küche des Lebens, gib uns zu essen und zu trinken und gönne uns auch einmal eine frische und stärkende Luft! Und lasse uns nicht verkümmern unter dem Staube, den deines Verstandes weltliche Werkstätten so reichlich und verderblich erzeugen!“
    [HiG.02_44.04.13,05] Ich aber sage dir: Gib folgsames Gehör den Worten der Nerven, und du wirst gesund sein! Und noch sage Ich zu dir und frage dich: Warum sorgest und kümmerst du dich so viel vergeblich?
    [HiG.02_44.04.13,06] Bin Ich dir doch noch allezeit zur Seite gewesen, und es ist noch alles also gut ausgefallen. Und was Ich je zu dir geredet habe, entweder durch Meinen schwachen Schreiber oder durch ein unmittelbares Einfließen in dein Gemüt,
    ist es nicht in die pünktlichste Erfüllung gegangen?
    [HiG.02_44.04.13,07] Und dennoch sorgest du dich stets von neuem wieder so, als hinge das Gelingen deiner Arbeit für die Welt lediglich von deiner Tatkraft ab! – Warum das? – Weißt du ja doch, daß ohne Mich niemand etwas vermag! – Warum sorgest du dich denn da vergeblich, wo Ich doch allezeit und überall für dich sorge
    und vollauf tätig bin?!
    [HiG.02_44.04.13,08] Ich sage dir: Sei in der Zukunft leichtsinnig in allen deinen Weltarbeiten im lebendigen Vertrauen auf Mich! Und Ich werde alle deine Arbeiten segnen, auf daß sie besser werden, als du sie je selbst berichtigt hast! – Kehre auf eine Zeit von wenigstens vierzehn Tagen allen deinen Geschäften den Rücken, sorge
    dich um nichts, lege alle deine Sorgen volltrauig auf Meine Schultern, und es wird alles zur rechten Zeit in der besten Ordnung sein.
    [HiG.02_44.04.13,09] Dabei aber lebe recht gut und lasse dir ein von Mir allzeit gesegnetes Essen und Trinken recht sorglos gut schmecken! – Und gebrauche morgens und abends die evangelische Kur, nämlich:
    [HiG.02_44.04.13,10] Nimm roten, ungerichteten Wein und Olivenöl, das rein ist, und reibe dir damit die Brust, die Glieder, den Rücken, das Genick, am Abend auch das Haupt und ganz besonders die Schläfe im Glauben und Vertrauen auf Mich, so wirst du bald wieder ganz stark und gesund werden!
    [HiG.02_44.04.13,11] Doch sollst du in der Zeit dich vom Kaffee und vom schlechten Weine enthalten, weil darinnen arge und unreine Geister hausen, die da stürmisch und sehr unruhig sind.
    [HiG.02_44.04.13,12] Dieses Rezept aus dem Munde deines ewigen Vaters, deines Schöpfers und deines Herrn und Gottes, beachte jetzt und allezeit im sorglosen Volltrauen auf Mich, und es wird mit dir in allem gut, besser und am besten gehen, sein und werden allezeit wie ewig in Meinem Namen.
    [HiG.02_44.04.13,13] Das sagt dir dein Vater Jesus durch des Knechtes Mund! – Amen.
    [HiG.02_44.04.13,14] Nachbemerkung des ersten Herausgebers: Diese für K. G. von Leitner gegebene Weisung scheint gut gewirkt zu haben. Denn zu seinem 91. Geburtstag sagte ihm später der himmlische Vater: „Heute sage Ich dir, du kannst bleiben auf Erden, so lange du willst, oder auch heimgehen, wann es dir beliebt.“ Leitner blieb noch ein Weilchen, und dann zog den Hochbetagten die Ewige Liebe heim im Sommer 1890.

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*2)

Eintrag in Wikipedia über Karl Gottfried von Leitner

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Gottfried_von_Leitner

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Zum Nachdenken

Zwölf ethische Grundsätze der Bahai

Im Jahr 1912 stellte Abdu’l Baha in seinen Ansprachen in Paris zwölf ethische Grundsätze aus den Lehren Baha’u’llahs besonders heraus. Diese zentralen Lehrsätze der Bahai dominierten bis in die achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts die Rezeption der Religion im Westen, die vor allem als humanitäre Friedensbewegung wahrgenommen wurde. Die spirituellen und philosophischen Lehren Baha’u’llahs, wie zum Beispiel über das Wesen der menschlichen Seele oder das Leben nach dem Tod, erfuhren erst in den letzten Jahren ein größeres Interesse. Die sogenannten zwölf ethischen Grundsätze sind keine im Wortlaut festgeschriebenen Gebote und wurden von Abdu’l Baha zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich formuliert. Folgende sinngemäße Aufzählung gibt die am häufigsten zitierte Einteilung mit einigen kurzen Erläuterungen wieder:

  1. Die ganze Menschheit ist als Einheit zu betrachten. Einheit und Vielfalt stellt für die Bahai dabei keinen Widerspruch dar. Kulturelle Vielfalt wird begrüßt und gefördert, die Menschheit zugleich als Einheit betrachtet, da alle Menschen (und Religionen) durch das Wirken derselben Gottheit erschaffen wurden. Baha’u’llah formulierte: „Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger.“
  2. Alle Menschen müssen die Wahrheit selbständig erforschen. Der Glaube eines Menschen hängt nur von ihm selbst ab. Es gibt daher keinen Klerus, der den Glauben vermittelt. Die Heiligen Schriften sollen von allen Gläubigen selbst gelesen und interpretiert werden. Das Menschenbild erzieht zu Mündigkeit und Selbstbestimmtheit. In den Gemeinden in Südamerika, Afrika und Indien wurden zahlreiche Alphabetisierungsprogramme insbesondere für junge Frauen gestartet.
  3. Alle Religionen haben eine gemeinsame Grundlage. Die Bahai lehren, dass sich derselbe Gott in allen Religionen offenbart. Jede Religion habe zeitbezogene und ewige Aspekte. Während sich soziale Gebote unterschieden, weil sie Zeit und Kulturkreis angepasst seien, sei der mystische Kern der Religionen immer derselbe, obwohl er in unterschiedliche Worte gefasst werde.
  4. Die Religion muss die Ursache der Einigkeit und Eintracht unter den Menschen sein. Religion, die zu Zwietracht oder gar Gewalt führe, gilt als Missbrauch der Religion. Wenn Religion zu Zwist und Uneinigkeit führe, so Abdu’l Baha, sei es besser, auf sie zu verzichten.
  5. Die Religion muss mit Wissenschaft und Vernunft übereinstimmen. Nach dem Glauben der Bahai erklärt die Religion Zusammenhänge, die jenseits des wissenschaftlich Erfahrbaren liegen. Wissenschaften und Religionen sollten sich daher ergänzen und nicht widersprechen. Religion ohne Wissenschaft führe zu Aberglaube. Wissenschaft ohne Religion zu Materialismus. Beides wird abgelehnt.
  6. Mann und Frau haben gleiche Rechte. Die Bahai sehen die Menschheit mit der Offenbarung Baha’u’llahs in ein neues Zeitalter eintreten, in welchem „Gewalt ihr Gewicht verliert“ und „die männlichen und weiblichen Elemente der Kultur besser ausgeglichen sein werden“. Das „neue Zeitalter“ werde weniger männlich und mehr von „weiblichen Leitbildern“ – wie zum Beispiel Intuition und Fürsorge – durchdrungen sein. Innerhalb der Gemeindeordnung hatten Frauen von Anfang an aktives und passives Wahlrecht. Heute bestehen die Institutionen in Deutschland etwa zur Hälfte aus Frauen. Das Berateramt wird in Deutschland von zwei Frauen geleitet.
  7. Vorurteile jeglicher Art müssen abgelegt werden. Damit sind sowohl rassistische wie religiöse Vorurteile gemeint. So gibt es bei den Bahai zum Beispiel keinen Erlösungsglauben, der die Menschen in „Gläubige“ und „Ungläubige“ einteilt.
  8. Der Weltfrieden muss verwirklicht werden. Weltfriede ist für die Bahai keine rein eschatologische Erwartung, sondern bedarf des menschlichen Bemühens. Weltfriede impliziert Religionsfriede und die Anerkennung der Gleichwertigkeit aller Menschen, gleich welcher Rasse oder Klasse. Abrüstung und die Etablierung eines Völkerbundes sind die ersten Schritte auf diesem Weg.
  9. Beide Geschlechter müssen die beste geistige und sittliche Bildung und Erziehung erfahren. Damit ist nicht nur die Erziehung in der Familie gemeint, sondern die allgemeine Schulpflicht. Reichen die Mittel nicht für alle Kinder aus, werden Mädchen als „erste Erzieher der nächsten Generation“ bevorzugt.
  10. Die soziale Frage muss gelöst werden. Abdu’l Baha bezog sich mit dieser Aussage 1912 auf die sozialpolitischen Probleme des Industriezeitalters und die damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen. Die Bahai engagieren sich in wirtschaftlicher wie gesellschaftlicher Hinsicht für Ausgleich und Gerechtigkeit im Globalisierungsprozess. Organisationen wie das European Bahá’í Business Forum befassen sich damit inhaltlich.
  11. Es muss eine Welthilfssprache und eine Einheitsschrift eingeführt werden. Schon Baha’u’llah betonte die Notwendigkeit einer Sprache, die die Völker der Erde gemeinsam wählen sollten, um sich damit weltweit verständigen zu können. Diese soll neben der Muttersprache erlernt werden. Faktisch ist dies innerhalb der Bahai-Gemeinde inzwischen Englisch, was nicht nur im Bahai-Weltzentrum genutzt wird, sondern auch als Konferenzsprache bei internationalen Tagungen.
  12. Es muss ein Weltschiedsgerichtshof eingesetzt werden. Trotz der zahlreichen Friedensprophezeiungen Baha’u’llahs gehen die Bahai nicht davon aus, dass sich alle lokalen und globalen Konflikte künftig von allein lösen werden. Zur Klärung solcher Konflikte bedarf es nach Auffassung der Bahai nicht nur eines internationalen Gerichtshofes, sondern darüber hinaus einer international akzeptierten Polizei, die bei Bedarf berechtigt ist, in gewaltsame Konflikte friedensbewahrend einzuschreiten. In den Heiligen Schriften Baha’u’llahs heißt es: „Die Zeit muss kommen, da die gebieterische Notwendigkeit für die Abhaltung einer ausgedehnten, allumfassenden Versammlung der Menschen weltweit erkannt wird. Die Herrscher und Könige der Erde müssen ihr unbedingt beiwohnen, an ihren Beratungen teilnehmen und solche Mittel und Wege erörtern, die den Grund zum Größten Weltfrieden unter den Menschen legen.“[1]

Quelle Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Zw%C3%B6lf_ethische_Grunds%C3%A4tze_der_Bahai

Ein Plan

Der Mensch kommt in diese Welt, völlig unbewußt, hat „Glück oder Pech“ mit den Umständen, in die er geboren wird. Er wächst auf, wird erzogen, kommt in Berührung mit einem Glauben, wählt einen Beruf, findet einen Partner bzw. eine Partnerin, zeugt mit ihr Kinder, gibt seine Informationen an diese Kinder weiter, geht seinen Interessen nach, altert und verläßt die Erde.

Einer lebt im Überfluß, weiß nicht wohin mit seinem Geld, der andere hat kaum das Nötigste. Aber das Schicksal des Einzelnen wird nicht nur durch die Familie, in die er geboren wurde, bestimmt, auch durch sein weiteres Umfeld, das Land, die Kultur und die Politik in diesem Land, gibt es Krieg oder Seuchen, Katastrophen, Mißernten, Hungersnöte ist er davon betroffen.

Ja, und dann ist da noch der Unterschied, ob ein Mensch „gut oder böse“ ist, ist er von Natur aus „sanftmütig oder gewalttätig“. Er kann besondere Eigenschaften haben, wie Musikalität, kann sich gut ausdrücken, gut schreinern usw. Einer forscht und möchte immer noch mehr herausfinden, der andere ist zufrieden damit, einfach zu leben.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich auch das „Menschsein“ entwickelt, von dem Menschen, der sich einfach nahm, was er wollte, zu dem zivilisierten Menschen, der sich auch uneigennützig um den anderen kümmert, wenn er dessen Not erkennt.

Geleitet wurde diese Entwicklung aus dem Geistigen, indem die Menschen direkt oder indirekt unterrichtet wurden. Direkt durch die persönliche Anwesenheit Gottes oder von Engeln oder durch Propheten, indirekt über Gedanken und Gefühle.

Zudem wurde zu allen Zeiten und bei allen Völkern Geistiges aufgeschrieben, ob in der Bibel, im Talmud, im Koran oder in den Schriften anderer Religionen.

Und in den letzten Jahrhunderten gab es immer mehr mystische Durchsagen, ob es die Werke Hildegard von Bingens, die Visionen Katharina Emmerichs, die Bücher Jakob Lorbers, die Hefte von Max Seltmann, die Kundgaben von Bertha Dudde oder vieler, vieler anderer sind.

Sie sind ganz unterschiedlich, so wie die Menschen, die sie aufgeschrieben haben, unterschiedlich waren, sie sind in der Sprache des jeweiligen Menschen und der Sprache der Zeit abgefaßt und sie befassen sich mit vielen geistigen Themen. 

Es gibt auch Schriften, die nicht rein geistig sind, natürlich hat auch die Gegenseite Schriften verfaßt, aber wer mit dem Herzen liest, kann erkennen, wo der Ursprung liegt.

Jedenfalls gibt es eine Überfülle an Material und leider führen diese Bücher eher ein Schattendasein. Es ist auch für den einzelnen unmöglich, alle diese zu durchforsten, wenn er sich mit einem Thema beschäftigen möchte. Natürlich gibt es in den heute bekannten Nachschlagewerken schon Hinweise auf die Neuoffenbarungen, auf Mystiker usw. aber diese sind nicht vollständig.

Und so möchte ich neben den kleinen Abhandlungen auf dieser Homepage eine Dokuwiki anfangen, die sich mit diesen Themen beschäftigt und darstellt, bei wem und wie die großen und kleinen Menschheitsfragen beantwortet wurden. – Fragen wie, wo komme ich her, wo gehe ich hin und was bedeutet das eine oder andere Geschehen?

Warum gerade jetzt? Wir leben in einer turbulenten Zeit, und es hat fast den Anschein, als ob die Gegenseite die Oberhand gewinnt. Das Wissen um geistige Zusammenhänge kann den einen oder anderen aufrütteln und auf einen anderen Weg bringen, allzuviel Zeit bleibt nicht mehr.

Alleine kann ich das, was zu einem solchen Vorhaben nötig ist, nicht leisten, dazu brauche ich Hilfe und so möchte ich heute hiermit auch die Frage stellen, wer könnte und möchte dieses Vorhaben unterstützen, wie auch immer, einfach Kontakt über das Kontaktformular aufnehmen.

An Pfingsten werde ich dann ein erstes Resümee ziehen.

Bis dahin alles Liebe

Gerlinde

Wahrheit und Lüge

So wie es Menschen gibt, die sich bewußt bemühen, die Wahrheit zu sagen, so gibt es Menschen, die gerne und bewußt lügen, die meisten haben ein ungutes Gefühl dabei, wenn sie eine Lüge aussprechen. Und fast alle Menschen sind empört, wenn sie herausfinden, daß sie ein anderer belogen hat. 

Warum meinen wir dann trotzdem, Lügen zu müssen? Wir haben ein schlechtes Gefühl dabei und verletzen unseren Mitmenschen und trotzdem tun wir es.

Um diesem eigenartigen Verhalten einmal auf den Grund zu gehen, hier eine Aufstellung der Gründe für Lügen (erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

Lügen 

  • – um eines Vorteils willen
  • – um etwas zu vertuschen
  • – um dem anderen Menschen nicht weh zu tun
  • – um einem anderen Menschen zu schaden
  • – um einen Schaden von sich selbst abzuwenden

Gründe 

  • – aus Angst
  • – aus Scham
  • – aus Unwissenheit
  • – aus Bosheit  

Die gute Nachricht ist, wenn wir uns dies bewußt machen und uns entscheiden, daß wir aufhören wollen zu lügen, können wir dies jederzeit tun.

Vielleicht hilft es ja, sich darüber im klaren zu sein, daß wir immer auch uns selbst belügen, weil wir letztendlich auch dem anderen nicht mehr voll vertrauen und ihm glauben können, er könnte ja, so wie wir auch, lügen.

Was würde es denn bedeuten, wenn alle Menschen sich an die Wahrheit halten würden:

  • – man könnte allen Menschen blind vertrauen
  • – auch den Wahlversprechen der Politiker
  • – die Angaben der Regierungen wären korrekt und durchgängig wahr
  • – es gäbe keine irreführende Werbung
  • – keine überdüngten, gestreckten oder sonstwie negativ veränderten   Lebensmittel
  • – keine Produkte, die nicht nach bestem Wissen und Gewissen gefertigt sind
  • – die Banken würden richtig beraten in allen Angelegenheiten
  • – es gäbe keine Verbrechen mehr
  • – die Menschen würden die Verantwortung für ihre Taten übernehmen

Das einzige, was jeder von uns dazu tun kann, ist, an sich selbst zu arbeiten und sich darum zu bemühen, die Wahrheit nicht nur zu sagen, sondern zu leben.

Und was wahr ist, kann man ruhig sagen.

Ja, man kann es sagen, ruhig und gelassen ohne Agression und  es dann dem anderen überlassen, es anzunehmen oder eben auch nicht.

Wahrheit zu leben bedeutet eben auch, zu respektieren, daß ein Mitmensch eine andere Meinung hat oder möchtest Du eine Wahrheit mit der Keule eingebleut bekommen?

Es wären damit nicht alle Probleme der Menschen gelöst, aber eine Grundlage für ein vertrauensvolles Miteinander und einen friedlichen Austausch geschaffen.

Was tue ich denn, wenn ich die Wahrheit sage, ich respektiere Dich und auch mich.

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und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

Neues Testament, Johannes 8,32 – Übersetzung Martin Luther

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Christ ist erstanden *1)

Er hat für uns alle den Tod überwunden. Und was machen wir mit diesem großen Geschenk. Wir erkennen es nicht als das, was es ist, die Erlösung von der Urschuld und auch für uns die Überwindung des Todes.

Und so steht da ein armseliges Kreuz am Straßenrand mit einem rostigen Schild mit der Aufschrift, „Herr segne unsere Fluren“. Der Herr segnet nicht nur die Fluren, vor allem liebt er die Menschen, für sie hat er sich geopfert, den Weg freigemacht, und er würde gerne in unseren Herzen die Liebe und Wahrheit finden und dort einziehen.

Und in diesem Sinne wünsche ich Euch „Schöne Ostern“.

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*1)

Christ ist erstanden – Osterlied

Christ ist erstanden
von der Marter alle.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen.
Seit dass er erstanden ist,
so freut sich alles, was da ist.[3]
Kyrieleis.

Halleluja,
Halleluja,
Halleluja.
Des solln wir alle froh sein;
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Christ_ist_erstanden

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BD. Nr. 4614:     Überwinden des Todes durch Jesus Christus ….

Es ist die Welt erlöst worden von der Sünde. Jubeln und jauchzen müßten die Menschen, würden sie sich dieser großen Gnade bewußt sein, die ihnen ein unsagbar schweres Los im Jenseits erspart, wenn sie genützt wird, also im Glauben an die Erlösung durch Jesus Christus Vergebung der Sündenschuld erbeten wird. Jesus Christus hat das Erlösungswerk vollbracht, das so bedeutungsvoll ist für alle Wesen auf Erden und im geistigen Reich, und die Menschen nehmen so wenig Notiz davon und werten diese unfaßbare Gnade nicht aus …. Jesus ließ Sich kreuzigen aus Liebe zu den Mitmenschen und stand am dritten Tage wieder von den Toten auf …. Er hat den Tod überwunden, und Er wollte, daß alle Menschen teilhaftig wurden des Opfers, das Seine Liebe für die Menschen darbrachte, Er wollte, daß auch sie Überwinder des Todes werden sollten, daß sie den Tod nicht mehr zu fürchten brauchten und also zum ewigen Leben eingehen konnten, weil Er die Schranken niedergerissen hat durch das Erlösungswerk, das in seiner ganzen Bedeutung nicht zu fassen ist, solange der Mensch auf Erden weilt. Er hat den Tod überwunden …. und dadurch ist ein Bann gebrochen worden …. Die Menschen, die unfrei waren durch die einstige Sünde der Auflehnung gegen Gott, deren Wille unter dem Einfluß Seines Gegners stand und die sich von ihm nicht frei machen konnten, sind nun durch den Kreuzestod Christi in der Lage, sich vom Gegner Gottes zu lösen, so sie Jesus Christus um Beistand anrufen in jeglicher Not um des Erlösungswerkes willen, das der Mensch Jesus für Seine Mitmenschen vollbracht hat. Also ist Jesus Fürsprecher bei Gott für alle, die an Ihn glauben und sich bemühen, in der Nachfolge Christi zu leben, also liebetätig zu sein und Seine Gebote zu erfüllen. Dann tut er das, was Gott ihm zur Aufgabe gesetzt hat während seines Erdendaseins, dann macht er sich frei aus den Banden des Todes, denn dem Gegner Gottes hörig zu sein, ist der sichere Tod seiner Seele. Jesus überwand den Tod …. Er war Mensch und starb auch als Mensch, wenngleich Er vom Geist Gottes erfüllt war und den bittersten Tod, den Er selbst gewählt hatte, auch von Sich abwenden konnte kraft Seiner uneingeschränkten Macht. Er brachte Gott als Mensch das Opfer dar, und Er überwand dadurch Seinen Gegner, daß Er selbstlos nur an das Leid und die Sündenschuld der Mitmenschen dachte und ihnen das Los erleichtern wollte, das Folge der Sünde ist und war. Und Gott nahm das Opfer an …. Er vergibt denen die Schuld, die Jesus als Mittler anrufen um Seine Gnade und Fürsprache. Das Opfer annehmen und die Sündenschuld vergeben aber sichert das Erwachen zum Leben in der Ewigkeit …. Also gibt es keinen Tod mehr, denn nach dem leiblichen Tode geht die Seele in das Lichtreich ein zu einem ewigen Leben. Doch nur die Seelen, derer die Ihn anerkennen, die an Ihn glauben als Gottes Sohn und Erlöser der Welt …. Triumphieren sollten die Menschen, daß nun der Tod überwunden ist und daß Jesus dieses Werk vollbracht hat, denn nun hat der Tod seine Schrecken verloren, weil es ein Erwachen gibt im geistigen Reich, weil der Gegner Gottes keine Gewalt mehr hat über den Menschen, so er sich dem göttlichen Erlöser hingibt und um Seine Hilfe bittet, um Stärkung des Willens und die Gnaden des Erlösungswerkes …. um die Vergebung der Sündenschuld, die der Mensch mitgebracht hat als Erbe des einst gefallenen Geistigen, wozu er selbst gehört …. Er ist erlöst von dieser Sünde durch Jesus Christus, und jubeln und frohlocken soll er, so er sich die Liebe des Menschen Jesus vor Augen hält, die das Schwerste auf Erden vollbracht hat, wozu je ein Mensch fähig war ….

Amen

Bertha Dudde – Kundgabe 4614 – Gründonnerstag 14. 4. 1949 Buch 53

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Du bist ein Tempel Gottes

das ist eine wunderbare Vorstellung, aber auch eine riesige Herausforderung. Es geht darum, sein Verhalten entsprechend auszurichten.

Die Frage ist, was bedeutet das eigentlich? Nun die göttliche Liebe möchte in Dir leben und dazu bedarf es Deiner Einwilligung und Mitwirkung. Eine Anleitung dazu hat Johannes Tauler vor ein paar Jahrhunderten geschrieben.

Wenn Du das nun liest und sagst, das kann ich nicht, dann ist die Frage, möchtest Du es nicht, ansonsten kannst Du es ja einfach einmal versuchen.

Pause bis Ende März, ich ziehe um.

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DER MENSCH – EIN TEMPEL GOTTES

..Er ging in den Tempel und fing an, auszutreiben, die darin verkauften und kauften. Und sprach: Mein Haus ist ein Bethaus.“ Luk. 19; 45 f.

Mit seinem Wort „Mein Haus ist ein Bethaus“ lehrte Christus die Seinen, die Kinder Gottes, was sie zu tun haben, damit ihr innerer Mensch eine Stätte der Hingabe an Gott sei; denn der Mensch ist seinem Wesen nach ein Tempel Gottes.

Damit unser innerster Seelengrund eine würdige Heimstatt Gottes sei, müssen zuerst die Händler und Käufer hinausgetrieben werden, nämlich der Ungeist der Eigensucht und des Habenwollens, des Trachtens und Gierens nach äußeren Gütern, und alles, was dem Eigenwillen des Ich dient. Dann, wenn alles, was nicht Gottes ist, was Gott ungemäß und ungleich ist, hinausgetrieben ist, wird die Seele wieder das, was sie ihrem Wesen nach ist: ein Tempel Gottes, in dem Gott in Wahrheit wohnt.

Wer sind jene, die im Tempel verkaufen und kaufen? Es sind die, die ihre Liebe und Befriedigung in den Kreaturen und Dingen finden, jene, die, ehe sie einmal an Gott denken, vierzigmal von äußeren Dingen träumen und so ihren inneren Menschen ganz nach außen ziehen und den Tempel Gottes entweihen.

Denn daran ist kein Zweifel: Wer will, daß Gott in ihm wohne und wirke, der muß alle Hindernisse, alles, was nicht seine Ursache in Gott hat oder zu Gott hinführt, aus sich entlassen. Er muß sich darin üben, immer wieder von den Dingen weg und auf Gott hin zu blicken, bis ihm Gott lieber ist als alle Dinge… Dann erst ist der Tempel gereinigt, wenn alle Kreaturen und alle Befriedigung durch sie ausgemerzt sind derart, daß wir sie weder willentlich noch aus Neigung in uns aufnehmen und behalten.

Alsdann sind wir wahre Kinder Gottes, also solche, die Gott wesentlich und gegenwärtig und wirkend in sich wissen – in ihrem innersten Seelengrund.

Die dessen ungewiß sind, die haben nur einen gedachten und gemachten Gott. Ihnen entgeht die lebendige Gegenwart Gottes in ihnen. Sie hängen mehr an den Dingen als an Gott.

Die wahren Kinder Gottes lassen die äußeren Dinge hinfließen, ohne sich tiefer mit ihnen einzulassen, als ihre Notdurft erfordert, während sie das, dessen sie nicht bedürfen, lassen, ohne sich damit aufzuhalten. Sie suchen in allem nach Gott und dringen durch alle Schickungen, seien es gute oder böse, zu Gott. Sie sorgen sich nicht um das, was sie aufhält, widerstehen ihm nicht, sondern blicken bei alledem auf Gott, suchen ihn allein und bleiben in aller Mannigfaltigkeit ihres Einsseins mit dem lebendigen Gott in ihnen gewiß.

Wer sich solchermaßen als Tempel Gottes fühlt und der Gegenwart Gottes in ihm gewiß ist, der wird nicht durch die Dinge und Weisen der äußeren Welt verwirrt und zerstreut, was auch immer geschehen mag, sondern er weiß sich Gott im Gemüt ganz nahe und bleibt seiner inneren Gegenwart bewußt. So kann ihn nichts Äußeres entfrieden.

Wo aber ein Mensch von äußeren Dingen und Geschicken entfriedet wird, zeigt das, daß er seiner Gotteskindschaft und der Gegenwart Gottes im Grunde seiner Seele noch unbewußt ist und daß sein Denken, Streben und Handeln mehr nach außen, mehr auf die Dinge, ihren Besitz und Genuß gerichtet ist als auf Gott…

…Wenn der Mensch dessen gewahr wird, soll er sich wieder und wieder nach innen wenden, bis sein Gemüt uneingeschränkt auf Gott gerichtet ist und in allem ihn will und meint, nicht die Dinge, sondern ihn sucht und, was er tut, Gott zuliebe wirkt – nicht nach seinem Willen, sondern nach Gottes Willen.

Denn solange der Mensch lebt und wirkt, ohne Gott in sich zu wissen, lebt und geht er unsicher und alles bleibt ungewiß. Von ihm gilt das Wort der Schrift: „Wehe dem, der allein ist; fällt er, so hilft ihm niemand auf.“ Wenn aber Gott in seiner Seele wohnt, kann ihm nichts und niemand etwas anhaben; er weiß sich jederzeit und allerorten gesichert und geborgen.

Wenn es so mit uns steht, müssen die Krämer, wenn sie mit ihrem Kram hereinkommen, sogleich wieder hinaus, weil kein Verlangen nach ihnen da ist. Und wenn sie versuchen, sich eine Weile ohne unseren Willen und ohne unsere Zustimmung im Tempel niederzulassen, können sie uns nicht schaden, sondern müssen zur selben Tür hinaus, durch die sie eindrangen. Und wenn sie noch etwas ihnen Gemäßes, das nicht göttlich war, in uns fanden, müssen sie das mit sich nehmen, so daß der Tempel unserer Seele bei ihrem Gehen reiner ist denn zuvor.

So müssen den guten Menschen, den Kindern Gottes, alle Dinge zum Besten dienen.

„Mein Haus ist ein Bethaus.“ – Gebet heißt Andacht, heißt Hingabe. Es heißt sich innerlich mit Gott verbinden und ganz dem Ewigen zugeneigt und hingegeben sein. Wenn Du Dich solchermaßen in schweigender Hingabe Gott verbindest, hast Du Andacht, wo Du auch weilst und was Du auch wirkst.

Es ist nicht nötig, daß Du ständig vor Seligkeit vergehst. Das ist nur etwas Hinzukommendes, nur unwesentliches Beiwerk, während das Wesentliche im Lassen liegt, im Sich-Überlassen und Hingeben an Gott, in der Verbindung und Einswerdung, mit der wir das Reich Gottes betreten, das in uns ist.

Nun schreibt Hilarius von drei Weisen und Wegen, die unmittelbar in das Reich Gottes hineinführen und uns in einen lebendigen Tempel Gottes verwandeln. Es sind Glaube, Gotterkenntnis und Gebet.

Was ist Glaube? Ist jeder Christ schon an sich ein Glaubender? Nein. Wie es auf einem Friedhof viele Tote gibt, so sind – auch in der Christenheit viele, die lebendig scheinen, in Wahrheit aber tot sind. Denn lebendiger Glaube ist ein immerwährendes Hingewendet- und Hingeneigtsein zu Gott und zu allem, was göttlich ist. Einerlei, was der Mensch von göttlichen Dingen hört – immer ist es der lebendige Glaube in ihm, der ihm besser ausweist, was Gott ist, und ihm höhere Gewißheit verleiht, als alle Meister ihm vermitteln können. Denn der Glaube wurzelt im inneren Reiche Gottes, in dem das Leben aus seinem eigenen Grunde hervorquillt.

Jene aber, die diesen lebendigen Glauben nicht haben, sind innerlich lau und dürr, kalt und tot, weil unaufgeschlossen für alles, was von Gott kommt und zu Gott hinführt. Sie haben weder Weg noch Weise, in sich selbst zu kommen; sie wohnen nicht in sich, sondern in den äußeren Dingen, und sind sich selber fremd. ..

Die wahrhaft Glaubenden hingegen wohnen und ruhen in sich, wurzeln im inneren Leben, und was ihnen äußerlich Göttliches begegnet, das erweckt sogleich ihr inneres Leben und macht offenbar, daß sie im Reiche Gottes in ihnen leben, das denen, die im Äußeren aufgehen, verborgen bleibt.

Das zweite ist Gotterkenntnis: die findet man eben hier, braucht sie also nicht draußen in allen Fernen zu suchen; denn sie offenbart sich im Innern. Hier strahlt das göttliche Licht, hier tritt man durch das rechte Tor ins Reich Gottes.

Von solchen Menschen, die wissen, daß sie Gottes Tempel sind, kann man mit vollem Recht sagen: „Das Reich Gottes ist in euch!“ Sie finden die Wahrheit, die nur von denen erkannt wird, die in ihrem Innersten daheim sind. Sie finden in sich, was über alles Denken und Verstehen hinausreimt: das Licht im Licht.

Sie brauchen keine äußeren Bücher mehr, sondern lesen im lebendigen Buch von den wunderbaren Werken Gottes und dringen vor bis zur Erkenntnis der Dreieinigkeit Gottes: wie der Vater den Sohn ewig gebiert, wie das Wort ewig im väterlichen Herzen zugegen ist, wie der heilige Geist von beiden ausfließt und wie die göttliche Dreifaltigkeit sich in die Gott zugewandten Menschen ergießt und in ihnen widerspiegelt, und wie sie sich in die Gottheit zurückergießt in namenloser Seligkeit.

Hierin liegt, wie das göttliche Wort sagt, “ das ewige Leben, daß der Mensch in sich den Vater erkennt und Christus, den Sohn, den er gesandt hat,“ Das ist das wahre Leben im Tempel der Seele; hier ist Christus in seiner eigenen Wohnstatt; hier ist das Reich Gottes gefunden – die lebendige Gegenwart Gottes, die alles Leid und alle Leiden löst.

Wer das empfunden hat, der weiß es. Und wer dies in seinem Leben am innigsten empfindet, der ist im ewigen Leben, im Reiche Gottes, Gott am nächsten.

Das dritte ist das Gebet. Es ist zunächst Einwärtswendung, Hinneigung des Beters zu Gott und Eingang des Gemüts in Gott. In einem höheren Sinne ist es eine vereinende Einkehr des geschaffenen Geistes in den ungeschaffenen Geist Gottes, wenn der erstere sich läßt und sich von der Ewigkeit Gottes bewegen und in die Abgeschiedenheit der Ungeschaffenheit ziehen läßt.

Das tun jene, die Gott mit Christus im Geiste und in der Wahrheit anbeten. In solchem Gebet wird verloren und gefunden. Verloren wird der Tempel und der Geist und alles, was nicht Gott ist; es ist in Gott eingeflossen und entworden. Und ist ein Geist mit Gott geworden, wie Paulus sagt: „Wer Gott anhängt, der wird ein Geist mit Gott.“ – Und gefunden wird die Einheit. Wie das geschieht, läßt sich mit Worten nicht beschreiben, sondern nur erfahren. Denn was darüber ausgesagt werden kann, ist der Wirklichkeit so fern und so gering wie ein Sandkorn gegenüber dem Himmel.

Daß wir es selbst erfahren und erlangen, dazu helfe uns Gott!

Johannes Tauler (ca. 1300 bis 16.3. 1361) aus Das Reich Gottes in uns

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BD. Nr. 7895:     Gegenwart Gottes …. Zubereiten zum Tempel Gottes ….

Ich will in euren Herzen Wohnung nehmen …. Ich will euch gegenwärtig sein können zu jeder Zeit, Ich will, daß ihr Meine Gegenwart ersehnet und darum euch also auch herrichtet als Tempel, in dem Ich wohnen kann …. Und das bedeutet, daß ihr euch frei machet von allen unreinen Begierden, von allen Fehlern und Schwächen, daß ihr euch zur Liebe gestaltet, weil die Liebe euer Herz ausschmücket und also dieses nun zu einem Gefäß wird, das Meine Liebe und Meinen Geist nun aufnehmen kann …. das Mir Selbst Wohnung ist und bleibt, und ihr nun auch Meine Gegenwart erfahren werdet …. indem Ich Selbst euch anspreche und in dauerndem innigen Verkehr mit euch stehe. Wenn Ich euch gegenwärtig sein kann, dann habt ihr wahrlich eure Erdenlebensprobe bestanden, dann seid ihr wieder zurückgekehrt zu Mir, von Dem ihr euch einst freiwillig entferntet …. Wenn Ich euch gegenwärtig sein kann, dann ist euer ganzes Sinnen und Trachten nur geistig gerichtet, dann werdet ihr oft in Gedanken bei Mir verweilen, ihr werdet Zwiesprache halten mit Mir, ihr werdet euch niemals mehr allein fühlen, sondern stets der Gegenwart eures Vaters bewußt sein und dadurch inneren Frieden und Glückseligkeit empfinden schon auf Erden, denn irdische Lasten und Sorgen drücken euch dann nicht mehr, weil ihr alles Mir übergebet und weil ihr dessen gewiß seid, daß Ich alles für euch regle, Der Ich euch gegenwärtig bin, Der in euch wohnet und wahrlich auch treulich für euch sorgen wird. Lasset Mich Wohnung nehmen bei euch, und richtet euch so her, daß ihr eurem Vater von Ewigkeit eure Liebe erzeiget …. Machet euer Herz zu einem Tempel Gottes …. gestaltet euch zur Liebe, weil die Ewige Liebe nur dort Aufenthalt nehmen kann, wo Liebe ist …. weil Ich nur in Meinem Urelement sein kann und weil Ich Mich nach eurer Liebe sehne. Dann aber wird nichts mehr uns zu trennen vermögen, dann ist das Kind mit seinem Vater vereint, und dann wird es Ihn hören dürfen jederzeit, es wird mit dem Vater verkehren können wie einst, wo Ich Mich Meinen Geschöpfen offenbarte im Wort, wo sie ständig Meine Ausstrahlungen empfingen und unbeschreiblich selig waren. Und der Liebegrad von euch während des Erdenlebens wird auch den Grad eurer Seligkeit bestimmen, den Meine Gegenwart in euch auslösen kann. Und wenn in euch Mein Wort ertönet und ihr den Beweis Meiner Gegenwart erhaltet, dann soll euch dies zu immer tieferer Liebe anregen, denn ihr empfanget vom Vater in euch eine köstliche Gabe, die wieder nur Liebe ist und Liebe erwecken oder vertiefen soll …. Und dann sollet auch ihr Mir eure Liebe beweisen …. Ihr sollet Meine Liebelehre hinaustragen in die Welt, ihr sollt eure Mitmenschen anzuregen suchen, ein Leben in Liebe zu führen, ihr sollt auch ihnen verhelfen wollen, zu einem Tempel Gottes zu werden …. Ihr sollt auch in ihnen das Verlangen nach Meiner Gegenwart erwecken und sie anregen, in Liebe zu wirken auf Erden. Und ihr werdet wahrlich Liebewerke verrichten, die Mir wohlgefällig sind …. Denn Ich möchte in allen Menschen Wohnung nehmen, Ich möchte zu allen Selbst sprechen können, weil Ich dann Mein Ziel erreicht hätte, daß ihr Menschen euch umgestaltet habt zur Liebe, daß ihr euch nun auch mit Mir vereinigen könnt und selig werdet ….

Amen

Bertha Dudde – Kundgabe 7895 vom 19. 5. 1961 – Buch 82

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Geistige Zwillinge

Es gibt den Begriff der „geistigen Zwillinge“. Meist hat einen geistigen Zwilling ein Mensch, der inkarniert und einen besonderen Auftrag zu erfüllen hat. Er bekommt einen Geistführer zur Seite gestellt, der ihm hilft und ihn beschützt, wenn nötig. Das ersetzt aber nicht den Schutz aus der geistigen Welt, da auch dieser Geistführer auf der Erde nicht alle Lichtarbeit durchführen kann, d. h. er unterliegt bis zu einem gewissen Grad den irdischen Beschränkungen.

Die Geschehnisse aus geistiger Sicht sind geschildert in dem Buch „Karmatha“ von Anita Wolf, in dem die geistige Entwicklung von Karmatha beschrieben wird. Auch in der geistigen Welt werden die Kinder gelehrt, es werden ihnen Aufgaben gegeben, die sie zu erfüllen haben. Ja, und sie können etwas falsch machen und müssen daran arbeiten, das zu erkennen und wieder gut zu machen.

Karmatha ist inkarniert als Jakob Lorber, der in Laufe von 24 Jahren 25 Bücher zu je 500 Seiten und einige kleinere Werke aus dem inneren Wort diktiert bekam. Insbesondere sind die 10 Bände der „Großen Offenbarung des Johannes“zu erwähnen, in dem das Leben von Jesus fast tagebuchartig aufgezeichnet ist. Es war eine große Aufgabe, und er hat sie unter widrigen Umständen gemeistert.

Jeder von uns hat eine Aufgabe, wenn auch nicht immer so eine große. Ziel des Erdenlebens ist die innere Entwicklung und das Streben nach der geistigen Wiedergeburt. Hinweise dazu gibt es viele.

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Das Buch Karmatha steht unter

https://anita-wolf.de/ihre-werke/auflistung-2-neu/

zum Download bereit – 4. Eintrag. Bitte auch den Nachtrag von Anita Wolf beachten.

Karmatha kann auch als Hörbuch auf der Seite „Anita Wolf“ bestellt werden und ist auf Youtube zu finden.

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Warum sage ich das jetzt, wo doch unserm Karmatha die Tür zum Gnadenweg zu öffnen ist? Meine Kinder, er braucht auf seiner besonderen Wanderung ein UR-Samenkörnlein, aus dem der Menschheit eine reiche Ernte werde. Das tiefste Geheimnis aus der Offenbarung ist ihm wie euch Heimgekehrten nicht
ganz offensichtlich; allein — im unbewußten Spüren liegt ein großer
Demutsfaktor, der nicht hoch genug zu werten ist. Er hat jeder bewußten Erkenntnis vorauszugehen, soll diese sich gestalten und ist also für das Kind wie für das Ganzwerk hoch bedeutsam. Dieses Samenkorn nimmt unser Karmatha zur Erde mit. Geht die Ernte auf, wird er seine eigene Saat erkennen.
Tritt hervor, Karmatha, denn Ich will dein Zeugnis hören. Habe Vertrauen, der Vater steht dir gegenüber. Doch da dein Weg ein großer werden soll, zum ‚lebendigen Nachzeugnis Meines Persönlichen Erdenweges’, so nimmt die Gottheit daran Anteil.“ Indem Karmatha einige Schritte vorwärtsgeht, verändert sich das Bild. Die Wolke lagert vor dem heiligen Herd; aus ihr breitet sich ein Strahl fächerförmig über alle Kinder aus. Die heilige Stimme spricht:
„Karmatha, du willst den Mitopferweg der Liebe gehen. In deinem Lichtleben hast du erkannt, daß er dich zu weiterer göttlicher Höhe, aber auch zur armen fruchtlosen Tiefe führen kann. Hier, am Orte Meiner Priesterlichkeit, will Ich dich fragen und du sollst dich prüfen und Mir Antwort geben vor den Zeugen Meiner Majestät.
Dein Entschluß muß gefestigt und ein selbstgewählter sein, ob du Mein Licht zur Erde tragen willst. Ein mitgefallenes Kind ist ganz aus der Finsternis zu lösen (Legion) und du mußt selber Seelenteile (Kraftpotenzen aus der Materie) durch deinen Erdenweg befreien. Prüfe dich, ob du diesen oder einen leichteren Weg wählen willst oder im Vaterhaus verbleiben möchtest. Die Gott-Geduld wartet, bis du die Wahl deiner Liebe kündest.“ Der Chor ruft „Halleluja“!
Karmatha beugt beide Kniee. Da ihm jederzeit der feste Wille zur dienstbaren Mithilfe inne wohnte, bedarf es keines langen Prüfens mehr. Im Hause Gabriels empfing er des Vaters heilige Barmherzigkeit so gnadenvoll, er steht ganz unter dieser Güte. Sein Gesicht verklärt sich lieblich, er hebt die Augen auf, gefüllt
mit Tränen der Freude, Liebe, des Dankens und Opferwillens, und er sagt: „Vater, der Du in deiner heiligen UR-Wesenheit mir der gute Vater bleibt, siehe, ich bekenne vor Dir und Deinen Kindern: Ich will den schweren Weg auf mich nehmen; gib mir zum Vollbringen Deine Kraft. Erhalte mich als Dein gesegnetes Kind. Nimm mich hin und verwende mich zu dem, wozu Du mich hast werden lassen.“ Da löst sich die Wolke auf, doch ihr Licht bleibt im Raume stehen. Der Vater sitzt auf Seinem Gnadenstuhl, hebt Seine Hände segnend über
alle Kinder und öffnet sie, ein Kind zu empfangen. Rafael führt Karmatha hinzu und hebt ihn in des Vaters Schoß. Er sagt dabei:
„Heiliger Vater! Karmatha ist zu meiner und Agraleas Freude aus unserm Haus hervorgegangen. Nun bringen wir ihn Dir, daß er unter Deiner Heilsobhut wandeln kann, wie jedes Deiner Kinder führst. Halte ihn an Deinem väterlichen Herzen fest, wie auch wir an Deinem Gnadenherzen ruhen dürfen. Laß das Glied nicht aus der Kette fallen, es bleibe immer in gerechter Ordnung eingereiht.
Heiliger, Unerforschlicher, tue es in Deiner großen Liebe und Barmherzigkeit! Du gießt Ewigkeiten an Licht und Güte über uns aus, — gib, daß wir die kostbaren Tropfen trinken in der Fülle Deiner Herrlichkeit!“ Mit der Stirn berührt Rafael den weißen Raumteppich, so groß ist seine Ehrfurcht. Viermal ruft der Chor: „Halleluja-Halleluja!“ Und indem die Kinder rufen, ernst, ehern, in Liebeglut entbrannt, erhält Karmatha seine Weihe, sein Gesicht in die Falten des heiligen Gewandes bergend, und die Gnadenhände segnen ihn. Danach winkt der Vater den großen Engelsführer zu Sich, segnet
auch ihn und spricht: „Jehasmael, bringe Karmatha an seinen Ort. Schütze ihn mit deinem Sein und Leben auf seinem Erdenweg. Ich werde billig von dir fordern alles, was du ihm aus deinem Schutze tust. Empfange Kraft zum Schutz aus Meiner Kraft, Liebe
zum Dienst aus Meiner Liebe, Verständnis zur Führung aus Meiner Weisheit, ja alles, was du zusätzlich zu dem nicht leichten Amte brauchst. Ziehe hin mit Karmatha, dem Gesegneten, der du selber ein Gesegneter bist; und bringe zurück einen Gekrönten, der du schon die Lebenskrone trägst. Amen.“
Jehasmael antwortet: „Allheilige Gottheit, Vater, unser aller Licht und höchste Liebe. Jetzt steh ich vor Dir als Diener deiner Kraft, die mit mir ist. Nichts unterlasse ich, was Karmatha dient und auf dem freien Willensweg geschehen kann. Ein Kind geht von Dir und einen großen Sohn will ich Dir wiederbringen! Stärke uns beide, auf daß vieler Kinder Weg und vieler Seelen Erlösung durch Karmathas
Erdenweg in Dein Gnadenheil eingebettet werden kann. Heilig ist Deine Liebe, heilig gepriesen seist Du im Dank unserer Herzen, unser Vater ewig!“
Wieder ruft der Chor „Heilig-Halleluja“! Jehasmael neigt sich und berührt mit seinen Lippen des Vaters Füße, ein Zeichen willigster Dienstbarkeit. Da wird auch er emporgehoben und ruht mit Karmatha zugleich an Gottes Brust, gesegnet und geküßt. Der schöne Engel, der als Mensch schon dreimal auf Erden weilte, viel Lichtkinder dort bewachte, führt Karmatha zur geheimen Pforte. Die Fürsten segnen auch den Scheidenden, die anderen geben ihm die Hand. Einen hellen Strahl sendet der Vater nach; er bleibt über Jehasmael und
Karmatha wie ein Stern sichtbar stehen.
Sama, die Karmatha bis zum Tor Hephata begleiten durfte, ist zurückgeeilt. Agralea umschlingt sie zärtlich und Sebulah streicht brüderlich über ihre Wange. Der Vater, gütig über alle Kinder hinblickend, gibt noch ein Wort zu dieser heiligen Handlung:
„Meine Kinder, der von euch ging, kommt reich gesegnet wieder, denn er hat sein Herz dem Meinen anvertraut. Jehasmael ist einer der besten Wächter in der Materie. Darum sollt ihr, Zuriel und Helia — da Jehasmael aus euerm Haus geboren ist — ihn und Karmatha beschützen. Ihr wißt ja, daß dieser Lichtdienst geschehen kann, ohne das Maß des freien Willens zu beschränken, während Jehasmael als Führer in gewisser Weise der Materie selber untersteht, solange er
in deren Bannkreis wirkt und seinen Lichtwillen nicht immer ungehemmt strahlen lassen kann. Eure Lichtweisheit wird stets das Rechte tun.
Nun seid gesegnet! Richtet Meinen Willen in der Erkenntnis eurer Freiheit aus und seid des heiligen Dienstes stets gewärtig. Denn dieser, euch übertragen, ist ein Ruf aus dem Lichtfeld der Barmherzigkeit! Friede sei mit euch allen. Ich, die ewige Liebe, bin immer bei euch. Amen.“ In unvorstellbarer Kraft rufen die Engel:
„Heilig, Heilig, Heilig, Heilig bist Du, o Herr!! Vater aller Barmherzigkeit und guter Gott voll Liebe und Geduld! Hochpriester Melchisedek, der Du uns in Ernst und Weisheit führt! Heilig-erhabener Schöpfer. Dich haben wir kraft Deinem grundheiligen Ordnungswillen lieben gelernt! Gepriesen bleibe ewig Dein allheiliger Name, UR-Imanuel, aller Erden Erlöser Jesus!

„Heilig, Heilig, Heilig, Heilig bist Du, o Herr!!


Nachwort
So endet die Entwicklung des Lichtkindes Karmatha, der durch die heilig-gute Führung die bedeutendsten Offenbarungen über unseres Vaters eigenen Erdenweg niederschreiben durfte, ein treuer Knecht Gottes auf dieser Welt.
„Darum, ihr Kinder Meiner Liebe, erkennt auch diese Offenbarung. Suchet ernstlich, und es wird in allen Dingen die Wahrheit sich gern finden lassen. Nehmt diesen Weg als eine Belehrung für euch hin, und die Anwendung der Lehre bringt euch in Meines ewigen Lichtes Reich zurück, wie ihr es am Lebensbild des ‚Karmatha’ erschauen, wahrnehmen und miterleben konntet.
Gesegnet seien die freudigen Herzen, daß sie aus Meinem UR-Quell alles Leben trinken und Mir zur wahrhaftigen Freude werden wollen.
Meine heilige Freude hüllt alle guten Kinder ein. Amen.“

Anita Wolf – Karmatha, ab Seite 173 ab letztem Absatz oder Seite 213 Mitte je nach Ausgabe.

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